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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 14. Februar 2013 02:27 
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NFP-Gräfin

Registriert: 29. Mai 2007 11:57
Beiträge: 3548
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Wie werden diese Generationen denn festgelegt?
Ich meine, die Marvelon wurde ja z.B. schon 1984 zugelassen, wenn mich nicht alle täuscht. Und die Diane war in den 90ern eine der Pillen schlechthin. Wie können die zur 3. und 4. Generation gehören?

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Miriam mit ✪ (11/2015) im Herzen und Mini-Jungen (11/2016, 31. SSW)
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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 14. Februar 2013 09:02 
Die Generationen unterscheiden sich wohl in den Wirkstoffen und nicht unbedingt
am Erscheinungsdatum. (So wie ich das verstanden habe. *kopfkratz* )


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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 14. Februar 2013 09:07 
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Kurven-Rätslerin

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Beiträge: 486
Wohnort: Hessen
NFP seit: 06/2010 zur Beobachtung
Hab hier was gefunden:

1. Generation: Norethisteron, Lynestrenol
2. Generation: Levonorgestrel
3. Generation: Gestoden, Desogestrel, Norgestimat

Pillen mit Gestagenen der 1. und 2. Generation sind schon lange bekannt, ihre Risiken sind daher gut einzuschätzen. Sie können die Neigung zu fettiger Haut und Körperbehaarung verstärken - Pillen der 1. Generation tun dies stärker als die der 2. Generation.

Pillen mit Gestagenen der 3. Generation wurden erst später eingeführt. Sie gerieten vor einiger Zeit in die Schlagzeilen, da sie das Thromboserisiko erhöhen sollen. Studien zufolge bekommen etwa fünf von 100.000 Frauen eine Thrombose, wenn sie keine Pille nehmen. Bei Pillen der 2. Generation liegt der Wert bei 15 von 100.000 Frauen, bei Pillen der dritten Generation bei 25. Das Risiko war im ersten Jahr einer erstmaligen Anwendung am höchsten. Kritiker an dieser Studie geben zu bedenken, dass das Thromboserisiko durch diese Pillen immer noch niedriger ist als bei einer Schwangerschaft.

Spezielle Gestagene:

Das neue Gestagen Drospirenon wirkt einer vermehrten Wassereinlagerung entgegen, die durch das Östrogen verursacht wird, und verringert damit das Risiko von Gewichtszunahmen.

Chlormadinonacetat, Dienogest und Cyproteronacetat wirken sich sind günstig auf Haut und Haare aus (antiandrogener Effekt).

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mEiNe sEiTe / Nach 15 Jahren+12 Pillen pillenfrei seit 5/10 - Gynefix 25.8.10 - Ende 08/12 wg. KiWu (Fr. Sandstede, FFM), / verheiratet seit 5.5.12 / rauchfrei seit 8.7.12/ *1.12.12 im Herzen / mit Wurmeline im Arm 11/13/mit 2. Wunder im Arm 10/21


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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 14. Februar 2013 18:15 
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NFP-Gräfin

Registriert: 29. Mai 2007 11:57
Beiträge: 3548
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Wahrscheinlich wurden eben schon bekannte Gestagene bei neuen Pille auch wieder aufgeriffen. So erklären sich zumindest die zeitlichen Unterschiede.
Katjuschka, das ist mir alles bekannt, danke, habe ich auch nicht gemeint.

Bei sehr alten Pillen, so 1960 bis 1970, sind nämlich scheinbar schon immer die der ersten Generation drin gewesen. Es muss also auch einen zeitlichen Zusammenhang geben. Auch haben Nuvaring und Implanon ein eigenes Gestagen, und beides ist recht neu.
Mich würde es halt interessieren, ob jemand die zeitliche Abfolge nach Jahren kennt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 14. Februar 2013 20:01 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
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Miriam1984 hat geschrieben:
Auch haben Nuvaring und Implanon ein eigenes Gestagen, und beides ist recht neu.


