Das verwendete Gestagen hat vor allem bei Männern mit Prostakrebs zu Todesfällen geführt. In den Hohen Dosierungen die hier (oder auch zur hormonellen Kastration von Sexualstraftätern) verwendet werden kommt es unter Umständen zu schweren Leberschäden.
Das Thromboserisiko ist hier nicht höher als bei einigen anderen Pillen mit erhöhtem Risiko. Das Argument will mir ehrlich gesagt nicht in den Kopf. 4 Todesfälle in 25 Jahren bei so einem verbreiteten Präparat sind zwar tragisch, aber es erreicht nicht die Häufigkeit einiger Präparate, bei denen keiner daran denkt sie aus dem Verkehr zu ziehen.
Hier ein kritischer Artikel zu dem Wirkstoff von 1994
http://www.arznei-telegramm.de/html/1994_09/9409084_02.htmlIch sehe hier ein sehr großes Problem darin, dass man sich nicht an die Indikation des Präparates hält. Diane ist nicht als Verhütungsmittel zugelassen. Es hat eine verhütende Wirkung, die ist aber Nebeneffekt und nicht Ziel der Einnahme. Und genau das geht unter. Schade, dass da ein Verbot nötig ist. Eine sinnvolle Anwendung ist anscheinend nicht gerade üblich, dabei könnte bei sinnvollem Einsatz sicher der ein oder andere Patient profitieren.
Der Wirkstoff hat einen festen Platz in der Behandlung von Transsexuellen und Krebspatienten. Auch wieder toll, dass die jetzt verunsichert werden.
Nur weil das Präparat nicht so eingesetzt wird wie es sein sollte, ist es noch lange nicht unnütz oder prinzipiell gefährlich. Die Nutzenrisikoabwägung wird von den behandelnden Ärzten zu lasch getroffen und auch viel zu schnell eine Indikation gesehen. Warum gelingt es nicht ein Problembewusstsein zu schaffen? Damit wäre ein Verbot nicht nötig. Bzw. nicht nötiger als bei so mancher anderen Pille.