Puh, ich kann immer nur von meinem Standpunkt (bzw. dem meiner weiblichen Familienmitglieder/Freunde, mit denen ich über das Thema geredet habe) aus erzählen... muss nicht unbedingt repräsentativ sein.
Meine Oma ist Mitte 60. Sie hat zu den allerersten Frauen in D gehört, die mit der Pille verhütet haben. Sie meinte sinngemäß, es habe nie sichere Alternativen gegeben. Dies hielt ich für einen Anlass, mal nach der Männerrolle zu fragen... "Wie? Der Mann soll was für die Verhütung tun?! Aber die Frau wird doch schwanger...

" "Naja, beide tragen die Verantwortung, finde ich!" "Aber es ist doch das Kind der Frau... DIE wird schwanger." Also hier: Frau kümmert sich um die Verhütung, wenn sie nicht schwanger werden möchte und setzt ab, wenn sie es möchte... der Mann redet hier nicht großartig mit.
Meine Mutter ist Mitte 40 und interessanterweise ist sie quasi genauso eingestellt wie meine Oma, was das Thema angeht. Ich habe mal nach dem Aids-Bewusstsein in den 80ern gefragt, ob das nicht ein Thema gewesen wäre. Sie meinte schon, am Anfang der Beziehung habe man Kondome verwendet, aber zur Verhütung würden die doch nichts taugen. Ich meine, herausgehört zu haben, dass sich mein Vater zumindest für die Verhütung seiner Frau interessiert hat, aber es kam für sie halt nur die Pille infrage, und basta.
Ich bin Mitte 20 und bemerke in meinem Umfeld mittlerweile einen interessanten Trend hin zum "Der Mann fängt an, sich auch für Verhütung zu interessieren und macht zunehmend mehr mit". Bemerke ich besonders bei meinen männlichen Freunden, die mir recht viel anvertrauen. Allerdings schätze ich, dass es auch ein wenig eine Frage des Umfelds ist (mein Freundeskreis ist tendenziell sehr gebildet, kritisch, gut vernetzt und mit Informationen versorgt). Müsste mal die Fühler ausfahren, ob es woanders tendenziell anders ausschaut.