Etonogestrel (Implanon+ Nuvaring) ist der aktive Metabolit (also die Wirkform) von Desogestrel und deshalb auch so einzuordnen. Das was wirkt ist dann also derselbe Wirkstoff, obwohl man verschiedene zuführt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 14. Februar 2013 20:35 
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Moderatorin

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Katjuschka, bei Zitaten ist eine Quellenangabe erforderlich, auch wenn sie nicht vollständig sind.

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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 9. März 2013 19:25 
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Inventar

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Alana hat geschrieben:
Miriam1984 hat geschrieben:
Auch haben Nuvaring und Implanon ein eigenes Gestagen, und beides ist recht neu.


Etonogestrel (Implanon+ Nuvaring) ist der aktive Metabolit (also die Wirkform) von Desogestrel und deshalb auch so einzuordnen. Das was wirkt ist dann also derselbe Wirkstoff, obwohl man verschiedene zuführt.

Alana, ich führe das weiter aus, damit es andere auch verstehen.

Etonogestrel ist einfach die verstoffwechselte Form von Desogestrel und zwar dadurch, dass Implanon und Nuvaring die Leber umgehen. Beim Evrapflaster heißt das Gestagen Norgestimat, verstoffwelchselt Norelgestromin.

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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 9. März 2013 20:20 
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NFP-Guru

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Ergänzung:

Worauf ich hinaus wollte ist, dass man Nuvaring und Implanon der 3. Generation zuordnen kann, da sie die Wirkform des in einigen Pillen verwendeten Desogestrel enthalten, nämlich Etonogestrel.
Die Pillen mit Desogestrel wären z.B. Desmin, Lamuna, Cerazette

Bei den Pillen muss der Körper den Wirkstoff erst in die wirksame Form umwandeln, bei Ring und Implantat wird die Substanz schon "fertig" zugeführt, ohne den Verdauungstrakt dazwischen kann sonst keine (ausreichende) Umwandlung stattfinden. Man muss also schon die Wirksame Form nehmen.

Das ist auch der Grund warum einige Ärzte Frauen erst die Cerazette geben, bevor sie das Implanon einlegen. Nach dem Motto, wer die Cerazette nicht verträgt wird wohl auch das Implantat nicht vertragen. Was ja erst mal komisch klingt, da verschiedene Wirkstoffe enthalten sind.

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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 26. März 2013 22:13 
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hat sich gut eingelebt

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Nach der Debatte um die Diane35 hat die Französische Arzneimittelbehörde neue Zahlen zu Todesfällen durch die Pille veröffentlicht:

Zitat:
In Frankreich ist die Debatte um die Gefahren durch die Antibabypille neu entfacht: Nach einer neuen Einschätzung der französischen Arzneimittelbehörde ANSM ist die Pille für den Tod von 20 Frauen jährlich sowie 2500 Vorfälle mit Blutgerinnseln in Frankreich verantwortlich. Von den 20 Sterbefällen gingen 14 auf die umstrittenen Pillen der dritten und vierten Generation zurück, gab die ANSM am Dienstag in Paris bekannt. Der Bericht der Arzneimittelbehörde bezog sich auf die Jahre 2000 bis 2011.


Quelle: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... tsBoxPager

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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 27. März 2013 14:02 
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Fingerwundschreiberin

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Das hab ich auch gelesen. Mir kommt es so vor, als würde man nur in Frankreich wirklich mal was publik machen und reagieren *kopfkratz*

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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 27. März 2013 14:44 
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NFP-Gräfin

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Habe das auch bei N24 gelesen, die scheinen wirklich auf die Pauke zu hauen. *draufhauen*
Ich glaube, in Frankreich ist die Pille so verbreitet wie hier.

