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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 22. Juli 2013 15:59 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 17. Januar 2009 01:26
Beiträge: 542
liebe Wildkirsche, das hört sich wirklich krass an mit den vielen Blutungen.

Wie ist denn dein Sexleben? Hast du häufigen Sex? Insbesondere Sex während einer Blutung kann sowohl die Menstruationsstärke erhöhen wie auch deren Dauer verlängern, den Zusammenhang erkläre ich im folgenden:

Blutungen werden normalerweise durch Prostaglandine verstärkt. Von Prostaglandinen hast du als Mama sicher schon gehört. Als Medikament werden sie eingesetzt, um Wehen einzuleiten, wenn eine Geburt zu lange auf sich warten lässt. Nun produziert aber auch unser Körper selbst diese Prostaglandine. Der Prostaglandinspiegel ist vor allem während der Geburt und während der Mens erhöht. In beiden Fällen hat knapp zuvor ein abrupter Abfall des Progesterons stattgefunden. Progesteron ist notwendig, um die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten, und es wird in den 14 Tagen vor der Mens produziert. Sobald der Körper kein Progesteron mehr herstellt, wird Prostaglandin ausgeschüttet. Es hat den Effekt, Kontraktionen der Gebärmutter hervorzurufen. Die Kontraktionen wiederum ermöglichen es der Gebärmutter, sich ihres Inhalts "zu entledigen". Das kann ein Baby sein, aber auch Gebärmutterschleimhaut und Blut.
Desweiteren wird Prostaglandin während eines Orgasmus ausgeschüttet, ebenso enthält das männliche Sperma große Mengen davon. Die durch das Prostaglandin hervorgerufenen Kontraktionen der Gebärmutter verstärken und intensivieren auch unseren Orgasmus ;-) . Aus diesem Grund haben Frauen gelegentlich auch sogenannte Orgasmusblutungen.
Wenn du bspw. während der Mens viel Sex hast, kann das also die Mens verlängern, da die Gebärmutter durch die Kontraktionen immer weiter dazu angeregt wird, Blut und Gewebe abzustoßen. Für Frauen, die wie ich nur eine sehr kurze Mens haben, ist das ein wünschenswerter Effekt. Meine Mens wurde z.B. nur durch Sex von früher eineinhalb Tagen auf rund drei Tage verlängert.
Temporäre Enthaltsamkeit könnte daher evt einen Beitrag dazu leisten, deinen hohen Prostaglandinspiegel etwas abzusenken und deinen Hormonhaushalt und hier konkret die Dauer deiner Blutungen ein wenig selbst zu beeinflussen und zu steuern. Natürlich kann ich dir keine Gewähr geben, dass die Methode in deinem Fall funktioniert ;-)

Nachtrag I: Die Hormonlage während und nach einer Geburt findet sich oft auch bei Frauen, die die Pille absetzen. Die Pille simuliert ja eine Schwangerschaft, und mit dem abrupten Absetzen wird dem Körper quasi eine Geburt vorgetäuscht, dementsprechend reagiert er dann auch. Somit befindest du dich hormonell momentan in einer simulierten Nachgeburtsphase. Das abrupte Absetzen von Gestagenen, die ja nichts anderes als Progesteronderivate sind, haben offenbar ebenso eine Prostaglandinausschüttung zur Folge wie der abrupte Abfall des natürlichen Progesterons, und damit die starken Blutungen. Ich gehe davon aus, dass wenn du immer wieder mal zwischendurch mit der Cerazette experimentierst, du mit jedem erneuten Absetzen eine erneute Prostaglandinausschüttung provozierst und damit ein perpetuum mobile. Ich vermute mal, dass zurzeit auch dein Prolaktinspiegel erhöht ist ;-) . Wie lange brauchte dein Körper denn nach den Schwangerschaften bzw. Stillzeiten, bis er wieder im Lot war? Soviel Zeit solltest du dir auch diesmal wieder geben ;-)

