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 Betreff des Beitrags: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 4. Dezember 2010 15:31 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 19. September 2007 20:15
Beiträge: 5547
NFP seit: 2007
Hallo!

Im Sperma-Spiele-Thread kam die Diskussion auf, warum Kondome (u. A. auch von Gyns) als sicherer Schutz vor Geschlechtskrankheiten angepriesen wird, wenn's um die Verhütung geht, sind sie dann plötzlich aber nicht mehr sicher genug.
Viele Frauen und Männer denken anscheinend ähnlich.

Txiki hat dazu auch eine Umfrage erstellt, hier könnte vielleicht darüber diskutiert werden.

Ich kopiere mal den Diskussionsverlauf aus dem anderen Thread hierher:

SWitch hat geschrieben:
Ich verstehe in diesem Zusammenhang auch nicht, warum Kondomen in Hinsicht auf mögliche Übertragung von Geschlechtskrankheiten vertraut wird, bei der Schwangerschaftsverhütung aber nicht. *hä* Um kein AIDS zu kriegen, verlass ich mich doch auch auf Kondome. Und da wird es auch als sicher propagiert.

Mich würde interessieren, was die Gyns dann zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten anraten, wenn Kondome angeblich nicht vor eine Schwangerschaft schützen, denn dann können sie ja wohl auch kaum verlässlich vor AIDS und anderen Krankheiten schützen.
Ich war auch mal bei einer FA, die mich nicht gegen Röteln impfen wollte, weil ich die Pille nicht nahm und nur KOndome zur Verhütung nutze. Bei ihr war ich praktisch schon schwanger. :roll:


Alana hat geschrieben:
Vor HIV schützen ist sogar weit schwieriger als vor Schwangerschaft, weil die Viren um ein vielfaches kleiner sind als Spermien.

Kondome und Dentaldamms sind ja die einige Möglichkeit sich zu schützen, wenn man sich eben nahe kommt.

Mir wurde aber auch immer eingetrichtert Kondome nur als Zusatz zu verwenden zur eigentlichen Verhütung. Das war auch der Tenor in diversen Aufklärungsbüchern.


SWitch hat geschrieben:
Alana hat geschrieben:
Mir wurde aber auch immer eingetrichtert Kondome nur als Zusatz zu verwenden zur eigentlichen Verhütung. Das war auch der Tenor in diversen Aufklärungsbüchern.


Ja, aber warum ist das so? *hä*
Vor den Viren schützen sie zuverlässig, aber vor den Spermien nicht?

Das leuchtet mir nicht ein.


SWitch hat geschrieben:
Ich verstehe in diesem Zusammenhang auch nicht, warum Kondomen in Hinsicht auf mögliche Übertragung von Geschlechtskrankheiten vertraut wird, bei der Schwangerschaftsverhütung aber nicht. *hä* Um kein AIDS zu kriegen, verlass ich mich doch auch auf Kondome. Und da wird es auch als sicher propagiert.



Txiki hat geschrieben:
ich weiß nicht, wie jung ihr alle seid, aber mir ist sowas niemals untergekommen, weder diese schwangerschaftspanikmache unter freunden/-innen noch die einstellung von ärzten, dass kondome als verhütungsmittel nicht geeignet und unsicher sind. ist das eine generationensache? trauen ärzte vielleicht "älteren" frauen mehr verantwortung oder können zu, was die kondombenutzung angeht? *kopfkratz*

edit: das wäre fast mal eine umfrage wert (oder gleich zwei, um die themengebiete zu trennen).


Alana hat geschrieben:
SWitch hat geschrieben:
Alana hat geschrieben:
Mir wurde aber auch immer eingetrichtert Kondome nur als Zusatz zu verwenden zur eigentlichen Verhütung. Das war auch der Tenor in diversen Aufklärungsbüchern.


Ja, aber warum ist das so? *hä*
Vor den Viren schützen sie zuverlässig, aber vor den Spermien nicht?

Das leuchtet mir nicht ein.


1. Ein Kondom funktioniert es nur bei guter Qualität und richtiger Anwendung. Das ist der große Knackpunkt der Sicherheit.

2. Für Verhütung gibt es viele und zum Teil "sicherere" Methoden, zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten gibt es nur Enthaltsamkeit und/oder Barrieren aus Latex/Polyurethan. Also Kondome, Lecktücher,Frauenkondom. Da hat man also große keine Wahl.

