Ich war heute zur Dia-Anpassung bei
ProFamilia in Göttingen. Da mein Erfahrungsbericht sehr ausführlich ist, hier das
Kurzurteil für alle lesefaulen

- sehr sympatische Ärztin
- nimmt sich sehr viel Zeit für Fragen und Erklärungen
- passt mit Geduld und Sorgfalt an
- Kosten: 20€ für Anpassung und Nachkontrolle, Dia dort kaufen ist auch möglich, kostet 45€
- alles in allem sehr empfehlenswert
Und jetzt der ausführliche Bericht:Zunächst zum Drumherum: die Terminvereinbarung war problemlos, ich musste nur deswegen drei Wochen warten, weil dir Ärztin über Ostern im Urlaub war. Normalerweise geht es wohl sehr viel schneller, die Dame mit der ich den Termin vereinbart habe entschuldigte sich jedenfalls für die Wartezeit. Die Anpassung kostet inkl. Nachkontrolle 20€ - Studentenrabatt gibt's keinen, finde ich aber bei dem niedrigen Preis angemessen. Dia und Gel kann man dann auch direkt da kaufen, das Diafür 45€, das Gel (glaube ich) für 12€. Alternativ darf man aber auch das Probedia mit nach Hause nehmen, um sich dann erst zu entscheiden, ob und ob man überhaupt da das Dia kaufen möchte. Sie haben auch noch die "alten" Latexdias als Probedia da (davon habe ich jetzt eins zur Probe mit), können die aber wegen mangelnder Verfügbarkeit nicht mehr verkaufen.
Die Ärztin war mir spontan sehr sympatisch. Sie setzte sich erstmal mit mir an einen Tisch, um alle Fragen zu Verhütung, Dia, Sicherheit usw. zu besprechen. Nachdem ich relativ schnell erwähnt habe, dass ich hauptsächlich NFP mache und das Dia für die fruchtbaren Tage möchte, schien sie sehr erfreut und meinte, dann müsse sie mir ja nicht viel dazu erzählen, wann frau überhaupt wie fruchtbar sei und wie die Vorgänge im Körper sind. Nichtsdestotrotz hat sie sich im folgenden Gespräch unauffällig trotzdem versichert, dass ich wirklich Ahnung habe - fand ich gut. Und ich nehme an, wenn die Vorbildung nicht da gewesen wäre, hätte sie noch sehr viel mehr erklärt. Sie schien auch abklären zu wollen, wie hoch das Sicherheitsbedürfnis sei, ob es eine Katastrophe sei, wenn doch eine Schwangerschaft passierte. Gleichzeitig meinte sie aber auch, dass sie immer bittet sich zu melden, wenn man doch schwanger werden - und dass in den 17 Jahren, in denen sie Dias anpasst, grade mal 3 Frauen angerufen hätten, die aber alle selbst gesagt haben, dass sie es nicht so ernst genommen haben mit der Verhütung.
Zur eigentlichen Anpassung ging es dann hinter einen Raumteiler und auf eine "Antiquität", wie sie meinte - ein Untersuchungsstuhl aus den 50ern, "leider keine echte Antiquität". Sie zeigte mir erstmal die Dias, tastete, wie gut mein MuMu zu erreichen ist und fing dann mit dem 75er an. Da das spontan gedrückt hat, ging es eins runter zum 70er. Das saß, allerdings hatte sie Bedenken, ob es wirklich eingerastet bleibt. Sie ließ mich dann aufstehen, den Sitz testen und auch probehalber mal drücken - es rutschte in der Tat sofort aus der Schambeinfuge heraus, da offenbar meine Beckenbodenmuskulatur sehr kräftig ist ("eigentlich ja eine schöne Sache" sagte sie, "nur in diesem Fall natürlich unpraktisch"). Ein kurzer Test mit einem 65er zeigte, dass das auch nicht fester saß, dafür aber auf jeden Fall zu klein ist. Ich habe auch das selber rausnehmen und einsetzen geübt - kein Problem, da machen sich Menstasse und tägliches MuMutasten wirklich bezahlt. Wir waren uns aber beide einig, dass das Dia so sowohl mich wie auch meinen

