Svenschi, das kommt noch!
Ich hab letztes Frühjahr mit NFP begonnen und hätte bis vor kurzem nicht vorstellen können, dass ich mich wirklich traue, das Kondom wegzulassen.
Muss dazusagen, dass ich eine Eierstockzyste habe (die homöopathisch bekämpft wird, aber dauert halt Monate ...), gegen die ich im Spätsommer kurz die Cerazette genommen habe (nach ca. 1 Woche Übelkeit, Migräne, Pickel und Vorboten einer Thrombose

. Hab sie sofort wieder abgesetzt. Hatte vorher nie Hormone genommen und bin seit diesem Erlebnis auch lebenslänglich geheilt! ALLENFALLS Pille danach im absoluten Notfall). Danach ewig kein Eisprung, Zyklen nicht auswertbar ... da war an Hochlage und Freigeben ohnehin nicht zu denken

.
Mittlerweile hat sich mein Körper aber von der Pille erholt; die letzten Zyklen waren super auswertbar, Eisprung, tolle Hochlage (allein der letzte wie aus dem Bilderbuch auswertbar; 16 Tage Hochlage). Am letzten Tag der Hochlage haben wir dann das Kondom weggelassen ... es war großartig!

. Ist auch alles gutgegangen, Periode kam normal, ich bin wieder in Tieflage ...
Jetzt bin auch ich diejenige, die das Kondom immer weglassen will, wenn sicher ausgewertet ist

. Ist einfach viel schöner ohne (ich kannte es noch nicht, weil wir vorher jahrelang nur mit Kondom verhütet hatten. Und nach dem NFP-Start war ich ewig solo. D.h. ich konnte NFP erst jetzt richtig testen

). Und es kann ja dann auch gar nichts mehr passieren. Wo kein befruchtungsfähiges Ei, da keine SS

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Und ich vertraue der Methode auch. Ich denke, dass sie wirklich so sicher ist wie die Pille, wenn man sie wirklich beherrscht und konsequent und täglich beobachtet und notiert und erst nach dem ES freigibt.
Ich gehe nur demnächst noch zu einer NFP-Beraterin, damit die schaut, ob ich wirklich alles beherrsche, bzw. mir nochmal "Nachhilfe" gibt, wenn es irgendwo hakt. Das ist mir wichtig, dass meine Kenntnisse überprüft bzw. verbessert werden, bevor ich das Kondom weglasse. Ich denke, wenn ich bei der war, fühle ich mich wirklich fit und kann dann mit gutem Gewissen auswerten und freigeben

.
Zum eigentlichen Thema: Schwangerschaft wäre bei uns gerade eine Katastrophe. Mein Freund ist zwar Lehrer, ich stecke aber gerade im Staatsexamen (ein zweites folgt in 2 Jahren ... d.h. aussetzen wäre total ungünstig). Außerdem wissen wir beide noch nicht, ob wir Kinder wollen. Ich schon irgendwie ... aber nicht jetzt. Und ich hab nach einer misslungenen OP im Kindesalter (die sind mit mir umgegangen wie auf dem Schlachthof, Kanüle in die Hand gerammt usw, 3 Absauger nicht funktioniert, alles geronnene Blut geschluckt, Leben hing am seidenen Faden) totale Panik vor Ärzten und Krankenhäusern, somit Panik vor SS, Geburt, v.a. vor evtl. Kaiserschnitt (ich müsste also entweder die Panik erst abbauen ... oder vlt. wäre eine Adoption o.Ä. auch eine Option für uns ... mal sehen). Auch vor einer Abtreibung hätte ich 1. Panik und wüsste 2. nicht, ob ich das könnte.
Also will ich gar nicht erst schwanger werden.
Wir werden also nie in der 1. Zyklushälfte, sondern immer erst nach abgeschlossener Auswertung freigeben.
Momentan handhaben wir es so, dass wir bis spätestens 10 Tage vor dem erwarteten ES miteinander schlafen (mit Kondom). Dann nicht mehr, bis der ES sicher ausgewertet ist.
Klar ist das total lang, und es gefällt uns beiden nicht

... aber ich muss dazu sagen, dass ich noch immer Probleme mit dem rechten Unterschenkel habe seit der Pille - damals stechende Schmerzen direkt in der Vene

