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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 12. März 2014 20:24 
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Moderatorin

Registriert: 2. Mai 2013 12:00
Beiträge: 1555
NFP seit: 5/2013
AkZee hat geschrieben:
Wie genau sind denn die Studien zu Pillen NWs ausgelegt? Welchen Zeitraum prüfen die? Was genau wird da überhaupt geprüft?
Hier kommt jetzt ein bisschen gefährliches Halbwissen, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es viele richtige Studien gibt, die die Nebenwirkung von Medikamenten gezielt untersucht. Meistens werden die vermutlich bei den eigentlichen klinischen Studien zur Wirksamkeit der jeweiligen Wirkstoffe "nebenbei" erfasst.
wikipedia Artikel Nebenwirkung hat geschrieben:
Pharmaunternehmen sind verpflichtet, alle bekannt gewordenen Nebenwirkungen eines Medikaments, unabhängig von seiner Kausalität, zu sammeln, auszuwerten und ggf. in der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (in Deutschland: Fachinformation) sowie im Beipackzettel anzugeben. Gemäß § 84 Arzneimittelgesetz (AMG) haftet der Hersteller für alle nicht in diesen Produktinformationen angegebenen Nebenwirkungen.
Ich könnte mir vorstellen, dass einige Nebenwirkunegn (besonders die, die nach langer Zeit auftreten), nicht in der Packungsbeilage auftauchen, weil sie von den Patienten nicht gemeldet werden. Ich z.B habe meiner FA bisher nicht mitgeteilt, welche langfristigen NW ich durch die Pille hatte. Und wenn ich es tuen würde, wäre halt auch noch die Frage, ob sie diese Information an die entsprechende Stelle weiter leiten würde ;-)
AkZee hat geschrieben:
Es kamen hier einige Stimmen, die dieses Wissen mit Atomphysik und ähnlichem verglichen und es daher als unmöglich beschrieben haben, dass jede Frau das verstehen könnte. Sorry, aber das ist doch absoluter Unsinn.
Niemand verlangt, dass man die Wirkungsweise der Pille auf Hormoneebene verstehen muss. Aber es ist ja wohl im Bereich des Möglichen, das JEDER versteht, dass die Pille den natürlichen Zyklus komplett unterbricht, den Eisprung dauerhaft unterdrückt und keine normale Menstruation mehr stattfindet. Dazu gehört nun wirklich kein Diplom.
Aber allein dieses absolute Basis-Wissen ist ja schon so derart wenig verbreitet, dass es wirklich erscheckend ist!
Ich bin überzeugt davon, hätten tatsächlich alle (oder zumindest eine deutliche Mehrheit) dieses Wissen, dass dann vielen auch deutlich klarer wäre, dass diese jahrelange Pilleneinnahme vielleicht doch nicht sooooo harmlos ist, wie man gerne hätte. Gerade für junge Mädchen mit unausgereiften Zyklen.
Ich finde, dass es häufig ein grundsätzliche Problem in der Einstellung gegenüber der Einnahme von Medikamenten gibt. Diese "2 Paracetamol sind besser als 1", "ich hab' Schnupfen - ich brauche Antibiotika", "schadet ja alles nicht" macht viele irgendwie beratungsresistent. Da kann der Arzt manchmal die ganze Packungsbeilage rauf und runter beten und der Patient schmeißt es trotzdem ein. Ich kann mich ehrlich gesagt auch nicht davon ausschließen. Als ich die Pille wollte, wollte ich die Pille. Ich wusste (mehr oder weniger) wie sie wirkt und welche NWs es geben kann. Hat mich aber nicht so richtig interessiert. Ich bin aber grundsätzlich auch für mehr kritische Aufklärung in der Hinsicht. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob mich z.B jemals einer meiner FAs gefragt hat, ob ich rauche. Insgesamt finde ich aber, dass es eine geteilte Verantwortung von allen gibt, Ärtzen, Apothekern und Patienten.

_________________
Uschi --> unterwegs mit #1 (6/2018) und #2 (6/2022)


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 12. März 2014 20:31 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 13. März 2012 23:13
Beiträge: 732
NFP seit: 03/2012
@Seepferdchen
Inwiefern ist das egal? *kopfkratz* Wenns um Fakten und die tatsächlichen realen NWs eins Medikaments geht, dann sollten Placebo-Effekte bitte ausgenommen sein.