Was ich mir psychologisch schwierig vorstelle ist die Tatsache,dass einem Kodompannen eher bewusst werden als andere Pannen. Beim Kondom denkt man immer "Oh so ein Mist" Wohingegen man es weniger deutlich vor Augen hat wenn man z.b. seine Pille wieder erbricht.
Da weiß man ja mysteriöser Weise nie warum etwas schief gegangen ist. Beim Kondom hat man es entweder falsch, oder zu spät benutzt, oder es ist kaputt gegangen.

( Ja die kleinen unsichtbaren Schäden bei Kontakt mit Fett gibt es auch mal aber ich denke das Prägt diese Vorurteile nicht so sehr)


Dann natürlich noch ein gemeines Problem, wer verdient daran wenn er Kondome empfiehlt? Nur die Hersteller und Läden die sie Verkaufen, vielleicht noch Zwischenhändler. Bei Pille oder Spirale sind es doch deutlich mehr Beteiligte.


SWitch hat geschrieben:
Alana hat geschrieben:

1. Ein Kondom funktioniert es nur bei guter Qualität und richtiger Anwendung. Das ist der große Knackpunkt der Sicherheit.

2. Für Verhütung gibt es viele und zum Teil "sicherere" Methoden, zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten gibt es nur Enthaltsamkeit und/oder Barrieren aus Latex/Polyurethan. Also Kondome, Lecktücher,Frauenkondom. Da hat man also große keine Wahl.

Was ich mir psychologisch schwierig vorstelle ist die Tatsache,dass einem Kodompannen eher bewusst werden als andere Pannen. Beim Kondom denkt man immer "Oh so ein Mist" Wohingegen man es weniger deutlich vor Augen hat wenn man z.b. seine Pille wieder erbricht.
Da weiß man ja mysteriöser Weise nie warum etwas schief gegangen ist. Beim Kondom hat man es entweder falsch, oder zu spät benutzt, oder es ist kaputt gegangen.

( Ja die kleinen unsichtbaren Schäden bei Kontakt mit Fett gibt es auch mal aber ich denke das Prägt diese Vorurteile nicht so sehr)


Dann natürlich noch ein gemeines Problem, wer verdient daran wenn er Kondome empfiehlt? Nur die Hersteller und Läden die sie Verkaufen, vielleicht noch Zwischenhändler. Bei Pille oder Spirale sind es doch deutlich mehr Beteiligte.


Irgendwie versteh ich deinen Beitrag nicht so richtig. *hä*

zu 1. Stimmt, aber ein defektes oder nicht richtig angewandtes Kondom schützt auch nicht mehr sicher vor Krankheiten. Da besteht für mich also kein Unterschied zwischen Krankheits- und Schwangerschaftsverhütung.
Wenn es aber darum geht, mit Kondomen zu verhüten, dann wird einem gesagt, das sei nicht sicher genug, die können platzen, abrutschen etc. pp. Wenn es aber um den Schutz vor Geschlechtskrankheiten geht, wird einem das nicht gesagt. Da werden Kondome sogar im Fernsehen angepriesen (was ja total richtig so ist!).

zu 2. Aber was hat das damit zu tun, dass die Kondome vor Krankheiten zuverlässig schützen sollen, vor einer Schwangerschaft aber nicht?

Um die Pille ging's ja jetzt gar nicht, die schützt ja so oder so nicht vor Krankheiten. Mir geht's wirklich ausschließlich nur um das angesprochene Paradoxon bezüglich der angepriesenen Sicherheit von Kondomen.


edit: Das ist jetzt hier im Thread schon ganz schön OT, vielleicht könnte man dazu mal einen neuen Thread eröffnen? Vielleicht "Auf Kondome ist Verlass - bei Krankheiten ja, bei Schwangerschaften aber nicht?"


holz456 hat geschrieben:
Alana hat geschrieben:
Was ich mir psychologisch schwierig vorstelle ist die Tatsache,dass einem Kodompannen eher bewusst werden als andere Pannen. Beim Kondom denkt man immer "Oh so ein Mist" Wohingegen man es weniger deutlich vor Augen hat wenn man z.b. seine Pille wieder erbricht.

