Ja, ich glaube du hast mich richtig verstanden, sorry, wenn es nicht klar genug formuliert war.
Carisa hat geschrieben:
Im Endeffekt ists doch deutlich sicherer, wenn du einen Störfaktor nur als solchen anerkennst, wenn er bei der Person wirklich IMMER stört, weil man sich ja sonst aussuchen könnte. Dann klammert man den Wert aus, weil man meint, dass er nicht in die Kurve passt, weil der Störfaktor ja da war. Und beim nächsten Mal, wenn der Wert in die Kurve passt, lässt man ihn trotz Störfaktor drin. Das ist dann ein Zurechtklammern, wie es gerade passt.
Mein Punkt ist, dass die Sensiplan-Regeln aber genau das nicht sagen. Da steht: stören kann, nicht muss. Die hier im Forum propagierte Muss-immer-stören-Regel ist meiner Meinung nach eine Überinterpretation, die nicht von den Regeln gedeckt ist

.
Die Gefahr, dass dies zum Schönklammern führt, sehe ich ehrlich gesagt auch nicht. Im Gegenteil würde diese Immer-Regel dazu führen, dass viele Kurven überflüssig unauswertbar wären und die Findung von Störfaktoren unendlich kompliziert wird. Ich bringe dazu mal ein Beispiel aus meinen Störfaktoren:
Bei mir stört Alkohol sehr eindeutig, ab einer gewissen Menge. Ich weiß dass durch viele viele gestörte Messwerte nach Alkohol in der Tieflage. Ich gehe also in den verschiedenen Szenarien so vor:
1) Alkohol getrunken, Messwert in der Tieflage über üblichem Tieflagenniveau --> klammern
2) Alkohol getrunken, Messwert im Tieflagenniveau --> nicht klammern, weil nicht beide Bedingungen zum Klammern zutreffen
3) Kein Alkohol getrunken, Messwert ist erhöht --> nicht klammern, weil nicht beide Bedingungen zum Klammern zutreffen
4) Alkohol getrunken, Messwert ist erhöht und liegt im potenziellen Anstieg --> klammern, da Anstieg und potenzieller Störfaktor
Wo klammere ich da was zurecht? In allen Fällen sind die Regeln erfüllt. Natürlich suche ich nicht nach einem neuen Störfaktor, nur weil mal ein Wert erhöht ist, sondern lasse ihn drin und beobachte das weiter. Aber in Fällen, wo ich zig mal beobachtet habe, dass ein bekannter Faktor (hier Alkohol) stört, klammere ich natürlich.
Wenn ich euch richtig verstehe, müsste ich Alkohol als Störfaktor ausschließen, sobald ich einmal unter Alkohl einen ungestörten Wert habe

. Abgesehen davon, dass das von den Regeln nicht gedeckt ist, geht das irgendwie davon aus, dass der Körper eine Maschine ist, die immer exakt gleich reagiert. Was weiß ich, warum in einem von 10 Fällen die Temperatur nach der gleichen Menge Alkohol nicht gestört ist

. Vielleicht hat meine Leber einen Besonders guten Tag, vielleicht war der Rollmops vor dem Glas Wein entscheidend, vielleicht ist es die Mondphase...
Im Endeffekt würde das bedeuten, dass ich keinen Wert nach Alkohol mehr klammern darf, nur weil es ausnahmsweise Mal nicht gestört hat. Wenn ich ich im 15. Zyklus plötzlich feststelle, dass er einmal nicht stört, sind dann alle vorangengenen Zyklen falsch ausgewertet? Darf ich dann nie wieder Alkohol in der Tieflage trinken, weil ich nicht mehr klammern darf und meine Zyklen dadurch unauswertbar werden? Das kann nicht sein, und so steht es auch nicht in den Regeln.