Nachtrag II: die durch den Orgasmus ausgeschütteten Prostaglandine und dadurch hervorgerufenen Kontraktionen der Gebärmutter sind auch der Grund für die Empfehlung, während der ersten und letzten Schwangerschaftswochen keinen Sex mit Orgasmen zu haben, da sie Fehlgeburten auslösen können.
Desweiteren gibt es m.W.n. auch Nahrungsmittel, die während einer Schwangerschaft nicht verzehrt werden dürfen, weil sie Wehen fördernd sein können. Als Mama kennst du dich da sicher gut aus. Diese Nahrungsmittel würde ich in deiner jetzigen Situation auch meiden.

So, ich hoffe, ich konnte dir mit diesem langen Beitrag etwas helfen :roll: .

_________________
Woman ist !Freigeist und unbeeinflussbar und hatte Nov 2016 mit 52 Jahren ihre letzte Mens, schnief-;(


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 22. Juli 2013 19:02 
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neu hier

Registriert: 17. Juli 2013 09:59
Beiträge: 38
Wohnort: in Schleswig Holstein
NFP seit: 17.07.2013
an SalutCarole:

Hab vielen Dank für Deine tollen Beiträge! Es ist immer wieder spannend, wenn eine Tatsache erklärt wird und man so versteht, warum etwas ist wie es ist.
Von besonderer, weil wehenfördernder Ernährung habe ich nie etwas gehört, vermutlich habe ich aber immer alles richtig gemacht, denn meine Kinder ließen stets auf sich warten ;-) Nun werde ich mich mal informieren.
Ich weiß, dass mein Körper alles gut festhält (so erkläre ich mir auch immer die starken Mensschmerzen, die langen Geburten).
Außerdem habe ich alle drei Kinder voll gestillt und nach ein paar Monaten festgestellt, dass meine Mens sich wieder einstellte; so kräftig und in bis zu 33 Tagen-Zyklen wie immer.
Ich habe in der letzten Zeit wohl keinen MS gehabt, weiß also nicht, ob ich überhaupt noch ES bekomme, kann auch meinen Mumu nicht erreichen, doch mit dem Temperaturauswerten und dem Beobachten des Schleimes werde ich diesem Körper hoffentlich noch ein paar Geheimnisse entlocken ;-)
Liebe Grüße!


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 26. Juli 2013 12:54 
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Moderatorin

Registriert: 14. Oktober 2008 00:39
Beiträge: 26849
Wohnort: mind palace
NFP seit: Oktober 2008
SalutCarole hat geschrieben:
Die Pille simuliert ja eine Schwangerschaft, und mit dem abrupten Absetzen wird dem Körper quasi eine Geburt vorgetäuscht, dementsprechend reagiert er dann auch.

Also, wie das mit dem Absetzen hormonell genau ist im Vergleich zu einer Geburt weiß ich nicht, aber die Pille simuliert keine Schwangerschaft sondern eine Hochlage, was - wie wir fleißigen NFPlerinnen ja wissen - ein anderer hormoneller Zustand ist.

_________________
Wir befinden uns im Jahr 50 nach der Pille. Ganz Deutschland ist von hormoneller Verhütung besetzt. Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Frauen bevölkertes Forum hört nicht auf, der Pille Widerstand zu leisten! Und das Leben ist nicht leicht für die hormonellen Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Frauenarztum, Hebammum und Apothekum liegen...
Happy endings don’t exist, but here’s a pearl you may have missed: Every day can be a happy beginning.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 26. Juli 2013 23:21 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 17. Januar 2009 01:26
Beiträge: 542
höstkvinna hat geschrieben:
SalutCarole hat geschrieben:
Die Pille simuliert ja eine Schwangerschaft, und mit dem abrupten Absetzen wird dem Körper quasi eine Geburt vorgetäuscht, dementsprechend reagiert er dann auch.