das finde ich den riesengroßen pluspunkt an kondomen. wenn alles gut war, kann man absolut beruhigt sein. bei anderen sachen könnte ja immer mal unbemerkt was sein. und das gilt ja sowohl for schwanger werden als auch für krankheiten um den bogen wieder zu kriegen :mrgreen:

ich verstehe switchs einwand und hab dadrüber auch schon öfters mal nachgedacht. es ist paradox und spielt vermutlich so ein wenig mit der auffassung, dass AIDS und co so selten sind, deshalb steckt man sich bei kaputten kondom nicht so schnell an. welch logik... schwanger wird man davon aber vermutlich häufiger. also ist ein kondom bezüglich aids auch in gerissen sicher, in sachen SS nicht *kopfkratz* .
ich versuche nur, diesen "interessanten" gedankengang nachzuvollziehen



Hier kann's jetzt also weitergehen. Wie seht ihr das?


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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 4. Dezember 2010 19:49 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
SWitch hat geschrieben:
. Aber was hat das damit zu tun, dass die Kondome vor Krankheiten zuverlässig schützen sollen, vor einer Schwangerschaft aber nicht?



Das ist ja der Witz an der Sache! Für Schwangerschaftsverhütung gibt es so viele Methoden, vielen wird eine größere Sicherheit zugeschrieben.

Für die Verhütung von Krankheiten gibt es nur das Vermeiden durch Enthaltsamkeit oder entsprechende Barrieremethoden.
Und dem nichts tun sind Kondome so oder so weit überlegen.


Und es ist eben nicht paradox, denn den Risikoreichen Sex verbieten kann man nicht, man kann nur dazu raten sich zu schützen. Wer würde die Kampagnen denn noch ernst nehmen wenn nur "kein Sex außerhalb von Beziehungen, in denen beide getestet sind" propagiert würde?
Von einem One-night-stand einen aktuellen Test über alles Mögliche zu verlangen, vielleicht noch wenn man betrunken ist stelle ich mir nicht gerade praktikabel vor.
Was bleibt also? Kondome benutzen!

Schau dir doch mal an was man hier vergleicht:

Es ist eben Kondome Im Vergleich zu ungeschütztem Sex mit evtl. infizierten Partnern. vs.
Kondome im Vergleich zu allen anderen Verhütungsmethoden.

Ein sehr unfairer Vergleich.

Noch dazu kommt folgendes: Die Krankheit ist immer da, die Fruchtbarkeit nicht.
Trotzdem verlasse ich mich auf Kondome zur Verhütung, würde sie auch nehmen, wenn ich mit jemandem neu zusammen bin oder nur mal meinen Spaß habe. Nicht aber wenn ich wüsste mein Partner, mit dem ich zusammen bin (vielleicht sogar dauerhaft zusammen) hat HIV oder Hepatitis C, da würde ich mir trotz Kondomen sehr gut Überlegen, ob ich es überhaupt zu gefährlichen Praktiken kommen lasse.

Mit dem Restrisiko einer Schwangerschaft kann ich leben, mit dem für eine gefährliche Krankheit eher weniger.

Ich sehe es also von meinem Sicherheitsgefühl her ganz anders als es oft der Fall ist.
Aber ich verstehe das Denken, dass Kondome zur Verhütung von Krankheiten ok sind, zur Schwangerschaftsverhütung aber nicht, trotzdem.

Man würde sonst sicher gar kein Bewusstsein dafür schaffen können,das man sich beim GV vor Krankheiten schützen muss, wenn man auch über die Versagerquote von Kondomen spricht.
Auf der Seite der Aktion-Leben gibt es einen Interessanten Artikel dazu, die Seriosität sei mal dahingestellt.

Zitat:
In einer amerikanischen Studie wurden Paare, bei denen nur ein Partner AIDS-infiziert war, untersucht.13 Die Paare in der ersten Gruppe entschieden sich zur totalen sexuellen Enthaltsamkeit. In dieser Gruppe fand sich im Untersuchungszeitraum keine einzige HIV-Übertragung. Die zweite Gruppe entschloß sich, Sexualkontakte nur noch mit Kondomen zu haben. Hier waren bereits nach 15 Monaten 10% der vormals gesunden Partner angesteckt. Die dritte Gruppe hatte weiterhin sexuelle Kontakte ohne Kondome. In dieser Gruppe betrug die Ansteckungsrate nach 15 Monaten bereits 86%.

