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 Betreff des Beitrags: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 6. Juli 2010 21:10 
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Gesperrter User

Registriert: 19. April 2008 10:18
Beiträge: 1979
http://www.tagesschau.de/inland/bghpid102.html

Finde ich gut, es gibt wirklich schlimme Erbkrankheiten und zuvor war es nicht erlaubt, die befruchteten Eizellen zu testen, aber sehr wohl erlaubt, dann 4 Monate abzuwarten und das Kind im 5. Monat abzutreiben :-/


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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 6. Juli 2010 21:16 
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Moderatorin + Oberwichteline

Registriert: 11. Juli 2009 22:12
Beiträge: 22981
Wohnort: Wichtelingen
NFP seit: Juli 09
Naja, noch ist es nur die Feststellung, dass PID nicht gegen das Embrionenschutzgesetz verstößt. Aber das Gericht fordert ja den Gesetzgeber auf zu handeln. Ein striktes Verbot im Gesetz kann noch aufgenommen werden.

Wenn das Gesetz nicht geändert würde dann wäre PID erlaubt.

Ansonsten stimme ich dir vollkommen zu. Ich fände das auch sehr gut. Das könnte einiges Leid (der Eltern und Kinder) garnichterst entstehen lassen (ob nun durch Abtreibun oder Behinderung - wobei ich nicht sagen will, dass ein Leben mit Behinderung nicht lebenswert ist. Zumal ich selbst und auch einer meiner Söhne Überträger eines Gendefektes sind).

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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 6. Juli 2010 21:26 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 20. Februar 2006 14:58
Beiträge: 5188
Ich habe es heute auch im Radio gehört. *daumenhoch* Kann wirklich nicht sein, dass man kranke Kinder jederzeit töten darf um die Mutter zu schützen, es zugleich aber es verboten ist, solche Situationen zu verhindern. Aber nicht nur ich frage mich, wie man da Grenzen ziehen soll/muss/kann/darf.

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Was du willst was man dir tu', das füg' auch anderen zu.


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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 6. Juli 2010 21:34 
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Moderatorin + Oberwichteline

Registriert: 11. Juli 2009 22:12
Beiträge: 22981
Wohnort: Wichtelingen
NFP seit: Juli 09
Stimmt Smilla, die Grenzen zu ziehen ist schwer, genau wie bei Abtreibungen.

Wie gesagt, bei meinem Kleinen wurde ja ein Gendefekt vermutet. Er ist nur Überträger so wie ich auch (bei meinem Mann ist es nicht ganz klar aber sehr unwahrscheinlich). Uns wurde in der Humangenetik geraten bei einer erneuten Schwangerschaft auf jeden Fall eine FU machen zu lassen und diesen Defekt suchen zu lassen um dann, bei einer Erkrankung abzutreiben. Es handelt sich um eine Stoffwechselstörung die zwar lebenslang relevant ist und auch zu schwersten Behinderungen führen KANN aber der ganz große Teil der Menschen können mit einer strengen Diät geistig wie körperlich gesund alt werden. Die Grenze der Mediziner wird sicherlich sehr eng gefasst sein und in Richtung der momentanen Abtreibungs"empfehlungen" gehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 6. Juli 2010 21:42 
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Moderatorin a. D.

Registriert: 25. September 2005 16:39
Beiträge: 9213
NFP seit: Oktober 2005
Ich weiß noch nicht, wie ich's finde. 8-)

Natürlich kann ich es wirklich gut nachvollziehen und finde es so auf jeden Fall besser als wenn es dann eine Spätabtreibung in der 25. SSW gibt. Gleichzeitig sehe ich schon das, was allgemein wohl als Dammbruch bezeichnet wird und das Ganze sicher Stück für Stück verwaschen wird, es mit der Zeit geschlechtliche Selektion und ähnliches geben wird.

