mondtiger hat geschrieben:
Rotschopf, in der Qlaira ist Estradiolvalerat drin, nicht Estradiol selbst. Estradiolvalerat wandelt sich im Körper zu Estradiol um. Ich könnte mir vorstellen, dass kein 100 %iger Umsatz erfolgt, weshalb mehr Estradiolvalerat eingesetzt werden muss, als der Körper im Endeffekt Estradiol zur Verfügung hat. Wieviel von den 2mg Estradiolvalerat umgesetzt werden weiß ich nicht, wäre aber mal interessant.

Sehr gut erklärt!
Estradiol ist sehr schlecht "bioverfügbar", dh bei Einnahme wird der große Teil über die Leber in den inaktiven Stoff Estron umgewandelt un zwar im Verhältnis 4:1. Man braucht also im Vergleich zum sehr gut bioverfügbaren Ethinylestradiol, welches kaum zu Estron umgewandelt wird, weit höhere Mengen, um dann eine wirksame Konzentration im Körper zu erreichen. Und genau da lag auch jahrelang das Problem-deswegen hatte man eben das Ethinylestradiol in den Pillen.
Was die Leber angeht: Das Präparat Climodien, welches eine Kombi aus Estradiolvalerat und Dienogest (allerdings in einer gleichbleibenden, tendenziell niedrigeren Dosierung als bei der Qlaira) ist hat als häufige NW Anstieg der GammaGT-Werte-ein Anstieg dieses Wertes kann ein Hinweis auf eine Leberschädigung sein. Bei Alkoholabusus steigt dieser Wert zB ebenfalls.
Diese NW findet man bei der Valette (EE + Dienogest) nicht.
Insofern finde ich es logisch anzunehmen, dass diese erhöhte Leberbelastung letztendlich zu diesen erhöhten Werten führen kann. Für mich eindeutig ein weiterer Grund, der Qlaira den Titel
"Hirnlosestes Medikament des Jahrzehntes" zu überreichen.