Quelle: http://www.aktion-leben.de/Sexualitaet/ ... /sld01.htm

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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 4. Dezember 2010 20:19 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 19. September 2007 20:15
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Alana hat geschrieben:
Und es ist eben nicht paradox, denn den Risikoreichen Sex verbieten kann man nicht, man kann nur dazu raten sich zu schützen. Wer würde die Kampagnen denn noch ernst nehmen wenn nur "kein Sex außerhalb von Beziehungen, in denen beide getestet sind" propagiert würde?

Ich verstehe schon, was du meinst. Ich hab ja auch nicht infrage gestellt, dass Kondome nicht hinreichend vor Krankheiten schützen.

Es ist und bleibt in meinen Augen aber paradox, dass mir der FA sagt "Sie haben einen neuen Partner? Sie verwenden aber Kondome, bist geklärt ist, dass Sie beide keinen Krankheiten haben, nicht wahr?" (es also als sicher propagiert), mir aber im Gegenzug zur Verhütung mit Kondomen sagt, dass das nicht sicher sei und ich mir doch mal Gedanken über die Pille machen sollte. ;-)

Alana hat geschrieben:
Kondome im Vergleich zu allen anderen Verhütungsmethoden.[/b]
Ein sehr unfairer Vergleich.

Es macht ja Kondome nicht unsicherer in der Verhütung, nur weil es sicherere Methoden gibt. *nixweiss* Der PI bleibt der gleiche, ob es nun die Pille gibt oder nicht.


Alana hat geschrieben:
Noch dazu kommt folgendes: Die Krankheit ist immer da, die Fruchtbarkeit nicht.

Das ist ja noch besser, wenn dass Verhütungsmittel Kondom in Hinblick auf Schwangerschaften nicht richtig sicher ist, dann dürfte ich es doch erst recht nicht bei einer so permanenten Bedrohung wie Krankheit benutzen. ;-)
Da das Kondom aber nunmal bei richtiger Anwendung fast absolut sicher vor Krankheiten schützt, muss ich doch im Umkehrschluss als fachkundiger Arzt auch annehmen, dass es ebenso fast absolut sicher bei Schwangerschaftsverhütung sein muss.

Ja, man kann zu noch sichereren Methoden raten (Pille bspw.), aber damit wird das Kondom noch nicht zur unsicheren Schwangerschaftsverhütung.

Alana hat geschrieben:
Mit dem Restrisiko einer Schwangerschaft kann ich leben, mit dem für eine gefährliche Krankheit eher weniger.

Warum verlässt man sich dann auf eine Barrieremethode, die doch gar nicht sicher vor Schwangerschaften schützt? Ist das dann nicht ziemlich leichtsinnig? ;-)


Man dreht sich da im Kreis, und deine Ausführungen erklären für mich noch immer nicht, warum nun dieser Unterschied gemacht wird. Im Gegenteil, in meinen Augen sprechen deine Argumente eher noch dafür, dass entweder Kondome zur Krankheitsverhinderung nicht so sicher sind, wie sie angepriesen werden (da die Gefahr ja permanent besteht, sich anzustecken, während die Fruchtbarkeit nicht immer da ist - aber schon bei seltener Fruchtbarkeit sind sie zu unsicher), oder sie eben einfach zur Verhütung von Schwangerschaften endlich als sichere Methode anerkannt und von den FA auch so vermittelt werden sollten (was meine Meinung ist).

Ich glaub, wir kommen da nicht überein. *freunde*


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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 4. Dezember 2010 20:37 
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nicht mehr ganz so neu

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Alana hat geschrieben:
Und es ist eben nicht paradox, denn den Risikoreichen Sex verbieten kann man nicht, man kann nur dazu raten sich zu schützen. Wer würde die Kampagnen denn noch ernst nehmen wenn nur "kein Sex außerhalb von Beziehungen, in denen beide getestet sind" propagiert würde?


Wir hatten im Rahmen der Ausbildung vor Kurzem einen Vortrag von der AIDS-Hilfe, laut diesem gelten sogar die von dir angesprochenen Sexualkontakte innerhalb einer festen Beziehung, in der beide getestet sind, als Risikokontakt, wenn kein Kondom verwendet wird. Kann ja immer sein, dass einer seit dem letzten Test fremdgegangen ist...

