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 Betreff des Beitrags: Re: Ungleiche Bildungschancen schon durch Vornamen?
BeitragVerfasst: 20. September 2009 15:04 
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NFP-Kaiserin

Registriert: 2. August 2005 12:36
Beiträge: 17726
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NFP seit: 08/2005
Smilla hat geschrieben:
Zitat:
Wer Kinder mit einem Kevin-Namen schon in sozial schwache Schichten räumt, der nimmt auch den Rest gleich mit und läßt ihnm mehr schuften.


In deinem ersten Posting schreibst du noch, dass Lehrer Kinder aufgrund ihres Namens schlechter durchkommen lassen. Jetzt schwenkst du um und schreibst, dass es dann halt anders ist und wenn sie Kinder mit solchen Namen haben und die Namen eher der Unterschicht zuordnen, sie dann auch mehr schuften lassen.


Nein, ich hab geschrieben, daß ein Kevin-Name dazu führt, daß der Junge (oder Mandy als Mädchen) schwerer für seine Empfehlung fürs Gymnasium schuften muss. Ein Lehrer traut einem sozial schwachem Schüler weniger zu :arrow: der muss mehr beweisen, um weiterzukommen. Ein Lehrer steckt einen Jungen (egal welcher Schicht) mit dem Namen Kevin automatisch in die soziale Unterschicht :arrow: der Junge muss mehr beweisen, um weiterzukommen. Das war meine Zusammenfassung der beiden Studien.

Zitat:
Es ist z.B. möglicherweise anzunehmen, dass Kindern aus der "oberen Dienstklasse" mehr Unterstützung aus dem Elternhaus gewiss ist und ihnen demnach eher zugetraut wird, die Gymnasiallaufbahn "zu wuppen" -

Genau: Man nimmt an, daß... Es wird also nur eine Unterstellung aufgrund der Herkunft getätigt. Eine Empfehlung für eine weiterführende Schule sollte aber eine Einzelfallentscheidung sein und nicht nur auf den Vorurteilen den abgebenden Lehrer beruhen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ungleiche Bildungschancen schon durch Vornamen?
BeitragVerfasst: 20. September 2009 15:13 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 20. Februar 2006 14:58
Beiträge: 5188
Zitat:
Genau: Man nimmt an, daß... Es wird also nur eine Unterstellung aufgrund der Herkunft getätigt. Eine Empfehlung für eine weiterführende Schule sollte aber eine Einzelfallentscheidung sein und nicht nur auf den Vorurteilen den abgebenden Lehrer beruhen.


Soll das heißen du glaubst, dass Lehrer keine Einzelfallentscheidung treffen, sondern nach dem Vornamen (= den Vorurteilen) die Empfehlungen vergeben? Oder wie ist der Satz sonst zu verstehen? *kopfkratz*

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 Betreff des Beitrags: Re: Ungleiche Bildungschancen schon durch Vornamen?
BeitragVerfasst: 20. September 2009 15:20 
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NFP-Kaiserin

Registriert: 2. August 2005 12:36
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Smilla hat geschrieben:
Soll das heißen du glaubst, dass Lehrer keine Einzelfallentscheidung treffen, sondern nach dem Vornamen (= den Vorurteilen) die Empfehlungen vergeben? Oder wie ist der Satz sonst zu verstehen? *kopfkratz*

Ja. Zumindest die, die Vornamen in soziale Schubladen stecken.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ungleiche Bildungschancen schon durch Vornamen?
BeitragVerfasst: 20. September 2009 15:32 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 20. Februar 2006 14:58
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Lt. Studie kommen entsprechende Vornamen v.a. in besagter Schicht vor. Lehrer haben einen großen Durchlauf an Kindern, also viel "Namenserfahrung", da bleibt der eine oder andere Eindruck hängen. In der einen Studie wurden sie nach ihren Assoziationen zu solchen Namen befragt und klar verbindet man mit "Luca-Toni" (Name nicht ausgedacht!!!! *ko* ) eher "solche" als solche Eltern. Du nicht?

Das heißt doch nicht, dass man als Lehrer es diesen Kindern schwerer macht. Ich kann nicht in Köpfe anderer Lehrer gucken und bin selber erst noch auf dem Weg zur Lehrerin - aber ich kann es nicht glauben, dass Lehrer in der Mehrzahl der Fälle Kindern den Weg zum höchsten Bildungsabschluss erschweren, nur weil sie gewisse Assoziationen bei typischen Namen haben. Neeeeeeeee, dat kann ich nicht glauben. Hier gibt es ganze Schulen mit Schülern, die nur solche Namen haben. Was meinst du, wie die Lehrer vor Freude in die Luft springen würden, wenn die Kinder Interesse zeigen und sich dieses auch in wirklich guten Leistungen widerspiegeln würde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ungleiche Bildungschancen schon durch Vornamen?
BeitragVerfasst: 20. September 2009 15:53 
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NFP-Kaiserin

Registriert: 2. August 2005 12:36
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Smilla, die Iglu-Studie besagt aber genau das: das Kinder aus sozial unteren Schichten mehr beweisen müssen, um dieselben Chancen zu erhalten.

Und ja, ich verbinde mit Kevin etc. auch meine Vorurteile, aber ich bin auch kein Lehrer und muss solchen Kindern nicht dieselben Chancen einräumen, wenn ich es richtig machen will.

Du kannst ja glauben, was du willst. Ich hab schon in meiner Schülerlaufbahn mitbekommen, daß viele Zensuren nach Nase und nicht nach Leistung vergeben werden. Deswegen halte ich die Aussagen dieser Studien durchaus für realistisch.