@Samson
Ich bin z.B. ein extremer Nocebo-Mensch. Ich will das überhaupt nicht, aber ich bin extrem anfällig dafür... *ko*

@Uschi2407
Mit der grundsätzlichen Einstellung zu Medikamenten hast du wohl (leider) absolut recht.
Ich denke das kommt auch durch falsche Rückschlüsse, wenn man es einmal probiert hat und dann nichts passiert ist. Da verliert man sehr leicht den Bezug zur realen Gefahr. (Passt z.B. auch perfekt zum Thema Verhütungsmythoden ;-) "Das hab ich schon oft gemacht und es ist nie was passiert." oder gleich "Bei einem mal wird schon nichts passieren.")


Edit: Sollte eigentlich "Verhütungsmythen" heißen, aber die Wortneuschöpfung "Verhütungsmythoden" passt irgendwie auch ganz gut. *lach*

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...ist inzwischen schon im 5. NFP-Jahr: Bild :shock:


Zuletzt geändert von AkZee am 12. März 2014 20:34, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 12. März 2014 20:33 
Akzee, das stimmt. Aber das meinte ich nicht: Egal ist es, warum es der Patientin ohne Pille besser geht. D.h., ob sie nun wirklich an Symptomen gelitten hat oder sie sich eingebildet hat, ist für die Patientin irrelevant. Für den Wissenschaftler natürlich nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 12. März 2014 22:28 
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Inventar

Registriert: 24. August 2010 14:19
Beiträge: 2328
NFP seit: 2010
Seepferdchen hat geschrieben:
Ja, das stimmt. Daher bin ich dagegen, den Patienten "harmlose" Nebenwirkungen mitzuteilen (Libidoverlust o.ä.). Wichtig finde ich aber, dass man auf Thrombosen usw. hinweist und fragt, ob die Patientin raucht (das wurde ich damals beim Pilleverschreiben von diveresen Frauenärzten nur ein einziges Mal gefragt).

Ich finde, dass ein Libidoverlust keine harmlose Nebenwirkung ist. Wenn man sich überlegt, warum die Nebenwirkung auftaucht und was DHEA für Frauen ganz abgesehen von der Libido bedeutet, rückt der harmlose Libidoverlust plötzlich in ein ganz anderes Licht. Du schreibst es zwar in Anführungszeichen und ich kann mir auch vorstellen, warum (ich schreibe ganz schön in Orakeln, merke ich grade :-) ), aber ich finde inzwischen keine Nebenwirkung der Pille mehr harmlos. Vielleicht sind die Nebenwirkungen nur deshalb so harmlos, weil sie nicht tödlich sind - aber ich tue mich grad sehr schwer damit, sie dennoch als harmlos abzutun.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 12. März 2014 22:31 
Du hast mich richtig verstanden, genau deswegen habe ich harmlos in Anführungszeichen geschrieben. Jede Frau empfindet andere Nebenwirkungen als weniger schlimm. Oder eben auch keine.


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 13. März 2014 09:54 
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wohnt hier

Registriert: 5. Oktober 2010 09:25
Beiträge: 1719
Dem stimme ich zu. Ich habe sehr lange meine NWs vom Nuvaring verdrängt, weil sie für mich "harmlos" waren und ich war mir auch nicht sicher ob sie wirklich damit zu tun haben. Aber Thrombose lässt sich dann doch schwer ignorieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 13. März 2014 10:11 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 28. Oktober 2012 21:11
Beiträge: 357
NFP seit: Herbst 2012
AkZee hat geschrieben:
Soweit ich das hier mitbekommen habe, ist es ja sogar recht häufig so, dass die eigentlichen NWs erst nach 1-2 Jahren Einnahme auftauchen. Eine dann verschriebene andere Pille bringt oft erstmal Besserung, bis es nach einem längeren Zeitraum dann doch wieder abwärts geht.
Wie genau sind denn die Studien zu Pillen NWs ausgelegt? Welchen Zeitraum prüfen die? Was genau wird da überhaupt geprüft?