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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 28. März 2013 02:36 
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Fingerwundschreiberin

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Puh, ich muss gestehen, dass ich 20 Tadesfälle pro Jahr bei der Verbreitung der Pille (gehen wir mal von round abour 5 Mio Nutzerinnen in Frkr. aus, könnte in etwa hinkommen, oder?) irgendwie nicht wirklich viel finde. gibt es da irgendewelche Vergleichswerte? wie viele nehmen sie tatsächlich? wie viele sterben an 'echten' (damit meine ich für Krankheiten relevante) Medikanenten? gibt es Zahlen zu anderen Modemedikamenten (Viagra, im weiteren Sinne vllt leichte Schmerzmittel)?
Drastisch finde ich einfach, dass man an einem Luxusmedikament überhaupt sterben kann. Abgesehen davon finde ich die Zahlen jedoch einfach nicht sonderlich aussagekräftig...

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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 28. März 2013 12:32 
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NFP-Guru

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Achtung lang ;-)

@ Undomiel

Wenn die Bewertung der Pillen nicht immer noch darauf hinaus laufen würde, dass der Nutzen das Risiko überwiegt, wären sie nicht mehr erhältlich. Neben den Todesfällen gibt es allerdings auch Thrombosen/Embolien die "nur" schwere Schäden hinterlassen. Natürlich ist die Zahl auf die Gesamtheit der Anwender sehr gering. Aber die, die es trifft, trifft es oft sehr hart. Die Tatsache, dass man an diesem Verhütungsmittel sterben könnte, oder es generell schwerwiegende Nebenwirkungen haben kann, ist viel zu sehr raus aus den Köpfen der Anwenderinnen und teilweise auch der Verordner, obwohl die Zahlen bekannt sein sollten und zugänglich sind.
Es gibt ja wirklich genug Ärzte die der Meinung sind, dass es für jede Frau das richtige Hormonpräparat gibt und sei es eine östrogenfreie Pille, bei entsprechenden Vorerkrankungen. (Thrombosen sind auch nicht das einzige relevante Risiko)
Dabei gibt es eine breite Palette an möglichen Verhütungsmethoden.

Mit Viagra kannst du die Pille gar nicht vergleichen. Bei illegaler Beschaffung und/oder wenn die behandelenden Ärzten (man hat oft mehrere) nicht über die Anwendung informiert werden und andere Medikamente verordnet werden, kann es zu schweren Wechselwirkungen mit Nitraten kommen. Es kann dann zu sehr starken Blutdruckabsenkungen kommen, dies ist die wichtigste u.U. tödlich verlaufende Wechselwirkung im Bereich des Rettungsdienstes. Es triftt aber auch auf eine Kombination von Viagra oder ähnlichen Präparaten mit Poppers zu, einer Partydorge, die nicht unter das Betäubumgsmittelgesetz fällt. Auch da kann es zu lebensbedrohlichen Blutdruckabsenkungen kommen.
Bei Anwendung unter Beachtung der Kontraindikationen und möglicherweise schwerwiegenden Wechselwirkungen gelten die Präpareta als sicher. Es ist außerdem umstritten, ob es überhaupt Todesfälle gibt. Es gibt Verdachtsfälle, die aber vom Bundesministerium für Arzneimittel nicht als einddeutig gewertet werden, wobei man einen Zusammenhang nicht aussschließt. Ein zur Normalbevökerung erhöhtes Risiko durch die Anwendung gibt es weder laut deutscher, noch US-amerikanischer Arzneimittelbehörde.
Eine anders lautende Bewertung findet sich hier: Klick
Dann kommen die Risiken durch gefälschte Präparate ins Spiel, die oft zu hoch oder zu niedrig dosiert sind, oder ganz andere Inhaltsstoffe enthalten. Das kann zum Beispiel auch erst gefährlich werden, wenn dann auf das richtig dosierte echte Präparat gewechselt wird.
Grundsätzlich sind Potenzmittel anders zu bewerten als Verhütunsgmittel. Es geht um Beschwerden, die die Lebensqualität verschlechtern, aber nicht gefährlich für den Patienten sind. Die Medikamente sind in den meisten Fällen eine wirksame Therapie und sind besser verträglich als andere Maßnahmen (Pumpen, Spritzen in den Schwellkörper, einbringen eines Gels in die Harnröhre etc.) Ein Ausweichen auf Alternativen kommt deshalb meistens nur in Betracht, wenn die Tabletten nicht helfen oder nicht genommen werden dürfen. Mit der Wahlmöglichkeit sieht es also ganz anders aus als bei der Verhütung. Zumindest, wenn man die Beschwerden nicht einfach hinnehmen möchte gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten.


