Ich wage es mal, meine Gedanken hier zusammenzufassen, in der Hoffnung auf regen Austausch.
Ich habe nie die Pille genommen, anfangs aus dem diffusen Gefühl heraus, dass Sexualhormone für körperliche ebenso wie psychische Erscheinungen im Körper zuständig sind und ich die gerne so lassen möchte, wie sie sind. Im Verlauf des Lebens kamen viele rationale Argumente hinzu, die mich in dieser Annahme eigentlich stärkten. So war ich immer froh, ohne Hormone verhüten zu können, auch dass meine Partner das akzeptierten und dankbar um all das Wissen um meine Weiblichkeit, welches der Umgang mit NFP mit sich brachte.
So weit so gut. Nun habe ich eine zu starke Regelblutung, niedrige Hb-/Ferritinwerte und eine Grunderkrankung, die das verursacht. Nun legen mir Ärzte verschiedener Fachrichtungen nahe, doch mal die Pille zu probieren. Ich habe einige Tage darüber nachgedacht und gemerkt, dass meine innere Schranke so riesig ist, dass es mir schwer fällt, eine Pille überhaupt als Möglichkeit für mich in Betracht zu ziehen.
Die Hauptgründe sind
- Angst, anders auf meinen Partner/Männer zu wirken, sowie ihn anders wahrnehmen
- das wunderbare Körperbewusstsein, das mir das Zyklusbeobachten gibt, nicht verlieren zu wollen
- all die Auswirkungen auf die Sexualität, die im Forum so beschrieben werden (Libidoverlust, weniger Feuchtigkeit, Schmerzen beim Sex, Orgamusschwierigkeiten)
- der ebenfalls hier beschriebene Käseglockeneffekt/Scheiß-egal-Stimmung
- alle Nebenwirkungen, die unter sehr häufig bis häufig in den Packungsbeilagen genannt werden (sei es Brustspannen, Zwischenblutungen, Depressionen, Mirgäne/Kopfschmerzen (hab ich so schon genug

), Libido, Gewicht, Übelkeit, usw.)
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich stelle fest, meine Abneigung ist so groß, dass selbst ein Therapieversuch von 3 Monaten nicht in Frage kommt. Vor den Ärzten als auch vor manchen Freunden fühle ich mich so, als hätte ich ein total verschrobenes Weltbild. Wie geht es euch anderen NFP-Anwenderinnen (auch insbesondere denen, die nie fremde Hormone nahmen) denn damit? Habt ihr für euch das Gefühl, dass die Pille unter gewissen Umständen in Ordnung ist? Gibt es noch jemanden, der die Pille so "vergiftend"und "erniedrigend" begreift wie ich? Mich verunsichert, dass ich es nie ausprobiert habe, vielleicht hätte ich ja gar keine großen Nebenwirkungen...
Ich würde mich einfach über ein paar Sichtweisen freuen, zu einem Thema, das mich gerade ziemlich stark umtreibt