Also, wie das mit dem Absetzen hormonell genau ist im Vergleich zu einer Geburt weiß ich nicht, aber die Pille simuliert keine Schwangerschaft sondern eine Hochlage, was - wie wir fleißigen NFPlerinnen ja wissen - ein anderer hormoneller Zustand ist.



liebe höstkvinna,

ich war in diesem Punkt schon anderer Meinung, als hier im Forum die ersten posts dazu auftauchten.
Ich werde versuchen, das darzulegen:

Was die Hochlage von der Pilleneinnahme unterscheidet, ist, dass in der Hochlage weiterhin kontinuierlich die Gonadotropine LH und FSH ausgeschüttet werden, die den Zyklus aufrecht erhalten.
Die Hemmung der Gonadotropinausschüttung ist die grundlegende Gemeinsamkeit von Pilleneinnahme und Schwangerschaft.
Was die Pilleneinnahme tatsächlich von einer Schwangerschaft unterscheidet, ist das Fehlen des Schwangerschaftshormons hCG. Da der Zyklus durch Einnahme von hCG jedoch nicht erfolgreich unterdrückt werden kann, sondern nur durch Hemmung der Gonadotropine, ist nicht das hCG, sondern das Fehlen der Gonadotropine der ausschlaggebende Faktor für die Ähnlichkeit der Pilleneinnahme mit einer Schwangerschaft.
Während der HL werden weder Gonadotropine gehemmt noch hCG gebildet. Daher hat die HL hormonell weder Ähnlichkeit mit einer Schwangerschaft noch mit der Pilleneinnahme. Die Ähnlichkeit der Beschwerden der HL und der Beschwerden während der Pilleneinnahme ist kein hinreichender Grund, in der Pilleneinnahme eine Fortsetzung der HL zu sehen.

Natürlich stellt sich automatisch die Frage, wieso die Beschwerden während der HL nun dieselben wie unter Pilleneinfluss sind. M.M.n wurde sie jedoch falsch beantwortet. Denn übersehen wird dabei, dass dieselben Beschwerden auch in den Anfangswochen einer Schwangerschaft auftreten. Im Umkehrschluss hieße das, dass auch die Schwangerschaft die Fortsetzung der HL wäre. Was sie aber nur zeitbezogen ist. Ebenso wie die Pilleneinnahme nur zeitbezogen die Fortsetzung der HL ist. Was ich eher für ein von der Pharma festgelegtes Kuriosum halte (wie ja auch der 28-Tage-Rhythmus), denn mit der Pilleneinnahme könnte zu jedem beliebigen Zeitpunkt des Zyklus begonnen werden. Die Beschwerden träten dennoch auf.

Da unter allen drei hormonellen Situationen, also HL, Anfangswochen der Schwangerschaft und Pilleneinnahme, trotz der genannten Unterschiede Ähnlichkeiten auftreten, die sich insbesondere in kaum voneinander zu unterscheidenden Beschwerden äußern, sollte man daher nach einem eventuellen gemeinsamen Faktor suchen. Dieser Faktor könnte der wahre Grund für die Beschwerden sein.
Ich habe eine Vermutung, lasse das jedoch offen, um auch andere Userinnen dazu anzuregen, die m.M.n. falsche Schlußfolgerung aus einer richtigen Beobachtung nochmal zu überdenken. Außerdem könnte sich meine Vermutung als falsch herausstellen, oder ich könnte auch irgendetwas übersehen haben. Daher möchte ich gerne erst andere Meinungen dazu lesen.

Was das Absetzen betrifft, so entspricht es m.M. durchaus dem Nachgeburtszustand: In beiden Fällen findet ein abrupter Hormonentzug statt (auch nach dem Absetzen von Antikontrazeptiva können z.B. vorübergehende Depressionen auftreten), und in beiden Fällen setzt die allmähliche Bildung der Gonadotropine LH und FSH wieder ein.