*nixweiss*

_________________
"Leute, vielleicht schafft ihr es ja, diesen Sprung vor mir zu schaffen - bevor ihr dann Krebs kriegt oder so - dass ihr da schon wisst, warum ihr hier seid und was ihr alles tun könnt, wie viele Möglichkeiten wir haben: Wir haben verdammt viele Möglichkeiten nur haben wir alle so schlechte Laune. Das verstehe ich nicht." Christoph Schlingensief, Oktober 2009


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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 6. Juli 2010 22:16 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 6. Oktober 2008 12:13
Beiträge: 778
Wohnort: NRW
NFP seit: 2008
gräschen hat geschrieben:
Ich weiß noch nicht, wie ich's finde. 8-)

Natürlich kann ich es wirklich gut nachvollziehen und finde es so auf jeden Fall besser als wenn es dann eine Spätabtreibung in der 25. SSW gibt. Gleichzeitig sehe ich schon das, was allgemein wohl als Dammbruch bezeichnet wird und das Ganze sicher Stück für Stück verwaschen wird, es mit der Zeit geschlechtliche Selektion und ähnliches geben wird.

*nixweiss*
Du hast es auf den Kopf getroffen, daher hab ich auch noch keine richtige Meinung.

_________________
Anele mit Großem (10/11) voraus und Kleinem (8/17) an der Hand. Zu dritt auf neuen Wegen.Mit der lieben Wichtelcat als Patin Kurve hat gerade Pause.


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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 6. Juli 2010 22:18 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 29. Januar 2009 23:24
Beiträge: 738
Anele hat geschrieben:
gräschen hat geschrieben:
Ich weiß noch nicht, wie ich's finde. 8-)

Natürlich kann ich es wirklich gut nachvollziehen und finde es so auf jeden Fall besser als wenn es dann eine Spätabtreibung in der 25. SSW gibt. Gleichzeitig sehe ich schon das, was allgemein wohl als Dammbruch bezeichnet wird und das Ganze sicher Stück für Stück verwaschen wird, es mit der Zeit geschlechtliche Selektion und ähnliches geben wird.

*nixweiss*
Du hast es auf den Kopf getroffen, daher hab ich auch noch keine richtige Meinung.


*zustimm* Jepp, mir gehts auch genauso.

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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 6. Juli 2010 23:35 
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Gesperrter User

Registriert: 19. April 2008 10:18
Beiträge: 1979
gräschen hat geschrieben:
Gleichzeitig sehe ich schon das, was allgemein wohl als Dammbruch bezeichnet wird und das Ganze sicher Stück für Stück verwaschen wird, es mit der Zeit geschlechtliche Selektion und ähnliches geben wird.


Die Gefahr sehe ich nicht automatisch kommen, also ich denke der Unterschied zwischen schwere Erbkrankheit und unerwünschte Augenfarbe oder so ist durchaus sehr einleuchtend...

Ich finde es gut, genauso wie ich es gut finde, dass Abtreibung legal möglich ist - auch wenn es für mich persönlich nicht in frage käme. Weil ich es mir vorstellen kann, dass man in bestimmten Situationen sonst wirklich nur die Wahl zwischen schlimmsten Behinderungen, Spätabtreibung oder komplettem Verzicht auf Nachwuchs hat...

Ich finde es nicht so schlimm wie Spätabtreibungen. Und ich finde es gut, dass Spätabtreibungen im Notfall möglich sind. Und noch besser, wenn man dem Vorbeugen kann...


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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 7. Juli 2010 09:17 
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Ersthelferin a.D.

Registriert: 19. Juli 2007 12:12
Beiträge: 6460
Wohnort: 4-Ländereck
NFP seit: 07/07
Ich finds gut *daumenhoch*
Und das Dammbruch-Argument halte ich sowieso in jedem Kontext für überbewertet und nicht besonders gut.

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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 7. Juli 2010 09:24 
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alte Häsin

Registriert: 14. März 2010 10:32
Beiträge: 1472
ich finds überhaupt nicht gut - auch wenn ich damit hier wohl relativ alleine dastehe.

ich finde es aber auch nicht gut dass spätabtreibungen so lange erlaubt sind.

von der pränataldiagnostik geht es jetzt zur präimplantationsdiagnostik - ich finde weitere schritte nur logisch, aber absolut nicht wünschenswert. ich finde es einfach schlimm sein kind nach gesundheitlichen (und später evtl noch anderen,oberflächlicheren) gesichtspunkten "auszuwählen" das ist ganz bestimmt nicht unsere aufgabe *kotz*

vor allem: was passiert mit "kranken" embryonen, die natürlich entstehen? die können so frühzeitig nicht "selektiert" (was für ein widerliches wort) werden. außerdem erkennt man sicher nicht immer so früh eine behinderung. wird dann ein arzt verklagt weil er einen "kranken" embryo eingesetzt hat?

ich finde das wirklich ethisch absolut daneben. wir überschreiten immer mehr grenzen und ich frage mich ob wir damit wirklich so viel gutes erreichen. wir begeben uns mit solchen entscheidungen in schwierige, ethische grauzonen. allein was unser bild vom wert des lebens eines menschen und unser verständnis von menschsein und menschlichkeit angeht, frag ich mich, was diese entscheidungen wirklich bedeuten.