Stimmungsveränderungen, Lustlosigkeit und Co, das halte ich für extrem schwierige Symptome um sie als NW eines Medikaments nachzuweißen. Auch wenn viele hier es beschwören würden.
Gerade wenn es um langsam erwachsen werdende Mädchen geht, dann sind Stimmungsschwankungen, Wesensänderungen und Körperveränderungen (z.B. Gewichtszunahme) ja nun wirklich nichts besonderes. Und Lustlosigkeit entgegen einer früheren totalen LO-Phase ist in einer länger andauernden Beziehungen auch vollkommen normal. Ich z.B. habe, ohne jemals die Pille genommen zu haben, auch all diese "Symptome" gehabt.
Und nur weil sich so manches zum besseren verändert, wenn man die Pille absetzt, ist das noch lange kein Beweis. Vor allem dann nicht, wenn es nach dem Absetzen noch eine Weile dauert bis die Besserung eintritt. Vom Placebo-Effekt mal ganz zu schweigen.
Einen Beweis hätte man vielleicht dann, wenn nachweißlich alle (alle!) anderen Parameter gleich blieben und idealerweiße in einer On-Off-Einnahme ein direkter Zusammenhang zwischen Symptom und Pilleneinnahme nachgewiesen werden könnte. Aber das ist fast unmöglich.

Es gibt tatsächlich da einige methodische Schwierigkeiten. Eigentlich sollten neue Medikamente randomisiert (Versuchspersonen werden zufällig verschiedenen Bedinungen zugewiesen) und doppelblind (weder Ärztin noch Teilnehmerin wissen, ob ein Placebo oder das echte Medikament genommen wird) getestet werden. Alle Frauen müssten also zusätzlich mechanisch verhüten. Die klinische Wirksamkeit kann man so aber nicht erfassen. Um ein umfassendes Bild über die Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel zu erhalten, müsste die Studie außerdem mehrere Jahre laufen. Außerdem ist Verhütung und die Frage, ob man ein Kind kriegen möchte etwas so persönliches, dass es wahrscheinlich 1. schwierig und teuer ist, Versuchspersonen zu finden, die das über Jahre mitmachen und 2. möglicherweise die Ethikkomission die Zustimmung verweigert.
So eine Studie wäre also langwierig, teuer und kompliziert. So lange da niemand zu gezwungen wird, wird das auch keiner durchführen (würde ich als Pharmafirma auch nicht machen) *nixweiss*

Das normale Vorgehen ist, Probandinnen anzuwerben, die gegen eine Aufwandsentschädigung für 6 Monate mit einem neuen Präparat verhüten und dann alle Nebenwirkungen angeben, die sie an sich bemerkt haben. Ich halte das bei der Erfassung von Nebenwirkungen für sehr ineefektiv, wenn nicht gar fahrlässig.

Samson hat geschrieben:
Aber so wie der Placeboeffekt eine Rolle spielt tut es auch der Noceboeffekt. (Neulich wurde bei uns gerade dies besprochen...häufig ist es "schlecht" den Patienten gleich die NW mitzusagen, weil sie das Medikament dann nicht nehmen wollen und sich die NW gleich von Anfang an "einbilden". )

Bevor mich jetzt wieder jemand falsch versteht..siehe Anführungszeichen - sind Worte jetzt einfach formuliert.
Für mich war das ein ausschlaggebender Grund, nicht die Pille zu nehmen. Nachdem ich die Packungsbeilage gelesen hatte, wusste ich dass ich mir die Nebenwirkungen, wenn sie nicht von selbst auftreten, auf jeden Fall einbilden werde. Und das ist erwiesenermaßen genau so schlimm :lol:
Bei einem Medikament, wo man die Wahl hat, es zu nehmen oder auch nicht (=Pille) finde ich das aber richtig und wichtig.