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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 4. Dezember 2010 20:57 
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mein Ex Frauenarzt hat damals ernsthaft zu mir gesagt: "Sie können doch nicht mit Kondomen verhüten. Kondome sind ein Zusatz zur Pille um Krankheiten vorzubeugen, aber sie dienen niemals zur alleinigen Verhütung. Wenn Sie keine Pille nehmen, werde Sie in den nächsten Monaten schwanger werden. Wollen Sie keine Pille mehr nehmen, mache ich nächsten Monat einen Termin für die 3-Monatsspritze"

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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 4. Dezember 2010 20:58 
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Ich dachte wir wären uns einig,dass die These: Kondome sind sicher als Schutz vor Krankheiten, nicht aber als Schutz vor Schwangerschaft nicht haltbar ist.


Es ist glaube ich wirklich der Grund,dass man den Menschen gefährliche Sexualkontakte nicht ausreden kann, man kann sie aber überzeugen dabei Kondome zu benutzen.

Was die Verbreitung im Gegensatz zum einfach nur Sex haben evtl mit anderer Verhütung schon deutlich senkt.

Gibt es hier aber jemanden der sich damit wirklich wohl fühlen würde, wenn er wüsste es geht tatsächlich um etwas? Sprich der Partner hat eine gefährliche sexuell übertragbare Krankheit, würde man sich dann tatsächlich wohlfühlen damit einfach Kondome zu benutzen?

Nochmal zum Thema wie es zu dieser Annahme kommt: Es wird oft empfohlen Kondome zusätzlich zur eigentlichen Verhütung zu benutzen, zur Erhöhung der Sicherheit, also als doppelter Boden zum anderen um Schutz vor Krankheiten zu bieten.
Ich denke hier geht es darum ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen und nicht um Tatsachen.

Keiner spricht über die tatsächliche Effektivität, wenn wirklich einer infiziert ist. Betont wird,dass es die einzige Möglichkeit ist sich zu schützen. Wohl auch weil man fürchtet nicht weit zu kommen, wenn man auch eine vorsichtigere Auswahl der Partner, oder Monogamie als Möglichkeiten aufzählt die das Risiko reduzieren. ( Meiner Biolehrerin bin ich aber dankbar,dass sie es trotzdem erwähnt hat) Denn das wäre zu viel Einmischung und auch zu sehr von altertümlichen Moralvorstellungen geprägt. So traut man sich nicht Jugendliche aufzuklären.

Hat irgend jemand mal in der Schule oder von den Eltern dazu gehört wie gut Kondome im Ernstfall wirklich gegen Krankheiten schützen? Oder wie es aussieht in einer längeren Partnerschaft in der einer Krank ist? Bekommt man Zahlen dazu,wenn man sie nicht sucht?
Mir wurde dazu nichts gesagt. Vielleicht mal der ein oder andere gut gemeinte Rat man sollte sich trotz Kondomen nicht so leichtfertig entscheiden mit wem man ins Bett geht. Mehr gab es nicht.

Aus den USA kennt es vielleicht der ein oder andere was passiert, wenn man die Effektivität von Verhütungsmethoden schon bei der Aufklärung infrage stellt. Hier ein Artikel dazu: http://www.sueddeutsche.de/karriere/sex ... s-1.690980
Und zwar haben die Jugendlichen dann überdurchschnittlich oft irgendwann Sex ganz ohne irgendwelche Maßnahmen zur Schwangerschafts- oder gar Krankheitsverhütung zu Ergreifen.

Das möchte man hier einfach nicht. Also werden Kondome als Schutz vor Krankheiten hochgehalten. Wenn man aber zur Verhütung kommt gibt es so viele Methoden die wieder als Überlegen gelten. Und dieses Ungleichgewicht bekommt man nicht unter einen Hut.

