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 Betreff des Beitrags: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 18. März 2009 20:39 
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nicht mehr ganz so neu

Registriert: 11. Dezember 2008 14:04
Beiträge: 90
Hallo Mädels
Hab jetzt schon öfters gehört, dass FA's die Pille & Co so gerne verschreiben, weil sich damit gut Geld verdienen lässt. Mit NFP lässt sich ja bekanntlicherweise kaum Geld verdienen, weswegen es auch eher selten empfohlen wird (so sind zumindenst die Gerüchte.... ich will ja keinen auf den Schlips treten ;-) )

Ich kann mir allerdings gar nicht so genau erklären, wie Ärzte mit Medikamenten Geld verdienen *nixweiss*
Was für einen genauen Hintergrund hat es denn, wenn man sagt..." Mein FA wollte bloß nur Geld am mir verdienen"?
Kennt sich hier jemand mit den Tiefen des Finanz- und Gesundheitssystems unseres Staates aus?

(Vielleicht tue ich hier allen Frauenärzten auch Unrecht.... und falls das so sein sollte, so bitte ich darum, zurecht gewiesen zu werden!! :oops: )

_________________
Pillenfrei seit dem 22.12.2008 ... nach ca. 2 1/2 Jahren Leios
NFP + Kondome zur Verhütung
BildHere I am... Sternenkind ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 18. März 2009 20:43 
Wenn ein FA dir eine Pille verschreibt, bekommst du ein Rezept, gehst damit zur Apo und der FA bekommt dafür eine Provision, könnte man so sagen. Wie hoch die ist, weiß ich aber nicht. Er bekommt sein geld dann quasi von der entsprechenden Krankenkasse.
So denke ich, läuft das ab.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 18. März 2009 20:51 
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Inventar

Registriert: 8. Februar 2008 11:16
Beiträge: 2215
Zum einen lässt sich das Ausstellen von Rezepten als Leistung verrechnen und zum anderen werden auch in irgendeiner Weise die Pharmavertreter den Absatz ihres Produktes vergüten.

_________________
Die Blume kann gar nicht anders als leben. Wir aber können zu viel anderes. (R.M.Rilke)


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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 18. März 2009 20:51 
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NFP-Gräfin

Registriert: 1. Dezember 2006 14:49
Beiträge: 3356
dasBlatt hat geschrieben:
Wenn ein FA dir eine Pille verschreibt, bekommst du ein Rezept, gehst damit zur Apo und der FA bekommt dafür eine Provision, könnte man so sagen. Wie hoch die ist, weiß ich aber nicht. Er bekommt sein geld dann quasi von der entsprechenden Krankenkasse.
So denke ich, läuft das ab.



nee, so läuft das nicht-die KK wollen ja sparen.
Das Geld bekommen die Ärzte direkt von den Pharmafirmen siehe zB hier.
Oft werden dann durch den entsprechenden Pharmavertreter bestimmte "Deals" abgeschlossen.Der Arzt muss nachweisen, dass er die Pille an eine bestimmte Anzahl Patientinnen verschreibt (kann man über das Computersystem gut nachweisen)-und bekommt dafür entsprechende Vergütungen. Dies kann monetär sein-aber auch Einrichtungsgegenstände, Reisen oä.
Das funktioniert bei jedem Medikament so-nicht nur bei der Pille.
Wobei die Pille sich aber anbietet-schließlich zahlt man diese ab dem 20. Geburtstag selbst, die Kassen haben also nicht ihre Finger drauf, wenn der Arzt auf einmel ohne ersichtlichen Grund auf eine teure Pille wechselt (so erst letzlich geschehen, als die YAZ auf den Markt kam, eine Pseudoinnovation von Bayer-in einem anderen Forum schossen ca 14 Tage nach der Marktfreigabe die YAZ-Threads wie Pilze aus dem Boden. Oftmals wurde einfach umgestellt, ohne dass die Patientin mit der vorherigen Pille Probleme hatte).
Auch die Berufsgruppe der Dermatologen sind aber in Verruf geraten, da einige wohl, auch von Pharmafirmen "gesponsort", bei Allergietests einfach neue Substanzen auf "hautverträglichkeit" auf den Patienten getestet haben, ohne dies mitzuteilen.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 18. März 2009 21:00 
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NFP-Kaiserin

Registriert: 17. März 2006 22:03
Beiträge: 10333
NFP seit: März 2006
Dazu kommt, dass viele Gyns Dich dann jedes halbe Jahr sehen wollen bevor Du ein neues Rezept bekommst. Das bringt natürlich auch ein bißchen Geld von der KK ein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 18. März 2009 21:08 
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NFP-Gräfin

Registriert: 1. Dezember 2006 14:49
Beiträge: 3356
@Püppi: Nachdem die neuen kassensätze dem Arzt pro Quartal/Patientin für die Vorsorge nur noch 20 Euro zahlen lohnt sich das erst, wenn IGEL Leistungen oder "nicht-Vosorge" Untersuchungen dadurch fällig werden ;-)
Auf der anderen Seite kann man dann wieder verstehen, warum Ärzte bei diesen Pharmadeals schwach werden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 18. März 2009 21:38 
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NFP-Kaiserin

Registriert: 17. März 2006 22:03
Beiträge: 10333
NFP seit: März 2006
:shock: Mit anderen Worten: für meine Krebsvorsorge bekommt der Arzt nur 20 Euro? Die er sich mit seinen Angestellten, dem Vermieter seiner Praxisräume, den Stadtwerken etc. teilen muss?