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Auf ins Leben mit Schnuff und Knuff (*07/24)


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 16. März 2014 11:24 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 16. August 2005 23:04
Beiträge: 5884
Mmh, ich denke gerade noch in eine andere Richtung. Als ich 17 war und die Pille bekam, habe ich sofort genau die PB studiert, weil mir Medikammente schon immer suspekt waren. Und ich habe "Libidoverlust" auch gelesen, bevor ich die erste Pille eingeworfen hatte. Als dann nach ca. einem Jahr Einnahme der Libidoverlust relativ schlagartig anfing, ich 3-5 Kilo zugenommen hatte, obwohl das für mich unüblich ist war für mich klar, dass es von der Pille kommt. Aber die Aufklärung war nie das Problem, sondern das Gefühl von dem soziale Zwang, der Alternativlosigkeit. Es gab für mich nur ein sicheres Verhütungsmittel und nach ausführlichen Recherchen wurde mir klar, dass Präparatswechsel mir nicht helfen können. Ich wusste, dass ich quasi eine Rebellenhaltung einnehme, weil ich mich gegen das, was mir Gesellschaft, Eltern und mein Arzt dringend angeraten haben, "verstoßen werde". Und daher habe ich nochmal 1,5 Jahre gebraucht, bis ich sie abgesetzt habe.
Ich frage mich, ob es nicht anderen auch so geht, dass die Hemmschwelle, aus dieser sicheren Schiene "auszubrechen" sehr hoch ist, auch wenn sie intuitiv wissen, dass Hormone nicht ihr Ding sind. Ich beobachte häufig "kleinere" NW oder einfach eine Pillenmüdigkeit im Freundeskreis, doch der Schritt, sie abzusetzen, wird mit ganz vielen Ausreden gerechtfertigt. Da ist viel Angst dabei, was passieren könnte. Noch schwerer werden sich die Mädchen tun, die den hormonellen Eingriff ablehnen, aber die Pille perfekt vertragen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 16. März 2014 12:07 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 27. Juli 2009 17:25
Beiträge: 337
NFP seit: 07/09
Estreya hat geschrieben:
Aber die Aufklärung war nie das Problem, sondern das Gefühl von dem soziale Zwang, der Alternativlosigkeit.

War bei mir ebenso. Ich hatte auch als erstes die PB gelesen, aber das tue ich eben immer. Und wirkliche Nebenwirkungen hatte ich kaum. ich hab halt die ersten 3 Monate mit der einen Pille plötzlich viel Bauch angesetzt (bei sonstigem Untergewicht), aber nach einem Pillenwechsel war zumindest diese starke, plötzliche Zunahme weg. Und Libidoverlust etc gab es bei mir nicht.
Wirklich glücklich war ich mit der Pille insgesamt nie, aber ich hatte quasi keine Alternative (Kondome nerven mich auf Dauer irgendwie...).

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Pillenfrei seit 10/07, NFP seit 07/09 in Zyklus Nr.Bild, mittlerweile auf Papier mit gelegentlichem Nachtrag ins KurvenReich
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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 26. März 2014 20:23 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 21. September 2012 11:35
Beiträge: 306
Zitat:
Ich frage mich, ob es nicht anderen auch so geht, dass die Hemmschwelle, aus dieser sicheren Schiene "auszubrechen" sehr hoch ist, auch wenn sie intuitiv wissen, dass Hormone nicht ihr Ding sind. Ich beobachte häufig "kleinere" NW oder einfach eine Pillenmüdigkeit im Freundeskreis, doch der Schritt, sie abzusetzen, wird mit ganz vielen Ausreden gerechtfertigt. Da ist viel Angst dabei, was passieren könnte. Noch schwerer werden sich die Mädchen tun, die den hormonellen Eingriff ablehnen, aber die Pille perfekt vertragen.


