Seepferdchen hat geschrieben:
Ich verstehe viele Tabellen nicht. In welcher Einheit sind die Zahlen aufgeführt?
Also los:
S. 6: oben absolute Anzahl (GV pro Monat), in Klammern die Standardabweichung;
darunter der prozentuale Anteil davon, der mit Dia und Gel stattfand (erste große Schwachstelle, denn wenn Frauen schwanger wurden, als sie gerade kein Dia benutzten, ist das schwer rauszurechnen)
S. 7: vor der Klammer absolute Zahl von Frauen mit dem entsprechenden Symptom, , in Klammern der prozentuale Anteil . Die Anzahl an Frauen, auf die sich das bezieht, steht jeweils oben in der ersten Zeile. Also bedeutet 137 (49,3), dass von insgesamt 283 (steht oben) Frauen, die das Säuregel verwendeten, 137 ein „urogenitales unerwünschtes Ereignis“ bekamen, was einem Prozentsatz von 49,3 entspricht.
S. 8 ebenso
S. 9 nur absolute Zahlen (auf 70 vaginoskopische Untersuchungen bezogen)
S. 11
N= die jeweilige Anzahl von Frauen, auf die das bezogen ist. Dann vor der Klammer die durchschnittliche Schwangerschaftsrate in 6 bzw. 12 Monaten und dahinter das 95%-Konfidenzintervall. Das gibt die Bandbreite an, in der sich der wirkliche Wert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% befindet, denn die Schwangerschaftsrate ist nur eine statistische Annäherung.
S. 12 ebenso, nur im Vergleich mit der Studie von Barnhart et al., die sich jedoch auf eine deutlich größere Anzahl untersuchter Fälle stützt.
S. 14 vor der Klammer absolute Zahl von Frauen, in Klammern der Prozentsatz bezogen auf 450
Henryette hat geschrieben:
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es wirklich bei allen Frauen den gleichen PI haben kann.
Das liegt an der Statistik. Auch wenn die tatsächliche Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, bei zwei verschiedenen Frauen so gut wie immer unterschiedlich ist (und nicht nur wegen unterschiedlicher Dia-Passform, sondern auch wegen mehr oder weniger GV oder Altersunterschieden), so bezieht sich der PI ja auf einen Durchschnittswert, und der Durchschnitt ist für alle gleich. Und da es dafür leider keine Vorschriften gibt, die festlegen, wie viele Probandinnen in welchem Alter mit welcher sexuellen Aktivität untersucht werden müssen, sind diese Werte gerade für weniger weit verbreitete Methoden oft nur unzulänglich vergleichbar.
Das sieht man unter anderem an der großen Breite der Konfidenzintervalle. Beispielsweise heißt es in der Präsentation auf Seite 12 für die Frauen mit Säuregel: 9.6 (5.5-13.6). Das heißt, in der Silcs-Studie wurde für diese Frauen unter den gegebenen Bedingungen eine (6-Monate-, die für 12 konnte nur hochgerechnet werden, weil der Beobachtungszeitraum nicht so lang war) Schwangerschaftsrate von durchschnittlich 9,6 % ermittelt, und mit 95%iger Wahrscheinlichkeit liegt der wahre Wert (also die tatsächliche Schwangerschaftsrate in 6 Monaten) zwischen 5,5 und 13,6 %. Im Vergleich dazu kommt die zitierte Studie von Barnhart et al. innerhalb von 6 Monaten auf 10,1 % , wobei der wahre Wert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% zwischen 7,1 und 13,1% liegt. Dieses Fenster ist nun schon ein bisschen schmaler, was darauf hindeutet, dass die Zahl der untersuchten Frauen größer war. Üblicherweise sind Konfidenzintervalle schmaler, je kleiner die Streuung des untersuchten Phänomens ist (dazu wäre es also gut, wenn die Schwangerschaftsraten beliebiger Frauenpopulationen einander sehr ähnliche wären - was leider kaum der Fall ist), und je größer die Stichprobe ist. Mit einer wachsenden Anzahl an Probandinnen kommt man also immer näher an den wahren Wert heran.
Ich hoffe, das hat Euch jetzt nicht endgültig verwirrt...
