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 Betreff des Beitrags: Verhütungsreport 2015 - Österreich
BeitragVerfasst: 5. November 2015 16:03 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 28. Januar 2013 01:56
Beiträge: 785
NFP seit: 04/2013
Verhütungsreport im PDF-Format

Leider ist die "Selbstbeobachtung ("natürliche Verhütung")" nicht näher spezifiziert, genauso wenig wie man auf den theoretische PI von 4 und den praktischen PI von 25 kommt...

Interessant fand ich, dass für 19 % der Befragten "natürlich" ein Entscheidungskriterium bei der Methodenwahl war.

Der Auftraggeber der Befragung sieht dahinter die - sachlich nicht gerechtfertigte - grundsätzliche Befürchtung der Betroffenen, dass „Hormone nicht gut sein können für die Gesundheit“, wie der Gynäkologe vor Journalisten erläuterte. In einem anderen Artikel spricht er überhaupt von "Hormonangst".

Ich habe die Abkehr von hormonellen Verhütungsmethoden zwar in meinem Bekanntenkreis auch wahrgenommen, hab das aber eher auf das Alter geschoben, wo viele einfach schon an Kinder denken...

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsreport 2015 - Österreich
BeitragVerfasst: 5. November 2015 16:19 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 16. April 2014 12:03
Beiträge: 911
Wohnort: bei München
NFP seit: April 2014
Jaja, der Herr Dokta F aus W mit seinen netten jährlichen Reports, und der mit seinen Praxen sicher nicht schlecht an hormoneller Verhütung aller Art und an Abbrüchen verdient... *ko*
Die WuMi hat kürzlich im Verhütungsmythen-Faden einen Radiobericht erwähnt, der auf dem diesjährigen "Report" basiert. Als ein weiterer Grund contra Pille und pro "natürliche Methoden" wurde da der Trend zu veganer Lebensführung genannt.

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2 Töchter: Januar '22 & Juni '19 — Sommer☆ '18 — Abbruch ⋆ '16.
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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsreport 2015 - Österreich
BeitragVerfasst: 5. November 2015 16:36 
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Registriert: 23. November 2014 18:59
Beiträge: 48
Treibholz, du hast den von 2012 verlinkt. Hier ist der von 2015: http://www.gynmed.at/sites/default/file ... gynmed.pdf

Auf Seite 28 ist ein Hinweis, woher die Annahmen für die PI's kommen könnten. Nämlich von der Webseite http://www.contraceptivetechnology.org/the-book/take-a-peek/contraceptive-efficacy/.
Da gibt es einen weiteren Link zu einer Liste, die auf einer eigenen Studie beruht (ganz unten angeführt): http://www.contraceptivetechnology.org/ ... eTable.pdf.

Zwar wird unter Fertility awareness-based methods die Symptothermale Methode mit PI 0,4 angeführt, aber für alle Natürlichen Methoden wird ein Gesamt-PI von 24 angegeben. Merkwürdigerweise wird die "Tage zählen" (standard days method) Methode im Bericht allein herausgegriffen, aber alle anderen natürlichen Methoden nicht differenziert. *zunge*

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsreport 2015 - Österreich
BeitragVerfasst: 5. November 2015 16:40 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 28. Januar 2013 01:56
Beiträge: 785
NFP seit: 04/2013
SunnyFrani hat geschrieben:
Die WuMi hat kürzlich im Verhütungsmythen-Faden einen Radiobericht erwähnt, der auf dem diesjährigen "Report" basiert. Als ein weiterer Grund contra Pille und pro "natürliche Methoden" wurde da der Trend zu veganer Lebensführung genannt.


*nichtallehaben* Den Zusammenhang versteh ich nicht ehrlich gesagt - ausgenommen vielleicht, dass man sich oft bei veganer Lebensführung intensiver mit seiner Umwelt und eben seiner Lebensführung auseinandersetzt/auseinandersetzen muss, was eventuell auch zu einem Überdenken der Verhütungsfrage führt. Aber sonst? *kopfkratz*


Twinni2, danke - dann hab ich mir tatsächlich den falschen Report angeschaut :oops: *ko* . Aber ich hab sowas schon geahnt - dass da einfach alle "natürlichen Methoden" (von Tage zählen über "ich merk eh wenn ich einen Eisprung hab" bis zur symptothermalen Methode) in einen Topf geworfen werden, damit man schön weiter das Klischee befeuern kann, dass die ja so unsicher seien.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsreport 2015 - Österreich
BeitragVerfasst: 5. November 2015 16:50 
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Registriert: 23. November 2014 18:59
Beiträge: 48
Was mich auch besonders ärgert, sind Kommentare in diesem Stil:

Zitat:
Durch eine sachliche Aufklärung können die meisten Befürchtungen vor gesundheitlichen
Folgen hormoneller Verhütungsmittel dem real sehr geringen Risiko gegenübergestellt
werden. Auch sollte über die zusätzlichen Vorteile von hormoneller Verhütung informiert
werden, wie der Schutz vor Eierstock- und Gebärmutterkrebs, ein regelmäßiger Zyklus
und weniger Regelschmerzen, sowie – falls gewünscht – seltenere Regelblutungen
(www.periodenfrei.info). Diese Informationstätigkeit benötigt Zeit, die in der ärztlichen
Praxis kaum bzw. nicht vergütet wird. Gleichzeitig fehlen finanzielle Ressourcen für
breite Informationskampagnen.
Seit einigen Jahren ist auch in Österreich eine „Anti-Hormon“ Berichterstattung zu
beobachten, welche das tatsächliche Risiko von hormonellen Verhütungsmitteln
emotionalisiert und verzerrt darstellt. Dieses Phänomen ist als „pill scare“ aus anderen
Ländern bekannt, wo auch eine Zunahme an Schwangerschaftsabbrüchen dokumentiert
ist.