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Mandala mit 108 Kurven zwei Geburten (14&16)
"Man muss den Dingen die eigene, stille, ungestöre Entwicklung lassen, die tief von innen kommen muss und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann. Alles ist austragen und dann gebären." Rainer Maria Rilke


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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 7. Juli 2010 09:47 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 1. April 2010 10:43
Beiträge: 681
Wohnort: NRW
Egal was wir davon auch halten, diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten!

In Frankreich wird schon länger mit der Vorselektion und auch mit der Spätabtreibung bei Behinderung gearbeitet. In den USA bekommen die Leute mit Geld schon längst in den KiWu-Kliniken ein "Baby nach Vorstellung".

Die ethische Frage ist die, was ist mit einem abgeschobenen behindertem Kind? Wem helfen überforderte Eltern? Am Ende Niemanden und wir können unendlich auf den ethischen Fragen des entstehenden Lebens herumreiten.........

Am Ende wünschen sich ALLE Eltern gesunde Kinder! Manche würden mit einem behindertem Kind dennoch klar kommen, Andere eben nicht ich sehe das genau so wie mit der Frage von Abtreibung an sich. Entweder bekommt eine Frau ein unerwünschtes Kind weil sie sich plötzlich doch darauf freut oder sie treibt ab, weil sie es unter keinen Umständen bekommen will.
Ihre alleinige Entschiedung.......Ethik hin oder her.

So sehe ich das auch für potentielle Eltern es ist allein ihre Entscheidung, da ihr Kind.
Wie verwerfilch auch immer der Einzelne solche Entscheidungen finden mag.

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Kiran ist nach Uterus OP "sterilisiert" u. NFP müde! Tempie messen wird nicht mehr gemacht, S beobachten nur noch mal so.
Armageddon was yesterday -- today we have a serious problem


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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 7. Juli 2010 09:55 
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alte Häsin

Registriert: 14. März 2010 10:32
Beiträge: 1472
was ich mich aber im zusammenhang damit frage: was passiert mit eltern, die sich für ein behindertes kind entscheiden?

werden die zusätzlichen kosten in zukunft nicht mehr von krankenhassen übernommen, da man sich ja gegen das kind hätte entscheiden können? muss man dann ohne unterstützung klarkommen weil es gesellschaftlich nicht mehr akeptiert ist, ein behindertes kind zu bekommen auch wenn vorher klar war, dass es krank sein würde?

klar bleibt es die entscheidung der einzelnen frau - aber gesamtgesellschaftliche auswirkungen in dem maße halte ich für nicht tragbar.
so krass es klingt, aber es erinnert mich unweigerlich an die euthanasie im 3.reich. klar so weit sind wir noch nicht, aber der weg geht definitiv in diese richtung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 7. Juli 2010 10:09 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 1. April 2010 10:43
Beiträge: 681
Wohnort: NRW
Cissy, eben es ist auch die Frage, werden Eltern mit behinderten Kindern in Zukunft auch weiter von den Krankenkassen finanziell unterstützt?
Eher nicht, haben wir nicht alle schon Stories gelesen von Eltern die für automatische Rollstühle ohne Ende kämpfen müssen, die keinen Platz in heilpädagogischen Kindergärten bekommen.... ect.
Diese Kämpfe zermürben die Eltern doch mit der Zeit belasten Beziehungen und schaden letztendlich dem unschuldigsten an der ganzen Sache...dem Kind!

Im KH unterhielt ich mich mit einer Frau die auf der gleichen Station lag wie ich, gleicher Eingriff... sie wußte noch nicht, wie sie das machen soll mehrere Monate nicht schwer zu heben, sie hat einen 5-jährigen Sohn mit Behinderung.........den muss sie oft hochheben zum waschen, "wickeln", aus der Wohnung gehen ect. der Vater des Jungen hatte schon längst das Weite gesucht weil er mit der Situation nich klar kam.
Zuschüsse oder eine Pflegebeihilfe wurden ihr bisher von der KK verweigert...... Ja und das sind halt die Probleme die kommen können wenn man ein Kind mit schwerer Behinderung hat und die manches Mal kaum Jemand auffangen kann.

