Meghann hat geschrieben:
Wie ich aber feststellte, arbeitet sie auch kontrazeptiv. Jetzt frage ich mich, warum sie dann dazu nicht zugelassen ist?
Es GAB diese Zulassung, sie wurde aber wieder entzogen bzw. verzichtet.
Das verwendete Gestagen hat übrigens eine unschöne Geschichte. Es wurde in höherer Dosierung zur Triebdämpfung bei Sexualstraftätern eingesetzt.
Das trägt vielleicht zusätzlich zu den Risiken dazu bei, dass das Präparat nicht nur zur Verhütung akzeptabel ist.
Bei anderen Wirkstoffen mit unschönem Hintergrund ist man auch zurückhaltend.
Mal ein kleiner OT- Exkurs:
Der Wirkstoff von Contergan ist z.B. unter sehr strengen Auflagen noch auf dem Markt, für Leprakranke oder bestimmte Krebserkrankungen, sorgfältig dokumentiert, mit intensiver Aufklärung, von der Zulassung abweichende Einsazugebiete werden zusätzlich dokumentiert usw.
Über Cytotec (ein Prostaglandinpräparat) habe ich gelesen, dass ein Teil der Zurückhaltung bzgl. der Verwendung in der Geburtshilfe nicht nur mit den möglichen Risiken zusammenhängt , sondern auch damit, dass dieses Präparat häufig zusammen mit der Abtreibungspille Mifegyne (NICHT Die Pille danach, ich meine tatsächlich das Präparat, dass für Abbrüche verwendet wird) verwendet wird.
Unser Umgang mit Substanzen ist nicht immer rein rational, das springt einem bei der Drogenpolitik schon richtig an.
Soweit mal als Hintergrund, über tarsächliche Nebenwirkungen hinaus.
Zurück zur Diane:
Will man eine "Pille" auf dem Markt haben, bei der deren Hauptwirkstoff die libidomindernde Wirkung schon bewusst genutzt wurde?
Wer nimmt das noch zur reinen Verhütung, wenn dieser Hintergrund bekannt ist?