@Azmodea

Immer Kondome benutzen ist für mich trotzdem keine Option. In der fruchtbaren Zeit ja, aber bei einem festen Partner ist es mir persönlich schon wichtig sich ganz ohne etwas zwischen einem zu spüren. So viel Vorsicht möchte ich gar nicht praktizieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 4. Dezember 2010 21:06 
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NFP-Prinzessin

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Alana,
okay ich glaube, jetzt konnte ich deinen Gedankengang nachvollziehen. Hat bei mir offenbar einen Moment gedauert, zumal ich eben das hier
Alana hat geschrieben:
Ich dachte wir wären uns einig,dass die These: Kondome sind sicher als Schutz vor Krankheiten, nicht aber als Schutz vor Schwangerschaft nicht haltbar ist.

nicht so richtig rausgelesen hatte. Dein Standpunkt war mir irgendwie nicht ganz klar. ;-)

Du meinst also, dass FÄ vielleicht nicht wirklich sicher sind, dass Kondome sicher vor Krankheiten schützen, es aber trotzdem so anpreisen in Ermangelung an sichereren Methoden? Und da sie bei Kondomen noch sicherere Alternativen in petto haben, bieten sie diese eben dann in der Beratung an?


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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 4. Dezember 2010 21:13 
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Kurven-Rätslerin

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SWitch hat geschrieben:
Alana,
okay ich glaube, jetzt konnte ich deinen Gedankengang nachvollziehen. Hat bei mir offenbar einen Moment gedauert, zumal ich eben das hier
Alana hat geschrieben:
Ich dachte wir wären uns einig,dass die These: Kondome sind sicher als Schutz vor Krankheiten, nicht aber als Schutz vor Schwangerschaft nicht haltbar ist.

nicht so richtig rausgelesen hatte. Dein Standpunkt war mir irgendwie nicht ganz klar. ;-)

Du meinst also, dass FÄ vielleicht nicht wirklich sicher sind, dass Kondome sicher vor Krankheiten schützen, es aber trotzdem so anpreisen in Ermangelung an sichereren Methoden? Und da sie bei Kondomen noch sicherere Alternativen in petto haben, bieten sie diese eben dann in der Beratung an?


ich glaub ja trotzdem, dass auch der zusätzliche Verdienst mit der Pille eine gewisse Rolle spielt *undweg*

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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 4. Dezember 2010 21:16 
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NFP-Prinzessin

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Ja, da hast du sicher recht. Da es zu Kondomen zur Krankheitsverhütung kein Mittel gibt, dass sie gut verkaufen könnten, müssen sie ja dazu raten.

Aber wenn's um die Schwangerschaftsverhütung geht, da stehen ihnen ja lukrativere Methoden zur Verfügung. *zunge*


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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 4. Dezember 2010 21:33 
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NFP-Guru

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SWitch hat geschrieben:
Alana,
okay ich glaube, jetzt konnte ich deinen Gedankengang nachvollziehen. Hat bei mir offenbar einen Moment gedauert, zumal ich eben das hier
Alana hat geschrieben:
Ich dachte wir wären uns einig,dass die These: Kondome sind sicher als Schutz vor Krankheiten, nicht aber als Schutz vor Schwangerschaft nicht haltbar ist.

nicht so richtig rausgelesen hatte. Dein Standpunkt war mir irgendwie nicht ganz klar. ;-)

Du meinst also, dass FÄ vielleicht nicht wirklich sicher sind, dass Kondome sicher vor Krankheiten schützen, es aber trotzdem so anpreisen in Ermangelung an sichereren Methoden? Und da sie bei Kondomen noch sicherere Alternativen in petto haben, bieten sie diese eben dann in der Beratung an?



Nochmal, als Schutz vor Krankheiten gibt es nur überlegte Auswahl der Sexualpartner, Verzicht auf Praktiken mit Infektionsrisiko und Kondome. Es existiert kein anders Mittel
Und egal welche Sicherheit Kondome tatsächlich bieten, stehen sie eben dem einfach Sex haben ohne sich Gedanken zu machen gegenüber. Da haben sie natürlich einen sehr großen Vorteil. Wie groß der tatsächlich ist wird ja gar nicht thematisiert. Nehmen wir an es sind die 90% Sicherheit auf ein 15 Monate gerechnet. Im Gegansatz dazu stehen 86% die sich in der gleichen Zeit anstecken,wenn keine Kondome benutzt werden.
Es ist auf jeden Fall eine Wirkung da,aber ist die auch ausreichend wenn man sich nur darauf verlässt? Kann man es sich leisten auf Kondome zu vertrauen ein einer Beziehung mit einem infizierten? Ich könnte es nicht!