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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 18. März 2009 21:40 
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NFP-Gräfin

Registriert: 1. Dezember 2006 14:49
Beiträge: 3356
Ähhh, ich glaube schon (wo sind denn unsere Medimädels hier?)-auf jeden Fall ist es ein Scherz.

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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 18. März 2009 21:50 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 8. Februar 2009 17:41
Beiträge: 233
Bin von einer Praxis noch weit entfernt, aber es stimmt schon, man bekommt pro Patient pro Quartal feste Beträge die meines Wissens nach um die 25€ liegen, diese Zahlen berechnen sich aber aus dem Vorjahr.
Ich such aber mal, ob ich da was schriftliches zu finde.
Zitat:
Man muss als Arzt Leistungen erbringen, damit man überhaupt ein Honorar erhält. Diese "erstattungsfähigen Leistungen" sind in einem Katalog zusammengefasst.

Und der niedergelassene Arzt erhält pro Patient eine Pauschale, mit der er sein Budget zusammensetzt.

Also: ein Beispiel für einen Augenarzt in Bayern:
der kriegt im nächsten Quartal pro Patient ein Budget von 18,44 Euro. Im Durchschnitt versorgt er pro Quartal 1400 Patienten.

Er hat also ein Gesamtbudget von 25816 Euro im Quartal, das er mit Leistungen aus dem Katalog abrechnen kann. Damit bezahlt er dann seine Unkosten, wie Personal, Miete, Versicherungen, Strom, Telefon, Kredite, Reparaturen.

Das wäre so, als wenn man einem Bäcker sagen würde: pro Kunde kannst Du maximal 3 Euro kassieren, aber höchstens im Quartal 4200 Euro. Und Du musst dafür Brötchen verkaufen, die so und soviel kosten.
Du darfst nicht mehr Umsatz machen. Verkauft Du mehr Brötchen, kriegst Du für die kein Geld. Und will ein Kunde nochmal Brötchen, gibst Du sie ihm auch umsonst ab.

und
Zitat:

xy hat folgendes geschrieben::
Die Pauschale bekommt er aber für jeden Patient der im Quartal da war?
Nein. Er hat ein im Voraus festgelegtes Budget. Kommt ein Patient und er erbringt weniger Leistung (also als Augenarzt beispielsweise nur 2 Euro), hat er auch nur die 2 Euro verdient. Er kann das Budget dann beim nächsten Patienten weiterbenutzen.

xy hat folgendes geschrieben::
Oder können auch zuviel Patienten im Quartal kommen?
Wenn der Arzt sein Budget noch nicht erfüllt hat, kann er weitere Patienten behandeln. Für diese wird das Budget aber nicht über sein ursprüngliches hinaus erweitert. Ist dieses also voll, ist für ihn prinzipiell Schluss. Er kann dann zwar noch Leistungen bringen, die außerhalb des Budgets vergütet werden, für viele Arztgruppen gibt es die aber gar nicht oder sie sind mit einzelnen Euros bezahlt.

Das Problem ist, dass bei manchen Arztgruppen das Budget schon "übervoll" ist, wenn nur eine Grundleistung erbracht wird. Die "Standarduntersuchung" beim Augenarzt bringt bei Patienten über 60 Jahren beispielsweise ein Honorar von 21,36 Euro. Das Budget ab April gibt aber nur 18,44 Euro her!
Folge: Das Budget ist schon lange voll, bevor die dafür vorgesehene Patientenzahl gekommen ist. Der Arzt muss aber dann eigentlich kostenlos weiter arbeiten, damit er nicht im nächsten Jahr noch weniger Budget kriegt, weil die Patientenzahl 2009 das Budget 2010 verursacht!
Sie sehen also: Die Spirale dreht sich für Ärzte gnadenlos nach unten. Und das ist politisch so gewollt.

xy hat folgendes geschrieben::
Ganz konkret wenn mein Arzt mir ein dauerhaft verschriebenes Medikament so verschreibt dass ich Ende vom 1. Quartal ein Rezept bekomme und das neue erst Anfang des 3. Quartals brauche (das Folgerezept danach wieder Ende des 3. Quartals) hat er nichts davon?
Für das zweite Quartal kassiert er natürlich gar nichts.