, die sind zum Glück weg - aber ich habe bis heute immer mal wieder ein leicht stechendes, ziehendes Gefühl in diesem Unterschenkel. Immer an anderer Stelle. Ich war schon beim Hausarzt, der meint, dass keine Thrombose vorläge (glaube ich auch, denn wenn ich die hätte, wären es wohl 1. richtige Schmerzen, 2. dauerhaft). Damit war es dann auch erstmal erledigt, weil ich danach solo war.
Aber nun will ich mir endlich mal einen Termin beim Venenspezialisten nehmen, damit der einen Ultraschall macht und schaut, was in dem Bein los ist. -Solange ich nicht weiß, ob bzw. was da ist, weiß ich auch nicht, ob ich die Pille danach nehmen dürfte. Meine FÄ meinte auch, dass ich sie besser nicht nehme, bevor ich nicht beim Venenspezialisten war und wir Klarheit bzgl. des Beins haben. Finde ich super von ihr

. Andere würden sie einfach geben.
Na, da ich die Pille danach wohl nicht sicher gefahrlos nehmen könnte momentan, müssten wir vor dem ES pausieren, um erst gar nicht in diese Notlage zu kommen (klar, es gäbe auch die Gynefix danach ... aber die will ich mir nicht einsetzen lassen).
Sobald der Venenspezialist grünes Licht für das Bein überhaupt und auch für die Pille danach im Notfall gibt, werden wir wieder länger Sex haben. Aber wohl auch nur bis eine knappe Woche vor dem erwarteten ES. Sollte dann was passieren, wirkt die Pille danach ja noch.
Aber direkt um den ES rum würde ich zumindest in absehbarer Zeit niemals Sex haben wollen. Das Risiko, dass die Pille danach nicht mehr wirkt, wäre mir viel zu groß.
Mal sehen, wie mein Freund damit umgehen kann.
Früher war er wenig begeistert von NFP, alle vor mir nahmen die Pille. Mittlerweile versteht er aber, dass ich mich diesem Risiko nicht mehr aussetzen will (gerade nach den Thrombose-Vorboten). Früher hielt er NFP für unsicher, nachdem er sich mehr informiert hat, vertraut er mir (wenn die HL-Freigabe dauerhaft aktuell wird, gebe ich ihm mal noch das Buch zum lesen und nehm ihn vielleicht mit zu der Beraterin). Er ist zufrieden damit, ca. 2 Wochen die Kondome weglassen zu können, und sie den Rest der Zeit zu benutzen

.
Mal sehen, wie er damit klarkommt, dass ich um den ES rum zumindest in den nächsten 2-3 Jahren wohl dauerhaft keinen Sex will. Letztes Jahr war das ein Trennungsgrund

.
Jetzt scheint mehr Akzeptanz da zu sein. Er sieht das als Mann halt lockerer ... meinte, dass die Pille danach ja auf jeden Fall wirkt etc ... er kennt diese Studie nicht, nach der alle Pillen danach nur bis 1-2 Tage vor dem ES wirken. Die werde ich ihm mal noch zeigen. Dann kann er es sicher noch besser verstehen.
Zumal wir ja nicht völlig abstinent bleiben müssen

. Sogar CI (mit Kondom) wäre für mich ok, wenn er nicht unmittelbar vorher eine Ejakulation hatte. Also sollte er die knapp 2 Wochen im Zyklus schon irgendwie überleben

. Und danach wird er ja belohnt und darf ohne Kondom

...
Ich denke und hoffe, dass dieser Kompromiss funktioniert. Er nimmt Rücksicht auf meine SS-Angst vor dem ES, dafür gehe ich nach sicherer Auswertung auf seine Bedürfnisse ein, und wir verzichten auf das Kondom.
Wenn es klappt, ist alles gut

. Wenn nicht, muss man halt reden. Oder er ist der falsche Mann. Ich fühle mich mit NFP so sicher und gut wie nie zuvor, und ich würde für keinen Mann dieser Welt mehr davon abweichen!
Der Mann, der einen liebt, akzeptiert NFP, und ist kompromissbereit. Dem Rest kann man ja zeigen, wo der Zimmermann die Tür gelassen hat ...