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Hallo zusammen,
Ich habe noch nicht abgestimmt, bin aktuell noch am Abwarten. Bin nun bei ZT 165. Allerdings habe ich dazu viele schwierige Gedanken, und wollte euch mal dazu befragen. Und zwar: Auf der einen Seite bin ich sehr froh, dass sich mein Zyklus so viel Zeit lässt, denn ich genieße es sehr, keine Periode zu haben. Die war bei mir bisher immer mit sehr vielen Schmerzen verbunden (vor der Pille noch schlimmer als währenddessen). Da habe ich natürlich große Angst davor, dass die wiederkommen. Bisher hat meine Periode auch dazu geführt, dass ich immer mindestens einen Tag, manchmal zwei, ausschließlich im Bett verbringen kann, trotz Schmerzmittel. Das führte dann wiederrum zu starken Selbstzweifeln und Minderwertigkeitsgefühlen ("Ich bin nicht so gut wie die anderen Frauen", "Mein Arbeitgeber wird mich hassen, wenn er das weiß, und wenn ich mich regelmäßig krank melden muss", "Ich kriege keinen Job" so Zeug...). Unter der Pille konnte ich diesen "Bauchwehtag", wie ich ihn irgendwann nannte, immer gut planen und legte ihn auf Sonntag, damit es in der Arbeit nicht auffällt, dass ich regelmäßig fehle. Das "löste" zwar das berufliche Problem, machte mich aber persönlich unglücklich/wütend/traurig ("Wieso muss ich 13 Tage meiner Freizeit Pro Jahr für eine biologische Willkür opfern?!" "Und dann auch noch bei biologischer Nutzlosigkeit der Abbruchblutung!"). Alle vier Wochen das gleiche depressive Gedankenspiel. Ich habe schon sehr viele Dinge (Akkupunktur, Akkupressur, Tapes, Nahrungsmittel wie Magnesium oder Ingwer, irgendeinen Tee, TENS und auch Homöopathie) versucht, um meine Schmerzen zu lindern, mit mäßigem Erfolg. Am besten war bisher der homöopathische Ansatz, seit Ausbleiben der Periode konnten wir daran natürlich nicht mehr arbeiten. Vor dem Absetzen der Pille war mein größtes Argument dafür, sie weiterzunehmen, auch genau diese Angst, beruflich auszufallen. (Tjaja, die Leistungsgesellschaft hat mich gut im Griff.) Außerdem stand Anfang letzten Jahres dann mal der Verdacht auf Endometriose im Raum. Da ich mich bisher auch nicht durchringen konnte eine Bauchspiegelung machen zu lassen, habe ich aber keine Diagnose. So, da sind nun also diese starken negativen Gefühle im Raum, die ich mit meiner Periode verbinde. Insgeheim bin ich ab und zu auch "stolz" dass sich mein Körper genauso gegen meine Periode zu wehren scheint wie ich, und es nicht passieren lässt...? Da wäre meine erste Frage: Denkt ihr, dass es möglich ist, dass der Körper da manchmal unterbewusst Einfluss haben könnte?
Letztens hatte ich ein paar kleine Anzeichen (Mittelschmerz, mir bisher unbekannte Brustsymptome, besserer Schleim; nur die Temperatur bleibt immer auf selbem Niveau), die mich befürchten ließen, dass "es" bald losgeht, und ich habe schon ziemlich Angst bekommen. Ich habe nicht vor, meinen Zyklus mit irgendwelchen Mitteln "auslösen" zu lassen, das wäre die letzte Idee, die mir in den Sinn käme. Außer irgendwann spricht gesundheitlich etwas dagegen, länger zu warten. Zweite Frage: Kann ich mir gesundheitlich damit schaden, auf meine Periode/meinen Zyklus zu warten? Bisher verstehe ich das Ausbleiben als ein Symptom dafür, dass irgendetwas nicht "normal" ist (kann ja auch einfach noch wegen der Pille sein), aber nicht als eine "Ursache", die man bekämpfen müsste (hoffe dieser Unterschied ist verständlich), und sehe deshalb keinen direkten Handlungsbedarf. (War vor zwei Wochen bei meiner FÄ, und die meinte auch, ich brauche mir keine Sorgen machen, die Dauer sei noch im Rahmen. Wenn bis zum Herbst nichts passiert, können wir ja mal irgendwas machen.) Habe mal gelesen, dass es nicht gut ist, wenn sich zu viel Schleimhaut aufbaut, und nicht regelmäßig wieder abgestoßen wird. Sowas wäre ja dann eher ein gesundheitlicher Schaden, den man verhindern sollte? Kenne mich da nicht so aus, aber das hätte meine Frauenärztin doch wahrscheinlich gesagt?
Schlussendlich ist mir bewusst, dass es nicht so "gut"/"gesund" sein kann, diesem, ich nenne es jetzt mal "körpereigenen biologischen Prozess" so negativ gegenüberzustehen. Manchmal denke ich, ich hasse meine Tage und will dass sie nie wiederkommen. Ich glaube aber, dass es gut wäre, eine positivere Einstellung dem ganzen gegenüber zu gewinnen. Ich würde gerne mit ihr Frieden schließen... Hier meine dritte Frage: Habt ihr Tipps oder Ratschläge, wie ich allmählich eine bessere Einstellung zu meiner Periode gewinnen kann? Und jetzt bitte kein "Jetzt stell dich nicht so an" oder "Ohne Periode fühlt man sich doch als Frau nicht komplett" oder irgendetwas in die Richtung. Ich fürchte ich muss da in gaaanz kleinen Schritten vorwärtsgehen, oder dem irgendetwas positives abgewinnen können. Seht ihr in eurer Periode etwas Positives, das ich mir abschauen könnte? (Ok klar, es ist ein Zeichen, dass mit dem Zyklus alles rund läuft, aber irgendwie ist mir ein Zyklus gegenüber dem vielen Negativen nicht wert. Das klingt irgendwie hart, tut mir leid. Daraus liest sich vielleicht, dass bei mir kein KiWu besteht, und ich mir bisher auch nicht vorstellen kann, das der mal kommt. Bin aber erst 24.)
Ich würde mir wünschen, dass jemand Verständnis für mich hat, aber ich habe Angst, dass ich dafür verurteilt werden könnte, was ich denke und fühle, denn ich weiß, dass die meisten sich ja doch wieder ihren Zyklus zurückwünschen, ich bin eher das Gegenteil... Sagt mir bitte, wenn ich hier nicht am richtigen Ort bin damit. Das waren jetzt meine verschiedenen Gedanken zu diesem Thema. Tut mir leid, wenn es zu viel ist...
PS: Ich lese schon die letzten Monate in diesem Forum mit, und finde es ganz großartig! Danke, dass es das gibt und ihr alle hier seid!
_________________ pp seit 11/2017. NFP zur Verhütung. Nutze hauptsächlich die myNFP App, daher ist das KurvenReich nicht immer up to date. Baue jetzt auch ein eigenes kleines Gedankenhaus (meine Seite). 
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