Nachtrag: diese Diskussion könnte evt. in den passenden thread verschoben werden?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 29. Juli 2013 09:58 
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neu hier

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Alle Kundigen bitte an die Tastaturen!
Ich bin sehr gespannt auf diese Diskussion, habe ich doch so viele Jahre den Ärzten geglaubt, dass dem Körper mit der Pille eine Schwangerschaft vorgetäuscht wird, um einen Eisprung zu verhindern. Aus diesem Grund kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, weshalb eine Ähnlichkeit zur Hochlage vorliegen soll, zumal in der ja ein Eisprung stattfinden wird, oder?
Selbst falls ich vollig daneben liege hoffe ich, dass mein kleiner Beitragsversuch zum Schreiben anregt :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 29. Juli 2013 23:08 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 17. Januar 2009 01:26
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Wildkirsche61 hat geschrieben:
Alle Kundigen bitte an die Tastaturen!
Ich bin sehr gespannt auf diese Diskussion, habe ich doch so viele Jahre den Ärzten geglaubt, dass dem Körper mit der Pille eine Schwangerschaft vorgetäuscht wird, um einen Eisprung zu verhindern. Aus diesem Grund kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, weshalb eine Ähnlichkeit zur Hochlage vorliegen soll, zumal in der ja ein Eisprung stattfinden wird, oder?
Selbst falls ich vollig daneben liege hoffe ich, dass mein kleiner Beitragsversuch zum Schreiben anregt :-)
*kopfkratz* Hast du "Natürlich und Sicher" vom Triasverlag gelesen? Bitte nachschlagen und dann weiterschreiben. Das ist Grundwissen für dieses Forum ;-) .

edit: du schriebst an anderer Stelle, dass du den fehlenden Mittelschmerz als Zeichen dafür ansiehst, dass du keinen ES hattest. Anmerkung: Mittelschmerz ist nach den NFP-Regeln KEIN auswertbarer Indikator für einen Eisprung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 30. Juli 2013 09:15 
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Ich gestehe, ich habe im Buch erst einmal einige Seiten gelesen, werde es unverzüglich ganz lesen! *rotwerd*

Es würde mich in Bezug auf den Mittelschmerz allerdings sehr wundern, wenn er in meinem Fall nicht doch meine Eisprünge angezeigt hätte, denn in meinen Kinderwunschzeiten stimmte die Zeit des MS immer mit der Qualität des Schleimes überein!
Jetzt bin ich gespannt, wie andere Frauen empfinden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 31. Juli 2013 15:13 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 17. Januar 2009 01:26
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Wildkirsche61 hat geschrieben:
Ich gestehe, ich habe im Buch erst einmal einige Seiten gelesen, werde es unverzüglich ganz lesen! *rotwerd*

Es würde mich in Bezug auf den Mittelschmerz allerdings sehr wundern, wenn er in meinem Fall nicht doch meine Eisprünge angezeigt hätte, denn in meinen Kinderwunschzeiten stimmte die Zeit des MS immer mit der Qualität des Schleimes überein!
Jetzt bin ich gespannt, wie andere Frauen empfinden.
liebe Wildkirsche, das kann in vielen Fällen übereinstimmen, muss aber nicht ;-) . Als anerkannte Anzeichen nach den NFP-Regeln gelten die Symptome, die bei allen Frauen immer zutreffen, und das sind nur Schleim, Tempi und Mumu.

In der Prämenopause werden diese Symptome leider immer schwächer, das ist meine persönliche Erfahrung. Habe kaum noch Schleim, die Tempi geht nur noch mit Mönchspfeffer merklich hoch und Mumu-Veränderungen spüre ich zwar, aber ich kann sie mit dem Finger nicht fühlen. Ansonsten ist habe ich noch sehr regelmäßige Zyklen. Am deutlichsten sind bei mir die Stimmungsumschwünge, aber das gehört ebenso wie MS-Symptome zu den individuellen Zyklus-Indikatoren, nicht zu denen, die bei allen Frauen gleich sind.

