liebe Wildkirsche, das hört sich wirklich krass an mit den vielen Blutungen.
Wie ist denn dein Sexleben? Hast du häufigen Sex? Insbesondere Sex während einer Blutung kann sowohl die Menstruationsstärke erhöhen wie auch deren Dauer verlängern, den Zusammenhang erkläre ich im folgenden:
Blutungen werden normalerweise durch Prostaglandine verstärkt. Von Prostaglandinen hast du als Mama sicher schon gehört. Als Medikament werden sie eingesetzt, um Wehen einzuleiten, wenn eine Geburt zu lange auf sich warten lässt. Nun produziert aber auch unser Körper selbst diese Prostaglandine. Der Prostaglandinspiegel ist vor allem während der Geburt und während der Mens erhöht. In beiden Fällen hat knapp zuvor ein abrupter Abfall des Progesterons stattgefunden. Progesteron ist notwendig, um die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten, und es wird in den 14 Tagen vor der Mens produziert. Sobald der Körper kein Progesteron mehr herstellt, wird Prostaglandin ausgeschüttet. Es hat den Effekt, Kontraktionen der Gebärmutter hervorzurufen. Die Kontraktionen wiederum ermöglichen es der Gebärmutter, sich ihres Inhalts "zu entledigen". Das kann ein Baby sein, aber auch Gebärmutterschleimhaut und Blut.
Desweiteren wird Prostaglandin während eines Orgasmus ausgeschüttet, ebenso enthält das männliche Sperma große Mengen davon. Die durch das Prostaglandin hervorgerufenen Kontraktionen der Gebärmutter verstärken und intensivieren auch unseren Orgasmus

. Aus diesem Grund haben Frauen gelegentlich auch sogenannte Orgasmusblutungen.
Wenn du bspw. während der Mens viel Sex hast, kann das also die Mens verlängern, da die Gebärmutter durch die Kontraktionen immer weiter dazu angeregt wird, Blut und Gewebe abzustoßen. Für Frauen, die wie ich nur eine sehr kurze Mens haben, ist das ein wünschenswerter Effekt. Meine Mens wurde z.B. nur durch Sex von früher eineinhalb Tagen auf rund drei Tage verlängert.
Temporäre Enthaltsamkeit könnte daher evt einen Beitrag dazu leisten, deinen hohen Prostaglandinspiegel etwas abzusenken und deinen Hormonhaushalt und hier konkret die Dauer deiner Blutungen ein wenig selbst zu beeinflussen und zu steuern. Natürlich kann ich dir keine Gewähr geben, dass die Methode in deinem Fall funktioniert
Nachtrag I: Die Hormonlage während und nach einer Geburt findet sich oft auch bei Frauen, die die Pille absetzen. Die Pille simuliert ja eine Schwangerschaft, und mit dem abrupten Absetzen wird dem Körper quasi eine Geburt vorgetäuscht, dementsprechend reagiert er dann auch. Somit befindest du dich hormonell momentan in einer simulierten Nachgeburtsphase. Das abrupte Absetzen von Gestagenen, die ja nichts anderes als Progesteronderivate sind, haben offenbar ebenso eine Prostaglandinausschüttung zur Folge wie der abrupte Abfall des natürlichen Progesterons, und damit die starken Blutungen. Ich gehe davon aus, dass wenn du immer wieder mal zwischendurch mit der Cerazette experimentierst, du mit jedem erneuten Absetzen eine erneute Prostaglandinausschüttung provozierst und damit ein perpetuum mobile. Ich vermute mal, dass zurzeit auch dein Prolaktinspiegel erhöht ist

. Wie lange brauchte dein Körper denn nach den Schwangerschaften bzw. Stillzeiten, bis er wieder im Lot war? Soviel Zeit solltest du dir auch diesmal wieder geben

Nachtrag II: die durch den Orgasmus ausgeschütteten Prostaglandine und dadurch hervorgerufenen Kontraktionen der Gebärmutter sind auch der Grund für die Empfehlung, während der ersten und letzten Schwangerschaftswochen keinen Sex mit Orgasmen zu haben, da sie Fehlgeburten auslösen können.
Desweiteren gibt es m.W.n. auch Nahrungsmittel, die während einer Schwangerschaft nicht verzehrt werden dürfen, weil sie Wehen fördernd sein können. Als Mama kennst du dich da sicher gut aus. Diese Nahrungsmittel würde ich in deiner jetzigen Situation auch meiden.
So, ich hoffe, ich konnte dir mit diesem langen Beitrag etwas helfen

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