du sprichst GENAU an was ich selbst empfunden habe und auch meine Schwestern/Freundinnen. Ich hatte sogar Bluthochdruck (nin schlank und sportlich) und ich konnte mich nicht "überwinden" die Pille abzusetzen. Ich habe sie sogar genommen obwohl ich Single war. Als ich mit meinem Freund zusammen kam (wir waren davor sehr gut befreundet) war er richtig geschockt, dass ich die Pille nehme, denn ich habe immer so negativ von ihr geredet und er selbst fande sie dann auch nicht mehr gut. Ich rechtfertigte mich mit so sachen wie "ich kann meine Regel planen" oder "ich habe früher immer soo arg geblutet".Er sagte mir dann immer wieder ich solle sie absetzen - ohne ihn würde ich sie wahrscheinlich immernoch nehmen so wie viele meine Freundinnen und bei meinen Schwestern(wobei meine Schwestern beide mit Anfang 30 es sich getraut haben - nach über 15 Jahre gemeckereüber die Pille ;) ). Alle finden sie die Pille an sich doof aber sie denken sie haben keine Alternativen...das habe ich sehr oft beobachtet.
Sich daraus zu befreien hat glaube ich schon auch etwas mit Erziehung und Einstellung zu tun. Man muss sich selbst zutrauen SELBST zu wissen was für einen gut ist und was nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 26. März 2014 20:30 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 13. März 2012 23:13
Beiträge: 732
NFP seit: 03/2012
*SteffiHerz* hat geschrieben:
Man muss sich selbst zutrauen SELBST zu wissen was für einen gut ist und was nicht.
:!: :!: :!:

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...ist inzwischen schon im 5. NFP-Jahr: Bild :shock:


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 28. März 2014 00:03 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 12. Juni 2009 17:51
Beiträge: 420
Samson hat geschrieben:
Düse hat geschrieben:
Aussagen, die sinngemäß "Wer die Packungsbeilage nicht liest / lesen kann, sollte die Pille nicht nehmen" enthalten, finde ich total daneben, eventuell sogar ableistisch und / oder klassistisch.
Meine Oma läuft mit jedem Brief, den sie von nem Amt, der Versicherung o.ä. bekommt, zu mir oder zu meiner Schwester, weil sie die Briefe nicht versteht. Wäre da die korrekte Antwort: "Dann sollte sie halt keine Rente kriegen / nicht krankenversichert sein!" ? Ich klaube nicht. Wenn eine Person etwas nicht versteht, hat sie mMn das Recht, dass es ihr erklärt wird. Auch die PB der Pille. Und dann kann sie die entsprechende Konsequenz daraus ziehen, sich also für oder gegen die Pille entscheiden.


Eben nicht - wenn sie die Briefe nicht versteht soll sie zum Experten (in diesem Fall die Beamten) und sich das erklären lassen.


Ich kann aber auch gut verstehen, dass viele Leute Ärzte als Experten sehen - im Fall Pille eben den Gynäkologen, der mir das Medikament ja verschreibt. Und wenn der mir dann erzählt, dass die Wirkweise der Pille eine vorgegaukelte Schwangerschaft ist oder dass meine Nebenwirkungen nicht von der Pille sein können, glaube ich als Durchschnittsbürgerin doch auch - welchen Grund habe ich denn, die Aussagen eines Halbgottes in Weiß, der ewig studiert hat, anzuzweifeln?
Vor allem, wenn das gesamte Umfeld dasselbe sagt.
Ich bin auch der Meinung, dass man für sich und seinen Körper Verantwortung übernehmen muss und sich ausreichend informieren soll. Aber wenn ich "bei Risiken und Nebenwirkungen meinen Arzt frage" und der Mist verzapft, kann ich als Laie das ja nicht wirklich nachvollziehen.
Ich glaube, gerade bei den hormonellen Verhütungsmitteln ist es sehr schwierig, an objektive/neutrale Infos zu kommen, das sollten wir nicht vergessen.

_________________
Das Pflichtgefühl erreicht Stellen im Hirn, da kommt Entspannung gar nicht hin. - Maximilian Buddenbohm


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 28. März 2014 10:21 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
Bei hormoneller Verhütung schwingen immer viele Dinge mit, die nichts mit Fakten zu tun haben bzw. nicht jede Frau betreffen.
Die Pille als Bedrohung für die Frau, die Pille als Befreiung der Frau, Frauen die (tatsächlich oder vermeintlich) zu "blöd" sind um anders zu verhüten. Eine große Selbstverständlichkeit, Resignation bei vielen Ärzten die die Pille mit dem Kommentar verschreiben "Gut finde ich Hormone nicht, aber ich kenne nichts besseres" oder "Wenn ich es nicht aufschreibe, dann macht es eben ein anderer Arzt"
Dann natürlich die Schwachstelle, dass hormonell verhütende Frauen öfter zum Arzt sollen/ müssen..