Über den MS gibt's ein kleines Kapitel im NFP-Buch (vorletzte Ausgabe, kann die Seite gerade nicht nennen, da ich meines leider permanent verleihe ;-) ).
Entschuldigung, falls ich mich bei meinem letzten Beitrag im Ton vergriffen haben sollte, hatte vor zwei Tagen richtig fiese "Hochlagen-Hochstimmung" *zunge* :oops: .
lg.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 31. Juli 2013 19:12 
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SalutCarole hat geschrieben:
Da der Zyklus durch Einnahme von hCG jedoch nicht erfolgreich unterdrückt werden kann, sondern nur durch Hemmung der Gonadotropine, ist nicht das hCG, sondern das Fehlen der Gonadotropine der ausschlaggebende Faktor für die Ähnlichkeit der Pilleneinnahme mit einer Schwangerschaft.
Während der HL werden weder Gonadotropine gehemmt noch hCG gebildet. Daher hat die HL hormonell weder Ähnlichkeit mit einer Schwangerschaft noch mit der Pilleneinnahme.

Die hohen Progesteronwerte in der Hochlage führen aber doch gerade zu einer Hemmung der Gonadotropinausschüttung *kopfkratz* Genau dieser Mechanismus führt beim Menschen dazu, dass es eben zu keinem weiteren Eisprung in der Lutealphase kommen kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 31. Juli 2013 22:33 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 17. Januar 2009 01:26
Beiträge: 542
@dina und höstkvinna,

Dina, kannst du das (mit einem Link) belegen, dass die Gonadotropine nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch in der Lutealphase unterdrückt werden? Wenn das so wäre, würde ich mich eurer Argumentation vermutlich anschließen. Vorstellen kann ich mir das, ehrlich gesagt, nicht *nixweiss* .

Nach meinem bisherigen Kenntnisstand stellen die Gonadotropine ihre Aktivität durch einen Rückkopplungseffekt auf die Information, dass ein ausreichend hoher Blutspiegel an weiblichen Steroidhormonen - wie bei Eintreten einer Schwangerschaft - vorhanden ist, ein.
Diese Hormone können sowohl Östrogen und Gestagen (Progesteron gilt ja inzwischen nur noch als eines von verschiedenen Gestagenen) sein oder eines von beiden. Welches Hormon das im Besonderen der Fall ist, spielt m.W.n. keine Rolle.
Nach Marits Argumentation in diesem thread soll das Progesteron alleine für die Unterdrückung der Gonadotropine verantwortlich sein. Das würde nicht erklären, weshalb auch reine Östrogenpillen den Eisprung unterdrücken können. Auch stark erhöhte körpereigene Östrogenwerte können zum Ausbleiben des Eisprungs führen oder ihn stark verzögern, siehe Beispiel PCO.
Wenn das Progesteron für die Hemmung der Gonadotropine verantwortlich wäre, dann müssten wir eine neue Erklärung finden, weshalb auch in der (durchgehenden) Stillzeit kein Eisprung stattfindet.
Bitte korrigiert mich, wenn etwas falsch ist.

Kleiner Tipp für Wildkirsche61: mir ist nachträglich eingefallen, dass Schachtelhalmtee einen stark blutungshemmenden Effekt hat, insbesondere von Gebärmutterblutungen. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 31. Juli 2013 23:52 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
SalutCarole hat geschrieben:
Wenn das Progesteron für die Hemmung der Gonadotropine verantwortlich wäre, dann müssten wir eine neue Erklärung finden, weshalb auch in der (durchgehenden) Stillzeit kein Eisprung stattfindet.
Bitte korrigiert mich, wenn etwas falsch ist.


In der Stillzeit kommt ein weiteres Hormon ins Spiel und zwar das Prolaktin, dass auch die Gonadotropinausschüttung unterdrückt. (Außer der Spiegel fällt zu weit ab)

Hier noch etwas zum Menstruationszyklus


Edit: Reine Östrogenpillen? Zur Verhütung? *kopfkratz*
Östrogene werden bei Frauen die ihre Gebärmutter noch haben kaum alleine eingesetzt, also nicht ohne Gestagen. (Äußerliche Anwendung ausgenommen)

Verwechselst du das vielleicht mit Gestagenpräparaten?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 1. August 2013 08:01 
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Moderatorin

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Beiträge: 12768
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SalutCarole, du kannst bzgl. Gonadotropinhemmung in der Lutealphase in "NFP heute" etwas finden. Woher hast du denn deine Information, dass das Progesteron keine Hemmung bewirkt? Bisher habe ich dazu nichts finden können.