Schmerzmittel würde ich nicht als Lifestylmedikament ansehen. Ich gehe jetzt mal von Produkten mit Paracetamol, Ibuprofen, Deiclofenac etc. aus, nicht von anderen Medkimanten. Man HAT Beschwerden. Jeder empfindet anders und beschließt an einem anderen Punkt sie zu nehmen. Manchmal nicht nur wegen der schmerzstillenden, sondern auch der entzündungshemmenden Wirkung, je nach Präparat und Grund für die Einnahme. Natürlich können Schmerzmittel zu Todesfällen führen. (Das geschieht teilweise auch absichtlich durch Überdosierungen. ) Wenn diese Medikamente aber aus einem guten Grund angewendet werden, muss man das Risiko völlig anders bewerten. Man hat oft keine anderen Möglichkeiten. Nicht bei jedem Schmerz können Kälte oder Wärmeanwendungen, Atemtechniken und ähnliches ausreichend helfen. Schmerzen können einen sehr beeinträchtigen. Da sieht das Nutzen/Risikoverhältnis meiner Meinung nach auch anders aus.
Verhüten kann man auch mit zig anderen Methoden als der Pille oder anderen hormonellen Mitteln. Wenn Schmerzmittel nötig sind, kann man sie nur möglichst gut auf die Vorerkrankungen abstimmen und sie vernünftig einsetzen. Es gibt viele verschiedene Wirkstoffe und falls man nicht gerade von Freunden oder Kollegen, bei Kopf oder Regelschmerzen oft der Fall, das Schmerzmittel bekommt hat man immer Kontakt zu fachpersonal, dass Gegenanzeigen abfragen müsste.
Ich gebe niemandem ein Schmerzmittel ohne solche Risikofaktoren abzufragen. Auch wenn mir die alte Packung hingelegt wird.

Bei der Pille sieht es ja nochmal anders aus. Woher soll man wissen, ob sich im Bereich der Kontraindikationen etwas geändert hat? Fragt der Arzt das noch ab, wenn die Frau das Präparat schon seit 10 Jahren nimmt? Andere Heilberufler sind sehr eingeschränkt darin dem Kunden/Patienten gegenüber Behandlungen durch den Arzt zu hinterfragen, sondern angehalten das direkt mit dem Arzt zu klären, wenn es Unstimmungkeiten gibt oder Probleme auftauchen. Wenn es um verschiedene Ärzte geht, ist das ebenfalls die gängige Praxis und alles andere auch rechtlich sehr schwierig.

Im Alltag erlebe ich das auch, dass die Kunden von sich aus nachfragen ob sie bei Erkrankung X ein bestimmtes Schmerzmittel nehmen dürfen. Bei der Pille sind solche Fragen äußerst selten. Dabei ist die Pille (alle Präparate zusammengefasst) das am meisten genommene Medikament in Deutschland.

