Alana hat geschrieben:
Nochmal zur Frage, ob man religiöse Gebote darauf prüfen sollte, ob sie noch aktuell sind. Ich finde das gar keine so einfache Frage. Die Frage ist ja auch, akzeptiert man, dass diese Regeln von Menschen in ihrer damaligen Zeit aufgestellt wurden und damals sinnvoll waren? Oder sieht man ale Regelungen als direkt von Gott kommend und unumstößlich? Wer darf das auslegen und auf welcher Grundlage?
Das regelt jede Religionsgemeinschaft verschieden.

genau das meine ich.
Fatima hat geschrieben:
Mit welchen Studien habe ich denn argumentiert?
Mit keinen, ich dachte nur deine Annahme, dass es hygienische Vorteile gibt stützt sich vielleicht auf (alte) Auffassungen dazu (die mit entsprechenden Studien, die heute als veraltet gelten, früher mal unterstützt wurden). Wollte dir hier nichts unterstellen, viele andere argumentieren aber so. Generell gibt es mittlerweile natürlich diverse Studien, die beide Seite unterstützen oder widerlegen. Vielleicht ist es hier fast wie in der Religion: man muss selbst entscheiden, was man glauben will. Ich finde halt, man muss sich beide Seiten ansehen und nicht blind einer Seite alle Ergebnisse glauben nur weil sie der eigenen Haltung entgegenkommen.
Sternenstaub hat geschrieben:
Übrigens empfinde ich Region nicht per se als unlogisch und finde eine solche Annahme auch beleidigend. Religionssysteme sind in sich oft sehr logisch. Nur muss man halt die Prämissen annehmen oder nicht. Manchmal versteht man die Logik auch nicht gleich, weil es sich um Jahrhundertealte Systeme handelt, die uns nicht mehr sofort zugänglich sind.
Bitte entschuldige, ich wollte damit auf keinen Fall jemanden beleidigen und verstehe deine Argumentation völlig. Wenn ich sage Glauben entzieht sich der Logik will ich damit ausdrücken, dass Logik vom Kopf/Verstand kommt und Glauben vom Herzen/Geist. Das klingt jetzt irgendwie doof, ich meine halt, dass Glauben ja auch beinhaltet Dinge zu akzeptieren (zu
glauben) die nicht erklärbar oder beweisbar sind (die man also
wissen kann).
Sternenstaub hat geschrieben:
Nur das getaufte/beschnittene Kind hat Anteil an der besonderen Zuwendung Gottes im Diesseits oder Jenseits.
Genau das ist ja so ein Punkt, der im Christentum umstritten ist, also Kernpunkt einer theologischen historisch-kritisch reflektierenden Auseinandersetzung: viele sind der Auffassung dass nur getaufte Kinder "Anteil an der Zuwendung Gottes im Jenseits" haben, viele andere glauben, dass durchaus auch ungetaufte verstorbene Kinder salopp formuliert "in den Himmel kommen".
Fatima, du hast schon Recht wenn du sagst dass sich Studien widersprechen können - ich denke man muss jeweils genau prüfen
wer sie
wann warum und
wie gemacht hat, vor allem auch
in wessen Auftrag und
vor welchem eigenen irgendwie geprägten Hintergrund. Dennoch finde ich die Studien durchaus überzeugend, die ich verlinkt hatte.
Deshalb finde ich aber gerade dass das, was Akelei bezüglich der Empfehlungen in den USA schreibt, sehr genau hinterfragt werden sollte: dort wurden seit dem 19. Jahrhundert Beschneidungen durchgeführt
weil sie die Sexualität negativ beeinflussen sollten (Masturbation und Lust bremsen etc, siehe
hier und
hier). Insofern muss ich persönlich da eine (durchaus auch traditionell geprägte) Voreingenommenheit unterstellen. Zum einen sind viele in den USA nach wie vor sehr prüde, zum anderen wird wie im ersten Link oben beschrieben gerne versucht eigenes Verhalten nachträglich auch anders zu rechtfertigen (à la "wir sind nicht prüde, es hat ja medizinische Vorteile was wir schon so lange tun").