Ich habe kürzlich zwei Artikel gelesen, wie die Hormonumstellung der Wechseljahre das Gehirn und Gedächtnis beeinträchtigt und dadurch das Risiko für Alzheimer-Demenz erhöht:
Spektrum der Wissenschaft:
Menopause und Alzheimer: Wie hängen Wechseljahre und Demenz zusammen?GEO:
Die mentalen Folgen der WechseljahreSehr kurz zusammengefasst:
Unter anderem Frauen mit einer kürzeren reproduktiven Phase (Zeitraum, in dem man einen Zyklus hatte), mit Diabetes/Stoffwechselproblemen, Stress, Schlafstörungen, Depressionen, Fettleibigkeit, schlechter Ernährung oder mit einer einzigen Kopie des ApoE4-Gens können ein erhöhtes Risiko für Alzheimer haben (genauer ist das im Artikel beschrieben).
Die Demenz tritt oft 20 Jahre nach den Wechseljahren auf, es ist aber während der Wechseljahre, dass das Gehirn geschädigt wird.
Ob eine Hormonersatztherapie gegen Demenz hilft, weiß man noch nicht. Falls sie hilft, sollte man sie aber frühzeitig (innerhalb von fünf Jahren nach der letzten Menstruation) starten.
Spektrum hat geschrieben:
»Die Take-Home-Message ist, dass das Erhalten der metabolischen Gesundheit auch die kognitive Gesundheit erhält«, schließt Brinton. »Man kann das biologische Geschlecht, das Alter oder die Genvariante nicht ändern – aber die metabolische Gesundheit und damit das Risiko.«
Mosconi sieht das ähnlich. Jeder, vor allem Frauen in ihren Vierzigern oder Fünfzigern, sollte »die eigenen Kennwerte kennen«, sagt sie und meint damit den APOE-Status, Stoffwechselprofile, Blutwerte, sogar Hirnscans, insbesondere deren geschlechtsspezifische Marker. »Ich hoffe, dass Hirnscans bei allen Frauen (und Männern) mittleren Alters Teil der Vorsorgeuntersuchungen werden, so wie wir Brüste und Gebärmutter untersuchen lassen«, sagt sie. Das Mantra ist »Vorsorge«, ein Wort, das einst nur selten mit Alzheimer gepaart war.
Ob die Hormontherapie dazuzählen sollte, bleibt umstritten. Doch die Präzisionsmedizin mit ihren genetischen Tests und Datenanalysen bewege sich in diese Richtung, sagt Brinton. Ärzte könnten bald Präzisionstherapien vorschreiben, die auf Risikomarkern basieren, wie dem APOE-Status, Anzahl der Geburten, Wechseljahresbeschwerden und anderen Faktoren. Außerdem werden neue Varianten der Hormontherapie entwickelt.
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In der Zwischenzeit ist Prävention nach wie vor unerlässlich: Zu den Empfehlungen gehören eine zuckerarme, pflanzliche Ernährung mit wenigen Trans- und gesättigten Fetten, dazu körperliche Aktivität, wenig Stress und jede Nacht sieben Stunden gesunder Schlaf, insbesondere für Frauen in der Lebensmitte.
GEO sagt noch:
GEO hat geschrieben:
Auf der Suche nach alternativen Präparaten experimentieren Pharmakologen zudem seit einigen Jahren mit einer weiteren, hochwirksamen Gruppe von Substanzen, sogenannten SERMs (von engl. „Selective Estrogen Receptor Modulators“), die ähnlich wie Östrogene das Gehirn stimulieren, aber nicht die bedrohlichen Nebenwirkungen zeigen.
Die Ergebnisse lassen hoffen, dass eines Tages ein effektives und nebenwirkungsarmes Mittel zur Verfügung stehen könnte, das die Folgen des Östrogenschwundes im weiblichen Gehirn abmildert und auf diese Weise einer Demenz vorbeugt.
Doch so betrüblich es klingen mag: Bis eine derartige Behandlung ausreichend getestet ist und Marktreife erlangt, werden wohl noch Jahrzehnte vergehen