Und auch ich werde immer wieder mit Vorurteilen konfontiert. Ich bin nämlich Versicherungskauffrau und was man über Versicherungs"fritzen" so sagt, muss ich ja nicht erläutern. ;-) Ich weiß, daß ich nicht so bin, weiß aber auch, daß mein Berufsstand nicht nur aus Engeln und Menschen mit Nächstenliebe besteht. Solche Leute kann ich nicht negieren. Und wenn man dann beachtet, daß in einer Studie die meisten Lehramts-Studenten angegeben haben, den Beruf wegen der Ferien gewählt zu haben... Naja, vielleicht solltest du akzeptieren, daß nicht nur "Gutmenschen" Lehrer werden und einfach nur für dich das Ziel setzen, es anders zu machen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ungleiche Bildungschancen schon durch Vornamen?
BeitragVerfasst: 21. September 2009 13:38 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 28. Juli 2008 16:29
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Regenbogen hat geschrieben:
thildaa hat geschrieben:
Tinkerbell, ich glaube, dass das viele Lehrer ganz gut hinkriegen.

Das Problem ist, daß bei der Stusie genau das Gegenteil rauskam. Ich hab den Artikel im Tagesspiegel gelesen und da kam wohl raus, daß sich Kevin, Cindy und Vanessa bei Tests mehr anstrengen müssen, um bspw. eine Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen. Und die meisten Lehrer sehen ihre Vorurteile noch nicht einmal als problematisch an. Jedenfalls von denen, die an der Studie teilgenommen haben.

Ich sagte nur, dass ich glaube, dass viele (nicht alle und auch nicht unbedingt die meisten) Lehrer durchaus dazu imstande von ihren möglicher Weise vorhandenen Vorurteilen gegenüber bestimmten Vornamen zu abstrahieren. Warum mich die Studie nicht vom Gegenteil überzeugt hat habe ich ja in meinen weiteren Ausführungen versucht zu erläutern.

Ich kann mir aber schon vorstellen, dass der Vorname das Lehrerurteil beeinflusst. Nur ist das mit dem Studiendesign eben kaum zu belegen. Ich finde es halt fahrlässig da so weitreichende Schlussfolgerungen draus zu ziehen, wie es in der Presse scheinbar geschieht, obwohl diese bei genauer Betrachtung der Methodik kaum haltbar sind. Zumindest ist das mein Eindruck nach erstem Einlesen. Ich gebe zu, dass ich nicht alles gelesen habe, sondern mich auf den Aufbau des Fragebogens konzentriert habe.

Das Thema finde ich sehr interessant, darum ist es ja auch so schade, dass es nicht besser untersucht wurde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ungleiche Bildungschancen schon durch Vornamen?
BeitragVerfasst: 21. September 2009 14:02 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 20. Februar 2006 14:58
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Zitat:
Und ja, ich verbinde mit Kevin etc. auch meine Vorurteile, aber ich bin auch kein Lehrer und muss solchen Kindern nicht dieselben Chancen einräumen, wenn ich es richtig machen will.


Und als Lehrer hättest du dann plötzlich keinerlei Assoziationen zu solchen Namen? *kopfkratz*

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 Betreff des Beitrags: Re: Ungleiche Bildungschancen schon durch Vornamen?
BeitragVerfasst: 21. September 2009 14:08 
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NFP-Gräfin

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Ich glaube auch, daß Lehrer verschiedne Vorurteile haben, wie viele andere Menschen auch.
manche Lehrerinnen mögen zum Beispiel Mädchen lieber usw.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ungleiche Bildungschancen schon durch Vornamen?
BeitragVerfasst: 21. September 2009 14:17 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 28. Juli 2008 16:29
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Dass Vornamen generell und nicht nur bei Lehrern bestimmte Assoziationen hervorrufen scheint auch gut belegt zu sein. Das ist ein affektiver Prozess, gegen den man erstmal nicht so viel machen kann. Daher finde ich die Frage wichtiger, was das für Auswirkungen auf das Verhalten hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ungleiche Bildungschancen schon durch Vornamen?
BeitragVerfasst: 21. September 2009 21:16 
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NFP-Kaiserin

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Smilla hat geschrieben:
Zitat:
Und ja, ich verbinde mit Kevin etc. auch meine Vorurteile, aber ich bin auch kein Lehrer und muss solchen Kindern nicht dieselben Chancen einräumen, wenn ich es richtig machen will.


Und als Lehrer hättest du dann plötzlich keinerlei Assoziationen zu solchen Namen? *kopfkratz*

Ich würde hoffentlich an mir arbeiten, solche Vorurteile abzubauen und die Kinder unabhängig von ihrem Namen zu betrachten. Und genau das scheint aber nicht generell der Fall zu sein, wie in dem Artikel zu lesen ist: die Meisten sehen diese Assoiziationen nicht als problematisch an.

Nun hab ich aber genug zu diesem Thema geschrieben. Hab ja alles gesagt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ungleiche Bildungschancen schon durch Vornamen?
BeitragVerfasst: 23. September 2009 19:11 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 20. Februar 2006 14:58
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Für mich ist eine Assoziation ganz einfach eine Assoziation, mehr nicht. An denen kann man auch nicht arbeiten...Man kann auch nicht daran arbeiten, dass man z.B. im ersten Augenblick doch irgendwie über so manchen politisch unkorrekten Witz lachen muss - darum ist man aber nicht blondinen-/ ausländer- oder sonstwie-feindlich drauf. *undweg*

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