stören wird (und das ein Verhütungsmittel keinen Sinn macht, wenn es unangenehm ist - das sei ja nicht der Sinn der Sache). Auf meine Frage, ob ein Dia mit einem festeren Federring denn möglicherweise weniger Probleme mache, holte sie dann noch ihre Sammlung von Latexdias heraus, testete wieder das 70er und ließ mich auch das selbst einsetzen und herausholen. Ein bisschen besser war es in der Tat und ich habe es jetzt zum praktischen Test ("aber ohne Orgasmus oder in den unfruchtbaren Tagen!") mitbekommen.
Wir wechselten im Anschluss daran noch einige Worte über Verhütung generell und darüber, wie schade es sei, dass überall nur Hormone als das allein seeligmachende angepriesen werden. Sie erzählte, dass die WHO empfiehlt, Hormone nicht länger als 5 Jahre am Stück einzunehmen - und das in einer Zeit, in der Mädchen ja oft schon mit 13/14 die Pille verschrieben kriegen, mit Anfang 20 dann eben locker schon zehn Jahre zusammen gekommen seien, was sie für richtig problematisch hält. Und dass der PI grade bei Kondom und Dia sehr problematisch sei, da häufig Frauen die ungewollt schwanger geworden seien, auf Nachfrage eben nicht sagten, dass sie nicht verhütet hätten sondern dass sie Kondom oder Dia (jedenfalls da, wo das noch verbreiteter ist) verwendet hätten. Inwieweit das statistisch stimmt kann ich natürlich nicht beurteilen, ich fand es aber einen interessanten Denkansatz.
Außerdem sagte sie, dass sie sich richtig freut, dass mal wieder eine Frau nach dem Dia frage - das komme nur noch so selten vor, weil auch die Frauenärzte ja immer zu Hormonen rieten und allenfalls mal Persona empfehlen (sic! so war es bei mir ja auch). Aus einem Nebenkommentar schließe ich außerdem, dass sie selbst ein Dia verwendet (und zwar noch ein Latexdia, was sie offenbar selbst viel besser findet). Und wenn sie eins anpassen würden, dann meist ohne Ahnung und mit Anpassungsset - hatte sie auch da und zeigte es, schien aber sehr wenig davon zu halten, weil man damit eben nicht wirklich das Einsetzen und die richtige "Positionierung" des MuMus üben kann.
Fragen zu Gel, Haltbarkeit und Einkaufsquellen beantwortete sie auch. Außerdem bat sie mich, ihr zu schreiben falls ich noch eine Quelle für Latexdias finde - dann würde sie offenbar auch wieder für den Verkauf in der Beratungsstelle welche bestellen. Sie erzählte auch, dass letztens schon eine Frau von Internetquellen erzählt hätte (da musste ich doch spontan an jemanden hier aus dem Forum denken

), die hätten aber dann nur noch Restbestände gehabt als sie geschaut hat.
Zur Nachkontrolle kann ich dann spontan mit dem (hoffentlich dann) bestellten kommen wenn will, soll nur vorher anrufen ob sie im Haus sei. Nur wenn ich noch mehr Fragen hätte, sei es sinnvoll einen Termin zu vereinbaren. Und wenn

und ich jetzt feststellen, dass das Dia generell nichts für mich ist, darf ich auch einfach das Probedia in den Briefkasten schmeißen.
Abschließend meinte sie noch, das sei so richtig schade, dass sie nicht ganz so begeistert vom Dia erzählen kann wie sonst, weil das bei mir so schwierig sitzt (auch die Latexvariante war ja nicht perfekt). Und sie hoffe, dass das doch klappt. Ich hoffe das übrigens auch!
