Radkappe hat geschrieben:
Weil hier von Temperaturmethode die Rede ist - das verwirrt mich etwas, oder viel mehr hätte ich erwartet, dass jemand schreibt, dass diese im Gegensatz zur symptothermalen Methode nicht sicher ist. Ich bin evtl. nicht mehr ganz up-to-date, aber damit liege ich doch richtig? Für mich ist die Temperaturmethode eine von vielen der "natürlichen" Methoden, die eben nicht sicher sind, weil sie nicht alle wichtigen Komponenten (Temperatur, Schleim, Körperbeobachtung) beinhaltet.
Ohne nochmal nachzuschauen, ich meine, dass die reine Temperaturmethode Voraussetzungen für den Temperaturanstieg hat, die viele Zyklen nicht auswertet machen würden, die mit der STM durch das zusätzliche Östrogenzeichen Auswertung werden.
Ich meine, dass es um den erforderlichen Temperatursprung bzw die Niveauunterschiede von TL und HL bzw der Abstand zur Hilfslinie bei der Auswertung einen sehr viel höheren Unterschied aufweisen müssen/muss. Werden die Tegeln der reinen Temperaturmethode eingehalten, gilt sie meine ich als recht sicher, aber wie erwähnt ist die Anwendung für viele nicht geeignet, die STM ist sehr viel inklusiver.
Zu sagen, dass man auf die Beobachtung und Dokumentation des Östrogenzeichens (ZS oder Muttermund) verzichtet, weil man ja nicht verhütet, hat aber eben auch zur Folge, dass man durch diese Unvollständigkeit eben nicht sicher nachweisen kann, dass der ES vorbei ist. Damit ist jede Spekulation hinfällig. Selbst bei bestem Körpergefühl und reichlich Erfahrung bleibt es eine Mutmaßungen und kein Nachweis.
Und Mutmaßungen ohne Nachweise anzustellen, über etwas, was zum jetzigen Zeitpunkt wissenschaftlich erwiesen nicht sein kann, ist müßig.
Die Regeln der STM decken sämtliche Möglichkeiten und Zusammenhänge ab, die individuellen Einflussfaktoren muss man kennenlernen. Die Selbstwahrnehmung wird sehr geschult, Achtsamkeit und Vorsicht gegenüber Kuriositäten, Unstimmigkeiten und Wunschdenken postuliert. Die Realität ist entscheidend, nicht die hübsche oder hübsch frisierte Kurve, die erwünschte oder erwartete Auswertung.
Für mich war es immer schwer verdaulich, wenn mein Temperaturanstieg vor dem gefühlten ES stattfand, was bei sehr ruhigen Kurven durchaus vorkam. Der Auswertungszeitraum ist ja aber nichts anderes als ein ES-Aufenthaltswahrscheinlichkeitsbereich, keine genaue Tagbestimmung, und schon gar nicht mit dem Tag vor der ehM gleichzusetzen, auch wenn das statistisch nicht selten vorkommt.
Ich hab auch schon innerhalb meines TL-Niveaus auswerten können, da steht aber auch in den Regeln klar drinne, dass die bekannten Niveaus zu beachten sind. Und auch, dass sie sich verschieben können. Hier aber auch als gesamtes, nicht nur für einen Zyklus. Und Temperaturniveau ist ein Bereich, innerhalb dessen es zu Schwankungen kommen kann. Für Tempersturerhöhungen und Störfaktor gibt es zurecht strenge Regeln.
Ich Messe seit Jahren nicht, habe aber sehr eindeutige Muster, die mich mutmaßen lassen wann ein ES ist und die dazu kalkulierte typische HL-Länge lässt mich recht zuverlässig den Mensbeginn vorhersagen. Aber es bleibt eine Mutmaßung, dass ein ES stattgefunden hat, nachweisen kann ich es nicht.
Es kommt extrem häufig vor, dass in den Medien falsche und unvollständige Informationen zur STM verbreitet werden. Im journalismus fehlt sehr häufig die Zeit, thematische in der Tiefe zu recherchieren, und häufig wird von anderen Artikeln abgeschrieben, ohne deren Wahrheitsgehalt zu verifizieren. Und spektakuläre oder reißerische Titel generieren mehr Aufmerksamkeit.