Qumaira hat geschrieben:
caperucita hat geschrieben:
Meine mutter hat mir heute erzaehlt sie haette oft so waermeanfaelle vor allem nachts und koenne deswegen schlecht schlafen und auch stimmungsschwankugen...jedenfalls hat sie das ihrem fa erzaehlt und der hat ihr eine wunderbare kleine hormonpille verschrieben,
Ja ja, Hauptsache es gibt für jedes noch so kleine Wehwehchen, für jedes bißchen Unannehmlichkeit eine Pille - wie wunderbar...
Aber gut, wenn deine Mutter nichts dabei gefunden hat, sich zig Jahre die Pille einzuwerfen, dann macht ihr ja eine weitere Pille nichts aus.
Ich schreibe das Folgende jetzt für die NFPlerinnen, die hier lesen und die Hormonpillen wohl etwas kritischer sehen: die Wechseljahresbeschwerden sind unangenehm, kein Zweifel, aber sie gehen auch wieder vorbei - und man höre und staune - sogar von alleine!
Ganz wichtig finde ich, dass man in dieser Zeit (und eigentlich nicht nur in dieser Zeit!) gut mit sich umgeht, auf sich und seine Bedürfnisse achtet, und ihnen auch nachgibt. In den Wechseljahren hat frau das Bedürfnis, ihr Leben Revue passieren zu lassen und es ist vielleicht nicht alles immer so verlaufen, wie frau sich das gewünscht hätte. Das kann deprimierend sein und es ist wichtig, sich und seine Gefühle ernst zu nehmen und vieles kann frau ja noch vielleicht ändern/verbessern in ihrem Leben. Die Wechseljahre sind ja noch lange nicht das Ende des Lebens, es gibt viele Frauen, die jetzt noch einmal richtig durchstarten!
Ich glaube (und das sagt beispw. auch die Frauenärztin Christiane Northrup in ihrem Buch "Weisheit der Wechseljahre"), dass klimakterische Beschwerden als Weckrufe der Seele, die sich über die Körpersignale ausdrückt, verstanden werden können/sollten. Northrup beispw. ermutigt Frauen, die Botschaften ihres Körpers zu verstehen, die Wechseljahre als eine Zeit der positiven Energie zu begreifen und die wunderbare Kraft dieser Lebensphase für ihre persönliche Entwicklung zu nutzen.
Das finde ich allemal besser als alles beim Alten zu belassen und Pillen einzuwerfen. Aber gut, jede wie sie mag

@Qumaira: Ich bin da im Grunde voll auf Deiner Wellenlinie, keine Frage. Das ist auch mein Ziel- bzw. werde ich z.B. nicht auf Hormone in den WJ zurückgreifen können weil sie wegen einer Lebererkrankung kontraindiziert sind.
Aber ich kann es durchaus verstehen wenn sich jemand- weil er einfach nicht mehr kann (schwitzt sich kaputt, kann nicht schlafen, hat schwere Depressionen) doch entscheidet etwas zu nehmen. Sei es pflanzlich oder wenn das nicht ausreichend wirkt chemisch.
Denn Wechseljahrsbeschwerden können individuell sehr verschieden ablaufen, während die eine so gut wie nichts merkt wird die andere von wirklich heftigen Beschwerden geplagt die das tägliche Leben stark negativ beeinflussen- natürlicher Vorgang hin oder her.
Ich finde es auch überzogen wegen kleiner Unanehmlichkeiten gleich die Chemo-Keule auszupacken. Aber genauso unangebracht finde ich wenn jemand den Helden spielt und richtig leidet weil die Wechseljahre ein natürlicher Prozess sind bei dem man aus Prinzip keine medikamentöse Hilfe beanspruchen darf weil man sonst ein Weichei ist.
Gibt so viele natürliche Prozesse wo wir uns bei Bedarf entscheiden uns Linderung durch Medikamente zu erlauben- da nehme ich für mich die Wechseljahre wenn das nötig sein sollte nicht aus.
Allerdings soll man das Pferd von vorne aufzäumen. Mehr Bewegung, Zucker reduzieren, viel trinken (da kann man im Grunde schon lang vor den Wechseljahren anfangen). Eine ausgewogene Ernährung mit genügend Vitaminen, Mineralstoffen. Entspannungstechniken (Yoga, autogenes Training). Das tut einem sowieso alles gut. Wenn das keine Linderung bringt kann man mit Pflanzen anfangen, und schlussendlich, wenn man ernsthaft alles probiert hat und immer noch sehr leidet ist sicherlich ein Versuch mit Hormonen gerechtfertigt. Allerdings sollte man sich wirklich gut und gründlich über das Hormonthema und auch die Risiken informieren. Und dann als Quelle nicht nur den eigenen Frauenarzt heranziehen.
Ich wünsch mir für mich dass ich gut ohne jegliche Medis durch die Wechseljahre komme- @Püppi hat es schön ausgedrückt, "Der Rückweg wird hoffentlich nicht schlimmer sein". Diesen Ansatz, diese Einstellung zu haben ist sicherlich gut. Und wenn man die nahenden Wechseljahre nicht als Damoklesschwert ansieht sondern dieses Procedere als normalen menschlichen Werdegang begreift ist es vielleicht auch leichter das ein oder andere Wehwehchen mit einem Augenzwinkern zu ertragen in dem Wissen dass es vorbei geht.