Quelle
Studie: Anweisungen während der Geburt helfen der Gebärenden nur wenig typische Anweisungen wie "Jetzt pressen!" während einer Geburt
beeinflussen deren Ver-lauf nur sehr wenig. Lediglich die Dauer wird um
etwa eine Viertelstunde vermindert, haben amerikanische Forscher
nachgewiesen. Auch fanden sie Hinweise darauf, dass gezieltes Pressen
und Entspannen das Risiko für Blasenprobleme nach der Geburt erhöhen.
Frauen sollten daher eher ihrem Gefühl folgen und dann pressen, wenn
ihnen danach ist, empfehlen die Wissenschaftler.
Für ihre Studie teilten die Mediziner 320 Erstgebärende in zwei Gruppen
ein: Die eine Hälfte erhielt während der Wehenkontraktionen die
Anweisung, für 10 Sekunden zu pressen, wäh-rend die andere Hälfte
einfach ihrem Gefühl folgen sollte. Bei allen Frauen war die
Schwangerschaft normal verlaufen, und keine erhielt während der Geburt
eine Periduralanästhesie. Beide Gruppen wurden intensiv von Hebammen
betreut.
Die Anweisungen hatten erstaunlich wenig Einfluss auf Dauer und Verlauf
der Geburt, be-richten die Forscher. Bei den Frauen, die angeleitet
worden waren, verkürzte sich die Zeit von der vollständigen Öffnung des
Muttermundes bis zur Geburt des Kindes von durch-schnittlich 59 auf 46
Minuten – ein Unterschied, der bei einer Gesamtdauer von bis zu 14
Stunden kaum ins Gewicht fällt, wie die Mediziner kommentieren.
Möglicherweise haben die gezielten Anweisungen jedoch negative
Spätfolgen für die Mütter: Bei einer Untersuchung drei Monate nach der
Geburt klagten deutlich mehr Frauen aus der Anweisungsgruppe über
Blasenprobleme als aus der Vergleichsgruppe. In weiteren Studien müsse
nun genauer untersucht werden, ob sich die Blasenbeschwerden wieder
zurückbilden und ob sie tatsächlich auf das gezielte Pressen
zurückgeführt werden können, so die For-scher.
Steven Bloom (Universität von Texas, Austin) et al.: American Journal of
Obstetrics and Gy-necology, Bd. 194, Nr. 1
(Gefunden in einer Schwangerenmailingliste)