Die Möglichkeit die Pille jederzeit anwenden oder nicht anwenden zu können, keine Abhängigkeit vom Verhütungswillen das Partners (solange Frau sich mit den Hormonen arrangieren kann)

Sehr viele Punkte, die nicht wirklich einen neutralen Blick auf ein Medikament ermöglichen.

_________________
Die Erde ist ein Nudelsieb


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 28. März 2014 18:25 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 13. März 2012 23:13
Beiträge: 732
NFP seit: 03/2012
Antje hat geschrieben:
Ich kann aber auch gut verstehen, dass viele Leute Ärzte als Experten sehen - im Fall Pille eben den Gynäkologen, der mir das Medikament ja verschreibt. Und wenn der mir dann erzählt, dass die Wirkweise der Pille eine vorgegaukelte Schwangerschaft ist oder dass meine Nebenwirkungen nicht von der Pille sein können, glaube ich als Durchschnittsbürgerin doch auch - welchen Grund habe ich denn, die Aussagen eines Halbgottes in Weiß, der ewig studiert hat, anzuzweifeln?
Es besteht aber ein gewaltiger Unterschied darin, ob ich jemanden um Hilfe oder weitere Erklärungen bitte und derjenige es mir korrekt erklärt ODER ob derjenige Blödsinn antwortet.

Zitat:
Ich glaube, gerade bei den hormonellen Verhütungsmitteln ist es sehr schwierig, an objektive/neutrale Infos zu kommen, das sollten wir nicht vergessen.
Ich glaube das ist bei fast allem(!) so. :mrgreen: Vor allem wenn es um Dinge geht, hinter denen unterschiedlichste Interessen stecken.

Du hast nach einem Grund gefragt, warum man etwas anzweifeln sollte: Weil es nicht schaden kann.

_________________
...ist inzwischen schon im 5. NFP-Jahr: Bild :shock:


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsmythen
BeitragVerfasst: 31. März 2014 14:39 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 12. Juni 2009 17:51
Beiträge: 420
AkZee hat geschrieben:
Antje hat geschrieben:
Ich kann aber auch gut verstehen, dass viele Leute Ärzte als Experten sehen - im Fall Pille eben den Gynäkologen, der mir das Medikament ja verschreibt. Und wenn der mir dann erzählt, dass die Wirkweise der Pille eine vorgegaukelte Schwangerschaft ist oder dass meine Nebenwirkungen nicht von der Pille sein können, glaube ich als Durchschnittsbürgerin doch auch - welchen Grund habe ich denn, die Aussagen eines Halbgottes in Weiß, der ewig studiert hat, anzuzweifeln?
Es besteht aber ein gewaltiger Unterschied darin, ob ich jemanden um Hilfe oder weitere Erklärungen bitte und derjenige es mir korrekt erklärt ODER ob derjenige Blödsinn antwortet.


Aber wie soll ich das denn unterscheiden können als Durchschnittsfrau (die wohlgemerkt jahrelang in Schule/Familie/Freundeskreis dieselben Fehlinformationen erhalten hat)?

AkZee hat geschrieben:
Zitat:
Ich glaube, gerade bei den hormonellen Verhütungsmitteln ist es sehr schwierig, an objektive/neutrale Infos zu kommen, das sollten wir nicht vergessen.
Ich glaube das ist bei fast allem(!) so. :mrgreen: Vor allem wenn es um Dinge geht, hinter denen unterschiedlichste Interessen stecken.

Du hast nach einem Grund gefragt, warum man etwas anzweifeln sollte: Weil es nicht schaden kann.


Ich glaube, es ist aber den wenigsten bewusst, dass da so unterschiedliche Interessen dahinterstehen. Und ich weiß auch, dass es nicht schaden kann, Informationen anzuzweifeln, die von Gynäkologen kommen. Ich wage aber zu behaupten, dass die meisten Patientinnen keinen Grund dazu sehen (vor allem, wenn man bei evtl. Recherchen die Aussagen des Arztes bestätigt findet - die meisten Infoseiten im Internet sind ja von Pharmafirmen, ohne, dass man das so schnell sieht).

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