Einfach_Ich hat geschrieben:
Ich finde es schwer, den PI von Analsex zu berechen. Die Zahl heisst ja, dass von 100 Frauen die ein Jahr lang Methode xy anwenden so und so viele Frauen schwanger werden. Die allerwenigsten Frauen werden ja nur und ausschließlich AV haben, oder? Meistens hat man ja doch noch GV oder Petting in der Beziehung und oft hat man ja auch mehrere Sachen zu einem Anlass. Wie will man denn da sagen, wie viele der SS dem AV zuzuschreiben sind?
Da hast du zwar recht, andererseits wird bei anderen Methoden auch nicht miteingerechnet wie oft die Paare auf andere Praktiken als den GV ausweichen und gar kein GV stattfindet.
Und Grundsätzlich ist die "Verhütungsmethode" in diesem Fall Analsex statt vaginaler Verkehr. Trotzdem ungeschützter vaginaler Verkehr fällt in die Kategorie "Umsetzung nicht auf die Reihe bekommen".
PI Studien zur Mixanwendung verschiedener Methoden kenne ich nur von NFP (Enthaltsamkeit/ Barrieremethoden).
Alles andere bezieht sich auf Mehrfachverhütung also z.B. Pille und Kondom gleichzeitig. Es ist schwer einen Rahmen zu finden in dem man wirklich vergleichen kann.
Der Pearl Index oder 12 Monats Life Table Wert ist die beste Vergleichsmöglichkeit die wir haben, aber sie hat auch Fehler.
Z.B. ist die Methodensicherheit rein rechnerisch immer zu gut, weil Frauen die Anwendungsfehler machen und nicht schwanger werden nicht aus der Berechnung herausfallen. Die, die einfach Glück haben müssten für einen korrekten Wert eigentlich herausfallen.
Dann kommt noch dazu, dass nicht jede Methode bei jeder Anwendergruppe getestet wird und man deswegen als Laie oder bei fehlenden Angaben, die altersabhängigen Unterschiede in der Fruchtbarkeit oder z.B. bewiesene Fruchtbarkeit (Frau hat schon Kinder) nicht abschätzen kann.
Also z.B. die Annahme beim Lea, es wäre bei Frauen die noch nicht geboren haben deutlich sicherer, ist nicht so gut belegt wie das gerne behauptet wird. Ein Vergleich zwischen Frauen die Kinder haben und welchen die noch nie schwanger waren ist bei einer so kleinen Stichprobe nicht aussagekräftig genug. Außerdem hat man bei den Frauen die schon geboren haben einen Beweis, dass zumindest schonmal ausreichende Fruchtbarkeit gegeben war, während man es bei den anderen einfach annimmt und nicht überprüft.
Man muss sich da also doch etwas mehr dahinter klemmen, wenn man die Sicherheit einschätzen will.
Dann gibt es z.B. noch Unterschiede je nach Kultur, z.B. kommen viele Frauen in afrikanischen Ländern auf einen deutlich besseren PI bei der Billingsmethode als Europäerinnen, während es bei anderen Methoden wieder genau entgegengesetzt aussieht. Es spielt also sehr viel rein in die Sicherheit. Sich mit den Zahlen auseinandersetzen ist schonmal gut, sagt einem aber nicht alles was man wissen muss.