So, hab die Studie jetzt auch mal gelesen und mag da noch was zu kommentieren.
thoe hat geschrieben:
Vielleicht mag eine von euch mir noch ein wenig für's Verständnis beispringen. :)
Da steht was von 27 Probanden – was ja keine aussagekräftige Studie ist – aber immerhin wurden bei 10 Männern Spermien in „relevanter Menge“ gefunden.
Wieviel Spermien benennen die als relevant? Das hab ich nicht gefunden.
Bezüglich der Probandenzahl sehe ich kein so großes Problem. Ich nehme hier die 30-Probanden-Daumenregel, die man anwendet, um auch Tests rechnen zu dürfen, die Normalverteilung voraussetzen. Wenn wir davon ausgehen, dass es sich bei Präejakulatzusammensetzung um ein grundlegendes biologisches Merkmal handelt, sind kleine Stichproben nicht so die Nummer. Dagegen würde allerdings bei den Ergebnissen sprechen, dass eine so hohe Streubreite an Spermienkonzentration im Präejakulat vorliegt. Die Stichprobe ist jedoch schonmal deutlich größer als die in der Zuckerman-Studie von 2003, die immer wieder erwähnt wird (und die ich auch gelesen habe).
thoe hat geschrieben:
Und weiter unten steht dann: „In fact, to date, no study has found motile sperm in the pre-ejaculate.“
Das wiederspricht der eigenen Studie doch eigentlich oder beziehen die sich da auf einen anderen Zusammenhang?
Das ist - meine ich - Teil des Hintergrundes und bezieht sich auf die Zeit vor dieser Untersuchung.
thoe hat geschrieben:
Mein Mathe ist ein wenig eingerostet. Da steht in
Table II:
Sperm in pre-ejaculatory sample (×10hoch6 ml hoch−1) - Einheit 40
Total sperm seen in pre-ejaculate (×10hoch6) – Einheit 20
Was sind das dann für konkrete Zahlen?
(klar und dann muss man noch die % der Unbeweglichen Spermien abziehen, 50% oder oft weitaus weniger)
Die Zahlen beziehen sich auf die Anzahl von Spermien auf den ml hochgerechnet ('Sperm in pre-ejaculatory sample') respektive die tatsächliche Gesamtmenge ('Total sperm seen in pre-ejaculate'), die der Proband abgeliefert hat. Und nein, das ist nicht aus dem Text ersichtlich und auch nicht intuitiv aus der Abbildung erfassbar. Ich hab da längerfristig nachgesonnen und gebe entsprechend auch keine Garantie für meine Interpretation.
So, und dann muss man noch die Anzahl toter Spermien abziehen. Es wird auch nicht aufgeschlüsselt, wie beweglich die Spermien sind. Da gibt es ja - wie ich aus dem KiWu-Teil dieses Forums gelernt habe - verschiedene Klassifikationsstufen.
thoe hat geschrieben:
Sehr interessant ist in der Tabelle natürlich die Tage an Enthaltsamkeit vor dem Test, das die These vom Urinieren teilweise wiederlegt – es gilt eben nicht für Männer, die immer Spermien im Prä-Ejakulat haben.
Das finde ich auch interessant.
Wird aber auch leider direkt wieder eingeschränkt, weil nicht getestet wurde, ob das Präejakulat echt war oder eventuell doch Sperma war, was die Probanden als Präejakulat verkauft haben. Das wird auch so angegeben.
thoe hat geschrieben:
Soweit ich das verstanden habe:
Für die Männer jedoch die grundsätzlich keine Spermien im Lusttropfen haben bleibt die Frage allerdings immer noch offen, bzw legt das Wissen um den PH-Wert des Urins ja nahe, dass das für diese Männer ein wichtiges Detail im Umgang mit CI ist.
Genau. Zumal auch nicht geklärt wird, ob eine Frau durch die Spermien, die im Lusttropfen gefunden wurden, wirklich schwanger werden kann. Es werden nur Zahlen von Männern herangezogen, deren Spermienkonzentration vergleichbar der Menge an beweglichen Samenzellen im Präejakulat der Testpersonen ist - und da wird gesagt das sie eine 2,5 % Chance haben innerhalb eines Jahres spontan eine Frau zu schwängern.
Oh, es wird im Übrigen gar nix gerechnet.
Ist mir gerade noch aufgefallen. Und es wurde auch nicht untersucht, wie viel Präejakulat denn tatsächlich produziert wurde. Das hat ja auf die Totalanzahl an Spermien einen massiven Einfluß.
Ich fühl mich dann mal so:
