Der PI (Gebrauchtssicherheit) von NFP mit Kondom in den fruchtbaren Tagen liegt bei 2-3. Man kann in etwa davon ausgehen, dass das auch dem "realen" PI eines Kondoms entspricht. Der PI von 8, den man manchmal liest (man findet ja genau genommen alle Zahlen zwischen 1 und 10), berücksichtigt, dass Paare es oft nicht aushalten, das Kondom immer konsequent einzusetzen. Der beruht also nicht auf geplatzten Kondomen, sondern auf geplatzten Vorsätzen
Der Vorteil an der NFP ist, dass man hin und wieder auch "ohne" darf, und es daher leichter fällt, das Kondom in der fruchtbaren Zeit dann auch konsequent herzunehmen. Man hat immer die Wahl "Warte ich noch etwas, oder nehme ich das Kondom" und die Versuchung wird nicht so gross. Allerdings scheint sogar beim PI von 2-3 in der NFP-Studie die größere Anzahl Schwangerschaften durch ungsechützten Sex in der fruchtbaren Zeit (also Kondom weggelassen) zustande gekommen zu sein, denn eigentlich gab es nur eine SS durch Kondomversagen in der fruchtbaren Zeit (was natürlich nichts darüber aussagt, wie viele Kondomversagen es insgesamt gab, man muss ja nicht gleich schwanger davon werden).
Zum Thema: Ich vertraue meinen (seltenen) Hochlagen voll und ganz. Von Anfang an. Man kann sich ja eine gewisse "Übungszeit" nehmen, wenn man meint, dass es einem hilft, der Methode zu vertrauen. Ich sehe darin aber nicht viel Sinn. Man vertraut der Methode eigentlich dann am schnellsten, wenn man mal in der Hochlage ungeschützten Sex hatte, und trotzdem seine Tage bekommen hat. Aber damit es so weit kommt, muss man das mal tun - da beisst sich die Katz in den Schwanz...
@Kirali: Zwinge Deinen Mann, Natürliche Familienplanung Heute zu lesen. Lies es ihm vor. Leg es aufs Klo. Schlage immer die Seiten mit den eindeutigen Studienergebnissen auf. Und verlange, die Quellen zu bekommen, wenn es um Schwangerschaften nach einem Monat ohne Sex, oder ähnliches geht. Sie müssen mindestens so wissenschaftlich sein wie Deine (Uni Düsseldorf, prospektive Studie. "Prospektiv" ist extrem wichtig. Als Wissenschaftler sollte er wissen, dass retrospektive Studien kaum was wert ist. Wenn er es nicht weiß, erzähl es ihm. Mit freundlichen Grüßen einer Diplom-Chemikerin).
Oder aber er soll einfach mal zugeben, dass man in einem Biologie-Studium über den Zyklus der Frau nicht mehr lernt, als in einer Gynäkologie-Ausbildung (die in der Hinsicht ebenfalls mangelhaft ist) und mit Dir einen NFP-Kurs besuchen. Die sind hervorragend. Ich nehme übrigens an, dass es sich bei der Schwangerschaft nach einem Monat ohne Sex einfach um eine Schwangerschaft, die einen Monat früher eingetreten ist, handelt. Dann gabs halt eine Einnistungsblutung. Ich wette aber, dass er Dir darüber kein einziges Wort in einem ernstzunehmenden Buch (mit Studie als Quellenangabe) zeigen kann.
Wenn möglich, versuch es ihm aber nicht so bissig zu sagen, wie ich es hier gerade schreibe... Ich war früher auch ein absoluter Gegner natürlicher Methoden und kann es daher schon etwas nachvollziehen. Nur mag ich es nicht, wenn man etwas verurteilt, ohne sich richtig damit auseinanderzusetzen. Wenn Du es schaffen könntest, ihn zu einem Kurs mitzunehmen - die meisten Männer lesen nicht gern und da bekommt man es schön anschaulich präsentiert. Und kann quasi nicht davor davonlaufen. Das ist viel schwerer mit Halbwissen (zu Halbwissen zähle ich jetzt mal die Gerüchte von Schwangerschaften nach 1 Monat ohne Sex) anzugreifen, als wenn man nur von der Freundin den Inhalt eines Buches erzählt bekommt.