Das Ausstellen eines Verlängerungsrezepts ohne Arzt-Patientenkontakt (wenn Sie also nur zum Arzt gehen und sagen "ich brauch meine Tabletten") wird übrigens mit 1,23 Euro honoriert.

das habe ich aus dem deutschen medizin forum, erklärt es meiens Wissenstands nach ganz gut

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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 18. März 2009 22:12 
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NFP-Gräfin

Registriert: 1. Dezember 2006 14:49
Beiträge: 3356
Und da wird einem auch klar, warum Ärzte Privatpatienten lieben-ich kann es ihnen nicht verübeln.
Wobei die Apotheker auch ordentlich abgewatscht wurden von den Kassen-geht wohl jedem im Gesundheitswesen so.

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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 18. März 2009 22:19 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 8. Februar 2009 17:41
Beiträge: 233
Klar, das System ist überall marode...
Im Krankenhaus ist es ja auch nicht besser *seufz*

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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 18. März 2009 23:33 
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Kurven-Entwirrerin

Registriert: 11. August 2006 13:32
Beiträge: 1004
hallo
ein frauenarzt bekommt ca. 15,80 euro pro patient pro quartal, unabhängig davon, ob er nur ein rezept ausstellt oder die patientin 10 mal sehen und untersuchen und beraten muss.

er hat 6 jahre studiert und etwa 6 jahre gebraucht, um facharzt zu werden.
von den 15,80 euro muss er seine praxismiete, strom etc, verbrauchsmaterialien wie pflaster und spritzen, möbel, handwerker, seine helferinnen, deren versicherungen, sozialbeiträge etc bezahlen. er muss seine steuern zahlen und den steuerberater, seine eigenen versicherungen und nicht zuletzt seinen lebensunterhalt und den seiner familie.

des weiteren ist er verpflichtet, eine bestimmte anzahl von fortbildungsstunden in einem bestimmten zeitraum nachzuweisen. die fortbildungen muss er in seiner sogenannten freizeit absolvieren, oft selbst oder zumindest die anfahrt und hotel selbst zahlen.

das alles für 15,80 pro quartal.

ein allgemeinarzt bekommt übrigens etwa 25-30 euro pro patient und quartal, unabhängig davon, ob er den pat. nur ein mal sieht oder jeden tag einen hausbesuch machen muss.

insofern ist es schwer verständlich, dass ärzte IgEL anbieten.

dass alle ärzte bonuszahlungen und geschenke von pharmafirmen bekommen, halte ich nicht für realistisch. von 10 kulis oder kaffeetassen wird keiner einen neuen porsche finanzieren können.

übrigens erachte ich es für sehr sinnvoll, patientinnen, die hormonell verhüten, 2 mal im jahr zur kontrolle einzubestellen. immer noch besser, als nach 10 jahren frauenarztabstinenz festzustellen, dass einem nur noch suppe unten rausläuft...

lg kit

_________________
LG - kit mit Baby *2008 und Baby Nr. 2 *2009


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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 19. März 2009 01:07 
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NFP-Gräfin

Registriert: 1. Dezember 2006 14:49
Beiträge: 3356
Zitat:
dass alle ärzte bonuszahlungen und geschenke von pharmafirmen bekommen, halte ich nicht für realistisch. von 10 kulis oder kaffeetassen wird keiner einen neuen porsche finanzieren können.

Ohne dir die Illusion nehmen zu wollen: Ich rede nicht von Kulis ;-)
Ich habe genug praktizierende Ärzte im Bekanntenkreis, die aus dem Nähkästchen plaudern ;-)
"Alle" sind es bestimmt nicht-es gibt ja auch die "Mezis"-aber es sind einige.

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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 19. März 2009 01:13 
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NFP-Kaiserin

Registriert: 9. Mai 2005 21:57
Beiträge: 11121
Wohnort: Cosmopolitan
Da kann ich honigbienchen nur beipflichten. Schiffs- und Karibikreisen scheinen im Sortiment sehr beliebt zu sein :mrgreen:

_________________
­STM­ seit 06/2005 Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: Geldquelle Pille???
BeitragVerfasst: 19. März 2009 09:19 
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nicht mehr ganz so neu

Registriert: 11. Dezember 2008 14:04
Beiträge: 90
Oh man!!! Nagut jetzt kann ich (ansatzweise) verstehen warum ich meinen nächsten Termin auch immer im nächsten Quartal bekomme und nicht im selbigen.
Ein Arzt ist ja schließlich auch nur ein Mensch und muss etwas essen. Trotzdem finde ich es nicht gut, wenn hormonelle Verhütungsmittel über den Klee gelobt werden und gar keine Alternativen wie NFP angesprochen, oder sogar niedergemacht werden.
Ich werde weiterhin noch schön brav 2 mal im Jahr zur Krebsvorsorge gehen, einfach mir zu liebe. Allerdings werde ich mir einen neuen FA suchen!! mein Alter FA wird seine stromkosten ab jetzt leider nicht mehr mit meinem Geld bezahlen können. *zunge*

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Pillenfrei seit dem 22.12.2008 ... nach ca. 2 1/2 Jahren Leios
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