Ich finde den Umgang mit den Pillen-Präparaten im Alltag oft unglücklich, der Einschätzung der verschiedenen Behörden schließe ich mich aber grundsätzlich an. Das Nutzen-Risikoverhältnis hormoneller Verhütungsmethoden ist unter Beachtung von Anwendungsbeschränkungen immer noch positiv zu bewerten. Anwendungsbeschränkungen müssen abgefragt werden. Tragsiche Fälle von zum Teil erheblichen Nebenwirkungen gibt es. Das sollte einfach auch klar sein.
Man schmeißt sich kein Bonbon ein, sondern ein Medikament, dass dazu gedacht ist einen normalen, gesunden körperlichen Zustand (Fruchtbarkeit) für einen festgelegten Zeitraum auszuschalten. Mit dem Ziel, dass ungewollte Schwangerschaften verhindert werden.
Die Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft rechtfertigt unter Umständen auch ein gewisses Risiko oder Unannehmlichkeiten, das gilt für alle Methoden.
Spiralen können einwachsen, oder die Gebärmutter durchstoßen, Kondome oder chemische Verhütungsmittel können allergische Reaktionen auslösen, Diaphragmen können Beschwerden im Blasenbereich fördern, Enthaltsamkeit bei natürlichen Methoden ist eine mehr oder weniger große Einschränkung. Das sind alles keine Gründe um Angst vor diesen Methoden zu haben, aber Grund genug sich zu überlegen, ob man für bestimmte Nebenwirkungen anfälliger ist als andere oder welche Nachteile einer Methode man nicht akzeptieren kann.

Die aktuelle Diskussion dreht sich allerdings hauptsächlich darum, ob bei ein und derselben Methode (tägliche Einnahme von Hormonen) ein erhöhtes Risiko gegenüber bisherigen Präparaten gerechtfertigt ist. Darüber zu diskutieren finde ich tatsächlich Sinnvoll. Insbesondere, wenn das Thema Zusatznutzen ins Spiel kommt.

Eine Pille mit einem der umstrittenen Wirstoffe ist in den USA für die Behandlung der prämenstruellen dysphorischen Störung zugelassen, also extrem starke psychische Beschwerden, die zyklusabhängig sind, nicht leichte PMS Beschwerden, wie sie sehr viele Frauen kennen. Mit diesem zusätzlich Einsatzgebiet sieht eine Bewertung evtl. anders aus, da Verhütung und Linderung von Beschwerden gleichzeitig möglich werden.
Ähnlich ist es bei Präparaten, die bei bestimmten Hormonstörungen eingesetzt werden, ebenfalls mit Zulassung für dieses Einsatzgebiet und hormonelle Verhütung.
Wenn es relevante Beschwerden geht verändert sich auch die Bewertung.

Gutes Beispiel die Diane, die in Deutschland keine Zulassung mehr für den Zweck der Verhütung hat. Der verhütende Effekt kann aber genutzt werden, wenn eine Behandlung mit dem Medikament nötig erscheint. Hier hat man entschieden, dass ein bestimmter Effekt der Horminkombination zur Behandlung von Beschwerden ein positives Nutzen-Risikoverhältnis aufweißt, diese Bewertung aber nicht ander aussieht, wenn es um die reine Verhütung bei gesunden Frauen geht. Für diesen Einsatz wird das potentielle Risiko als zu hoch eingeschätzt.

Bei Präparaten, die mit Zusatznutzen angepriesen werden, dafür aber (zumindest im betroffenen Land) nicht zugelassen sind, wird dieses Thema nochmal spannend. Also solche Verprechen wie tolle Haut, Gewicht besonders leicht zu halten, schwächere Blutung etc.


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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 28. März 2013 13:56 
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Fingerwundschreiberin

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Danke Alana, auf so eine umfangreiche Antwort habe ich um ehrlich zu sein gehofft =)

Auch wenn du meinst, dass die von mir genannten Medikamente nicht mit der Pille vergleichbar sind, glaube ich dennoch, dass beides im gros der Bevölkerung als harmlos wahrgenommen wird. Nur deswegen dachte ich, dass sie vllt in gewisser Weise als Vergleich herhalten könnten ^^

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 Betreff des Beitrags: Re: Antibabypillen wg. NW und Todesfällen aktuell in den Med
BeitragVerfasst: 28. März 2013 14:27 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
Undomiel hat geschrieben:
Danke Alana, auf so eine umfangreiche Antwort habe ich um ehrlich zu sein gehofft =)