SalutCarole hat geschrieben:
Nach Marits Argumentation in diesem thread soll das Progesteron alleine für die Unterdrückung der Gonadotropine verantwortlich sein. Das würde nicht erklären, weshalb auch reine Östrogenpillen den Eisprung unterdrücken können. Auch stark erhöhte körpereigene Östrogenwerte können zum Ausbleiben des Eisprungs führen oder ihn stark verzögern, siehe Beispiel PCO.

Zumindest in der Lutealphase ist es das Progesteron ja. Wenn Östrogen in den dann vorhandenen Konzentrationen ebenfalls zu einer Gonadotropinhemmung führen würde, hätten wir ein Problem in der Follikelphase überhaupt Eisprünge zu bekommen, denn üblicherweise ist dann die Östrogen dann ja noch höher. Allerdings schließt das nicht aus, dass sehr hohe Östrogenwerte ebenfalls zu einer Hemmung der Gonadotropine führen können. Ich sehe da jedenfalls kein entweder oder.

PCO würde ich jetzt wirklich nicht als Argument heranziehen, dazu ist in meinen Augen viel zu wenig über die Ursachen, die dazu führen, bekannt. Ich hatte z.B. eine Zeit lang welche ohne erhöhte Östrogenwerte.


Alana hat es ja schon geschrieben, pränatal wird i.A. das Prolaktin für das Ausbleiben des Eisprungs verantwortlich gemacht. Falls du da andere wissenschaftliche Quellen hast, immer her damit. *sonne*

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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 1. August 2013 08:54 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
@ Dina

positive Rückkopplung Estradiol und LH

Es findet sich nicht alles in diesem Abschnitt, aber ich führe es trotzdem aus:


Eine gewisse Schwellenkonzentration an Estradiol ( dem körpereigenen Östrogen) ist notwendig um LH und FSH ansteigen zu lassen und damit den Eisprung auszulösen. Progesteron verhindert ab einer gewissen Konzentration weitere Eispprünge (die geringen Konzentrationen kurz vor dem Eisprung unterdrücken ihn nicht).
Grundsätzlich besteht dieser Effekt auch bei einer Schwangerschaft. Der Gelbkörper (der Rest des Eibläschens) bleibt sehr lange erhalten und produkziert weiterhin Progesteron, dass Eisprünge unterdrückt und eine Schwangerschaftserhaltende Wirkung hat.
Bisher gibt es kein küstliches Gestagen, dass diese Schwangerschaftserhaltende Wirkung hat, die Unterdürckung des Eisprungs funktioniert allerdings und darauf basiert hauptsächlich die hormonelle Verhütung.

Eine Seite weiter zu lesen:

Bei PCO wird durch die männlichen Hormone die produktion von FSH gestört und damit die Eizellreifung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 1. August 2013 11:27 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 17. Januar 2009 01:26
Beiträge: 542
@Alana:

ich bekomme in deiner Quelle nur folgenden Text angezeigt:

Zitat:
Sie haben entweder eine Seite erreicht, die nicht angezeigt werden kann, oder die Anzeigebeschränkung für dieses Buch erreicht
Wenn ich scrolle, bekomme ich Themen wie "Blutungen in der Schwangerschaft" und "Komplikationen bei der Geburt" angezeigt...

Könntest du die aussagerelevanten Textstellen evt. kopieren?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wechseljahre unter der Pille?
BeitragVerfasst: 1. August 2013 11:39 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
Nein kann ich nicht, ist keine Textdatei und mir gerade zu ausführlich um das abzutippen.

Hier steht noch etwas: Probleme mit den Tagen

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