Der Anfang kling so, als ob es regelrecht unnatürlich wäre, wenn Frauen ihre Tage bekommen.
Das alles macht mich sooooo wütend!

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsreport 2015 - Österreich
BeitragVerfasst: 5. November 2015 17:29 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 28. Januar 2013 01:56
Beiträge: 785
NFP seit: 04/2013
Vor allem find ich ist der Schluss halt zu kurz gegriffen. Wenn hormonelle Verhütungsmethoden nicht mehr so eine breite Akzeptanz haben bzw. die Patientin (aus welchen Gründen auch immer!) nicht hormonell verhüten möchte, dann muss ich die Frauen doch nicht mit besonderen Argumenten wieder zur hormonellen Verhütungsmethode bringen, sondern eine Beratung hinsichtlich der Möglichkeiten der nicht hormonellen Verhütung beraten und insbesondere auch beraten können. Mit Kupferspirale, Gynefix und IUB gibt es drei Methoden, die nicht hormonell sind und nicht in das scheinbar verpönte "Tage-zählen"-Schema passen. Auch die Tatsache, wie wichtig eine korrekte Handhabung der Kondome und insbesondere die passende Größe ist, könnte da einen Teil der Beratung darstellen. Dass die symptothermale Methode nicht für jede geeignet ist, mag sein - aber es gibt ja auch nicht hormonelle Möglichkeiten abseits der STM.

Ich habe das Gefühl, anstatt eine Verhütung zu finden, die zur Patientin passt, wird zwanghaft versucht, die Patientin wieder passend zum Verhütungsmittel zu machen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsreport 2015 - Österreich
BeitragVerfasst: 5. November 2015 19:45 
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Registriert: 23. November 2014 18:59
Beiträge: 48
Ja du hast völlig recht! Aber Gynefix und IUB werden nicht mal erwähnt, sondern immer nur darauf hingewiesen, dass Frauen aus scheinbar "abwegiger Hormonangst" zu viel unsichereren Methoden greifen, oder gar nicht mehr verhüten würden.
Man sollte sich vielleicht fragen, was getan werden kann, damit Frauen die keine Hormone nehmen wollen noch so für Möglichkeiten haben und wie man sie sicherer gestalten kann.
Ganz ganz fürchterlich!

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsreport 2015 - Österreich
BeitragVerfasst: 6. November 2015 14:56 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 28. Januar 2013 01:56
Beiträge: 785
NFP seit: 04/2013
Ich würde gerne ein E-Mail an das Gynmed Ambulatorium schicken - wird zwar im Endeffekt sinnlos sein, aber ich möchte das nicht unbeantwortet lassen.

Ich würde insbesondere folgende Dinge rausgreifen:

1. "Hormonangst" - warum Patientin wieder passend zum Verhütungsmittel zu machen und nicht Gynefix, IUB, Kupferspirale oder STM empfehlen wenn 19 % natürlich ohne Hormone verhüten wollen?
2. Risiken hormoneller Verhütungsmethoden werden runtergespielt und vermeintliche Vorteile (siehe Beitrag von Twinni2) hochgehalten
3. Natürliche Methoden werden alle in einen Topf geworfen ohne Differenzierung, insbesondere bei der Beurteilung der Zufriedenheit mit der Sexualität werden noch die Befragten dazu geworfen, die gar keinen Sex haben - wie ist denn da eine Vergleichbarkeit gegeben?

Würdet ihr da noch was dazu schreiben?

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsreport 2015 - Österreich
BeitragVerfasst: 7. November 2015 14:15 
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Inventar

Registriert: 22. Dezember 2013 21:02
Beiträge: 2477
Wohnort: vor den 7 Bergen
http://oesterreich.orf.at/stories/2740694/ - hier wird der Report im ORF zitiert.
Vielleicht wäre es sinnvoller, wenn dann an Medien zu schreiben statt an gynmed selbst? Wenn du dir wirklich die Arbeit machen willst...

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alternative Tabelle 2.0 für die Schleimzuordnung *klick*
Übrigens kannst du im Kurvenreich mit der Strg-Taste mehrere Schleimeigenschaften pro Rubrik auswählen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsreport 2015 - Österreich
BeitragVerfasst: 9. November 2015 15:39 
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Registriert: 23. November 2014 18:59
Beiträge: 48
Treibholz, ich finde super, dass du es versuchen möchtest! Hast du dein mail schon abgeschickt?
Ich denke allerdings auch, dass es wirksamer wäre, sich an die Medien zu wenden.
Habe beispielsweise schon einmal an die Redaktion von gesundheit.gv.at (Herausgeber ist das Bundesministerium für Gesundheit) geschrieben und nie eine Antwort erhalten. Dort wird unter Natürliche Verhütungsmethoden unterteilt in: Die Temperaturmethode, Verhütungscomputer und Unzuverlässige Verhütungsmethoden.
Was soll ich sagen... es hat sich bis heute nichts geändert.

Weiters hab ich mir überlegt, mal über Facebook meinen Dampf abzulassen aber das ist mir dann doch zu privat.

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