Auch wenn du meinst, dass die von mir genannten Medikamente nicht mit der Pille vergleichbar sind, glaube ich dennoch, dass beides im gros der Bevölkerung als harmlos wahrgenommen wird. Nur deswegen dachte ich, dass sie vllt in gewisser Weise als Vergleich herhalten könnten ^^


Die Bewertung, ob etwas auf dem Markt sein darf und was die offiziellen Anwendungsgebiete sind, muss zuerst Mal von einem verantwortungsvollen Einsatz ausgehen. Die offiziellen Bewertungen beziehen sich, soweit nicht ausdrücklich erwähnt, nie auf Fälle in denen die Empfehlungen, die es dazu gibt, nicht eingehalten werden. Eine positive Bewertung brauchen Medikamente immer um zugelassen zu werden oder die Zulassung zu behalten. Das heißt nicht, dass kein Risiko besteht, sondern nur, dass das Risiko einen Umfang hat, der nichts daran ändert, dass der Einsatz des Medikaments prinzipiell sinnvoll ist.

Ein Medikament (Pille, Viagra) hat z.B. kein positives Nutzen-Risikoverhältnis, wenn absolute Gegenanzeigen ignoriert werden und relativen Gegenanzeigen nicht mit den entsprechenden Kontrollen begegnet wird. Sonst würden diese Dinge nicht aufgeführt. Sie müssen abgefragt werden und genau für den Fall, dass das Verantwortungsvoll gemacht wird, wird die Empfehlung ausgegeben, nach der man sich richten sollte. Also die Nutzen/Risikobewertung die veröffentlicht wird bezieht sich auf verantwortungsvollen Einsatz.


Wenn die Verschreibungspraxis der Ärzte anders aussieht, als von den Arzneimittelbehörden gewünscht (Beispiel Diane zur reinen Verhütung) ist die Frage, wie darauf reagiert wird nochmal eine andere. Frankreich hat das Medikament vom Markt genommen. In Deutschland ist das bisher nicht der Fall, da der korrekte Einsatz des Medikaments bis zum Abschluss der Neubewertung ein positives Nutzen/Risokoverhältnis hat. In wie weit die Verschreibungspraxis der Ärzte in eine Neubewertung einfließen wird, wird sich erst zeigen.

Bei Missbrauchspotential gibt es meistens entsprechende Richtlinien.
z.B. sind Schilddrüsenhormone für die Menschen, die sie nehmen müssen ein wichtiges Medikament, auf das die moderne Medizin nicht verzichten wollen würde. Bei richtiger Einstellung sollten auch keine oder kaum Nebenwirkungen auftreten.
Ein missbräuchlicher Einsatz ist hingegen sehr gefährlich und kann zu dauerhaften Organschäden führen. Das war z.B. ein Anlass, dass Apotheken angewiesen wurden Abnehmprodukte mit diesen Inhaltsstoffen auch nicht auf ärztliche Verordnung abzugeben oder herzustellen. Es würde aber niemand Schilddrüsenhormone vom Markt nehmen, eben weil sie wichtig sind und der richtige Einsatz unbedenklich.

Grundsätlich bedeutet Unbedenklichkeit nicht, dass nicht auch ein gewisses Risiko besteht. Das ist natürlich schade, wenn dafür das Bewusstsein fehlt. Insbesondere Gedanken wie "das bekomm ich ja auch ohne "Rezept, da kann mir nichts passieren" (Beispiel Schmerzmittel) sind da fatal.

Jeder, der dazu in der Lage ist, sollte bei einem Beipackzettel zumindest Gegenanzeigen und Wechselwirkungen lesen. Wenn diese Dinge eingehalten werden, oder entsprechend reagiert wird hat man eine gute Arzneimittelsicherheit.
Risiken lassen sich aber nicht völlig ausschließen. Das ist einfach nicht möglich.

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