Wenn es um Kondome zur Verhütung geht unter der Annahme, dass beide gesund sind und nicht fremd gehen muss sich das Kondom mit Pille, Spirale, Hormonspirale,Implantat,Dia, Vaginalring,Drei-Monatsspritze,Gynefix, Femidom,Zäpfchen etc. vergleichen. Da ist einiges dabei bei dem man weniger falsch machen kann(Stichwort Anwender PI)
Außerdem ist es nicht für jedes Paar eine Möglichkeit immer ein "störendes Kondom" zu benutzen.

Was Ärzte warum empfehlen liegt wohl nicht ausschließlich an der Sicherheit. Das ist bei NFP ja auch so. Der PI überzeugt. Wie oft wird es empfohlen im Vergleich zur Pille?


OT: Es gibt Forschungsergebnisse die darauf hindeuten das Nonoxynonol-9 in sehr hohen Konzentrationen HI-Viren abtöten kann. Ob daraus je eine brauchbare Methode wird wird sich zeigen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 4. Dezember 2010 21:41 
still_searching hat geschrieben:
mein Ex Frauenarzt hat damals ernsthaft zu mir gesagt: "Sie können doch nicht mit Kondomen verhüten. Kondome sind ein Zusatz zur Pille um Krankheiten vorzubeugen, aber sie dienen niemals zur alleinigen Verhütung. Wenn Sie keine Pille nehmen, werde Sie in den nächsten Monaten schwanger werden. Wollen Sie keine Pille mehr nehmen, mache ich nächsten Monat einen Termin für die 3-Monatsspritze"


haha!! Echt schön, wie dieser Typ seine Patienten als mündige, eigenverantwortliche Menschen betrachtet... :lol:
*nichtallehaben*
Ist fast schon witzig. Wenn's nicht traurige Realität wäre. *teufel*


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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 8. Dezember 2010 00:27 
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NFP-Gräfin

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Zitat:
OT: Es gibt Forschungsergebnisse die darauf hindeuten das Nonoxynonol-9 in sehr hohen Konzentrationen HI-Viren abtöten kann. Ob daraus je eine brauchbare Methode wird wird sich zeigen.

Leider ist Nonoxynol aber wohl auch sehr zellschädigend, weshalb es als Kondombeschichtung auch stark in Verruf geraten ist.

On Topic: Ich denke ja, dass den meisten Frauenärzten dieser Widerspruch einfach nicht auffällt und sie nur das weiterplappern, was ihnen in Studium und Facharztausbildung eingetrichtert wurde. Man könnte jetzt sagen das läge daran, dass sie sich insgesamt sehr wenig eigene Gedanken machen, egal um was es geht (so kommt es mir jedenfalls vor), aber ich will ja mal nichts unterstellen *pfeif*

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Dank Minibiene eher unregelmäßig im Bild Zyklus
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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 8. Dezember 2010 01:41 
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NFP-Kaiserin

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honigbienchen hat geschrieben:
On Topic: Ich denke ja, dass den meisten Frauenärzten dieser Widerspruch einfach nicht auffällt und sie nur das weiterplappern, was ihnen in Studium und Facharztausbildung eingetrichtert wurde. Man könnte jetzt sagen das läge daran, dass sie sich insgesamt sehr wenig eigene Gedanken machen, egal um was es geht (so kommt es mir jedenfalls vor), aber ich will ja mal nichts unterstellen *pfeif*


Dann wäre es ja ein nettes Experiment, das als Totschlagargument zu verwenden. Wenn Kondome gegen Aids helfen, warum soll es dann bei der Verhütung so unsicher sein? Die Antworten und Gesichter dazu wären sicherlich sehr verschieden :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 8. Dezember 2010 11:49 
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NFP-Prinzessin

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NFP seit: 2007
Okay, ich verpflichte mich hiermit dazu, dem nächsten FA, der mir das erzählen will, mal mit diesem Argument zu kommen. :mrgreen: :twisted:


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 Betreff des Beitrags: Re: Auf Kondome ist Verlass - bei AIDS ja, bei SS nicht?
BeitragVerfasst: 8. Dezember 2010 18:53 
Bin auch dabei. *zustimm*


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