Daher sehe ich das eben ganz anders, ich verstehe Eltern die die gebotenen Möglichkeiten auch nutzen wollen.......so oder so und darf nicht über etwas urteilen, was ich mangels wirklicher Erfahrung nicht beurteilen kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 7. Juli 2010 10:21 
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Kurvenjunkie

Registriert: 16. November 2006 20:18
Beiträge: 1963
Wohnort: Südhessen
NFP seit: Anfang 2007
Kiran hat geschrieben:
Im KH unterhielt ich mich mit einer Frau die auf der gleichen Station lag wie ich, gleicher Eingriff... sie wußte noch nicht, wie sie das machen soll mehrere Monate nicht schwer zu heben, sie hat einen 5-jährigen Sohn mit Behinderung.........den muss sie oft hochheben zum waschen, "wickeln", aus der Wohnung gehen ect. der Vater des Jungen hatte schon längst das Weite gesucht weil er mit der Situation nich klar kam.
Zuschüsse oder eine Pflegebeihilfe wurden ihr bisher von der KK verweigert...... Ja und das sind halt die Probleme die kommen können wenn man ein Kind mit schwerer Behinderung hat und die manches Mal kaum Jemand auffangen kann.


Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ein Kind heute nur noch willkommen ist, wenn es in das bisherige Leben der Eltern passt, keine großen Umstände macht, so nebenher laufen kann. Ja, ein Leben mit einem behinderten Kind ist mit Sicherheit um einiges anstrengender, als das mit einem nicht behinderten Kind. Aber hast du schon mal mit behinderten Kindern zu tun gehabt? Kannst du einem ins Gesicht schauen und sagen, dass es besser wäre, wenn es nicht auf die Welt gekommen wäre?
Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich egoistisch, sowohl die Spätabtreibung, als auch die PID. (Wobei ich die Spätabtreibung unter gewissen Voraussetzungen noch eher nachvollziehen kann, aber das soll hier nicht Thema sein.)

Es gibt auch andere Möglichkeiten: wenn bei einem Paar die Gefahr besteht, dass ein Kind mit Behinderung zur Welt kommt (ich habe nichts dagegen, diese Möglichkeit zuvor am Erbgut der Eltern zu testen), und das Paar dieses Risiko nicht eingehen möchte, müssen sie dann ein eigenes Kind bekommen? Man könnte Ei- oder Samenspenden in Anspruch nehmen, wenn das Risiko nur von einem Elternteil ausgeht. Oder ein Kind adoptieren. Oder oder oder.
Ich finde diese ganze Vorselektion nicht gut, denn auch ich denke, dass es am Ende auf gebastelte Wunschkinder hinausläuft. (Und nur weil das teilweise schon gemacht wird, finde ich es noch lange nicht besser.)
Irgendwie erinnert mich das mal wieder alles stark an den Film Gattaca...


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 Betreff des Beitrags: Re: Präimplantationsdiagnostik in D erlaubt
BeitragVerfasst: 7. Juli 2010 10:28 
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Inventar

Registriert: 20. Oktober 2008 09:26
Beiträge: 2109
Wohnort: da, wo die Sonne aufgeht
NFP seit: Oktober 2008
Ich schließ mich Cissy an mit ihren Bedenken. Außerdem entstehen meines Wissens nach die meisten Behinderungen nicht durch Gendefekte, sondern durch Schwangerschaft und Geburt. Viel ändern wird sich deshalb wohl nicht. Kritisch ist für mich immer die Frage, wieviel ein Leben wert ist. Wer kann schon einschätzen, ob nicht ein selektierter Embryo sein späteres Leben auch mit Behinderung lebenswert gefunden hätte. Wer kann schon sagen, dass ein Leben mit Behinderung eindeutig schlechter ist als ohne Behinderung. Ich habe viele Jahre ehrenamtlich mit Behinderten zusammengearbeitet und kann diese Unterscheidung nicht mehr treffen.

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Meine Seite Bild "Wer nicht tanzt, erkennt nicht, was sich begibt." ActJoh 95
Mit Töchterlein seit 04/15. Wieder freestylekurvend.


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